übergelten,
V., unr. abl.
›etw. / jn. (zu) teuer, überhöht bezahlen‹; ›jm. etw. zuwenden (als Genugtuung für etw. Beschwerendes, z. B. für Armut)‹; ›jn. überausstatten‹; ütr. auch: ›jn. mit etw. überhöhen, überbieten, übertreffen‹; zu (Präp.) 10, 1.
Texte der Sinnwelt ‚Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
1; 2; 3; 4; 5; 6.
Wortbildungen:
übergeld
›überhöhter Geldbetrag‹ (dazu bdv.: 2, , 1, 1, 3, ).

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc. Hes.
18, 17
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
das er geberit eynen son, der [...] keynin menschen betrubit, [...], keynin roub zu ym zuyt, syn brot deme hungirigen gibit [...], wuchir und obirgelt
[
Wormser Proph.
1527:
vbernutz
;
Froschauer
1531:
vbernutz oder rütschart
;
Dietenberger
1534:
vbernutz oder gewinn
;
Eck
1537:
überschuß
;
Luther
1545:
übersaz
]
nicht nymmit.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Mit sime richem gute | Sol er diz armute | Dir [dirn] ubergelden.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Salomon sprichet dar in: ‚Reine vrowen niemant mac | Uber gelden mit bejac | Goldis, silbers, gesteine‘.
Stackmann u. a., Frauenlob
7, 7, 15
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
Den rechten vogt kan nieman übergelten. | verzeret wirt ein guter herre selten.
Gille u. a., M. Beheim
444, 45
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
geit er gelt, er wurt auss gerichte. | Wer etwaz von in haben wil, | der muss es uber gelten.