übersaz,
der
;
übersatzes/–
+ Uml.
1.
›Aufschlag‹ (auf verkaufte Waren); ›Gewinn‹ (z. B. bei Handelsgeschäften, im Geldverkehr); in allen Belegen negativ konnotiert;
vgl. 6; 7.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 6, 2, , 5.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
3. Mose 25, 37
(
Wittenb.
1545
):
du solt jm [Bruder] dein geld nicht auff wucher thun / noch deine speise auff vbersatz
[
Mentel
1466:
noch fúrbas
; Var. 1483–1518:
noch weiter denn
;
Froschauer
1531:
zuͦ vil
;
Eck
1537:
nit mer
]
austhun.
Sachs (
Nürnb.
1564
):
Wer sein gut mit dem wucher mehrt, | Und mit dem ubersatz sich nehrt, | Der [...].
Ebd. (
1524
):
Du solt dem armen dein speyß nit mit ubersatz auffthun.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
65
(
mslow. inseldt.
,
1537
):
Sÿ sollen sehen, das am Sunnabenth ein freÿher margk gehalten werde [...] etwas zuuerkauffen Vnnd dann dem pauern das er das armut beschwar vnnd Ibersetz khains wegs gestattenn.
Mollay, Ofner Stadtr.
302, 8
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
Seÿn aber dÿ pfant pesser geschazct, der vber saͤcz So sol dem schuldigr wider werdn.
2.
›Sündenbeschwerung des Menschen durch einen als ungerecht, mutwillig gesehenen Gott‹.
Bedeutungsverwandte:
5.

Belegblock:

Luther, WA (
1521
/
2
):
Darumb haldt yhr yhn offentlich fur keyn Ihesum, [...] yhr hallt yhn aber fur eynen genug thuͤr des ubersatzs des ungerechten gots. Er hat uns auch nicht von unßern sunden erloͤst [...] ßondern uber die sunde und gebott hatt er uns erloͤst von dem ubersatz, welche die menschen hochlich beschwert. [...]. Yhr, heyligen faculteten, lernt yhr uns nit alßo? Darmit lernt yhr uns, das wyr von uns selbst kuͤnnen genug thun auch dem ungerechten ubersatz gotts, das der arm Christus keyn denn diße lesterliche ehre habe, das ehr nicht Ihesus odder eyn seligmacher der menschen, ßondern eyn genug thuͤr des ungerechten ubersatzs gotts genandt [werde].