übergang,
der
;-s/–
.5.
›stufenweise gedachter Übergang von einem als niedriger erachteten in einen höheren religiösen Heils- und Seinszustand‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.), 2 (ütr.). Der niedrigere Zustand erscheint unter Ausdrücken wie anderheit
1, eigenschaft
6, mässigkeit
1; 2, minne
4, mitleiden
1, vernunft, verständnis, wünderung, kreatürliche bekennung
, auch einung
I, 4, betrifft damit den Möglichkeitsbereich des Menschen; der höhere findet sich unter andacht
1, ansehung, blosheit
2, einung
I, 5, erleuchtung
3, glanz
3, gleichung
3, götliche übersubstanzlichkeit, unmässigkeit, unweise, warheit, ewigkeit
1; 2, ewige dinge, überleuchtende güte, übersubstanzlicher glanz, überwesenlicher / liechtglänzender stram, michele der götlichen werke, götliche finsternis, götlicher einflus, füreinliche fügung, oberste hierarchie
; er bezieht sich damit auf die Bereiche göttlicher Seins- und Wesensqualitäten; auch Bezug auf den Tod als Übergang auf dem Weg zu Gott; vgl. 5; im Einzelnen bestehen Überlappungen (auch sprachlicher, z. B. polysemiebedingter Art) sowie Deutungsunsicherheiten zwischen beiden Bereichen.Obd. (meist wobd.); älteres bis mittleres Frnhd.; Texte der Sinnwelt ‚Religion / Didaxe‘.
Syntagmen:
die übersubstanzlichkeit an dem ü. unzugänglich sein, der mensch / j. durch wunderung in ü. kommen, im ü. der eigenschaft verleugnen, mit ü. aufsteigen, der geist zu einem ü. gereizt werden
; der ü. des gemütes
(mehrfach), ewiger dinge
(›zu diesen‹); der ü. in andacht / blosheit / unweise
; der einfaltige / hohe / ledige / sterbende / ungemessenliche / ungleiche ü
.Wortbildungen:
übergänglich
Belegblock:
‚Jch bin die warheit Und das Leben‘. [...] Es ist [...] alles ein ding, on das es ander namen kriegt, wenn es jm werck gehet, nemlich jnn dem ubergang oder uberfart, Denn es ist alles der einige Christus [...], denn das dis der weg sey zum Vater gen Himel zukomen, da man durch eitel creutz und tod sol gehen und sihet weder steg noch bruͤcken, weder rat noch huͤlffe der seelen, ja es fleucht jderman und erschrickt fur der uberfart.
dyß ist der eingangk. Dan so sal do gescheen ein außgang. Ja eyn vbergangk auß ym selber vnd vber yn do sollen wir inne vorleugken aller eygen schafft willens vnd begerẽs vñ wirckens.
ist es dar sv́ bevindent in irem minnenkliche anhange einunge mit gotte, noch denne vindent sv́ alsus vnderscheit vnd anderheit in der einunge zwúschent in vnd got. Wan der einvaltige v́bergang in blosheit vnd in vnwis, die ist von in vnbekant vnd vngeminnet.
Ebd.
557
: die frv́nde enbevindent anders nv́t in in denne einen minneklichen lebenden vf gang in wise, vnd dar obe bevindent die sv́ne gottes ein einvaltige sterbenden v́bergang in vnwise.
Etwenne ret der geist mit gotte, [...] vnd schowet michli der goͤtlichen werken, vnd die grede des wundrens vf gat zvͦ dem vber gang des gemvͤtes, want Richardus sprichet, das von groͤssi der wundrunge kvnt der mensche in vbergang des gemvͤtes.
Ebd.
108, 7
: Minne, dvͥ in got gat, machet ein vszug des geistes, want dvͥ minne lat die minner nut sin ir selbes mit messikeit des gemuͤtes; want der die geminnet werdunt mit vbergang des gemuͤtes, nvͥ die ir selbs nuͥt ensint, want an dir sachen, die sint vsser in selben gezogen.
Ebd.
108, 18
: Ich leben eines natuͥrlichen lebens, vnd leben nuͥt ich mit einer vbergangklichen verwandelung zvͦ vnmessikeit der ewikeit.
Ebd.
132, 1
: von der sinlichen ofnung wie vnser geist wirt mit gereizet zvͦ eim vbergange ewiger dingen.
Ebd.
163, 7
: Doch clarheit der vber luͥchtenden glanzen wirt vntschlagen dien angesichten vnser verstentnissi, nút allein von Adamas schuͥlde noch denne in dem wesenne der ersten vnschuͥlde, von der dvͥ goͤtlich vͥbersubstancilicheit ist gescheiden vnzvͦganklich an einem vbergang, dem nuͥt ze glichen ist, want der vber alle substancie ist, der ist oͮch gescheiden von aller creatuͥrlicher bekennung.
Ebd.
30
: Der minnerin berge sint die drige orden der obrosten ierarchie, das sint die Seraphin, Cherubin vnd die Tron. Aber buͥhel sint die nider orden. Der gemal „springt in disen bergen“, want so er in verre stat mit eim vnglichen vbergange, so tuͦt er, als er springe von dien alr tiefsten vnd vnzvͦganklichen beschoͮden in die vorgenanten orden des gemvͤtes.
Ze komen zuͦ erleuchtung vnd glantz der warhait, [...], sind die nachgeschriben: verguͦnst der vernunfft, mitliden im willen, wuͦndrung in ansechen, vbergang in andachtt, inwirklung in glichung, vmbfachung des kreutzes.
so macht du auffsteigen mit vngemessenleichem, gancz ledigtem vberganck oder enczuckung aines lautteren gemuͤttes zu dem v́ber wesenleichen liechtglaͤnczenden stramen goͤtleicher finsternuß.
Schmidt, a. a. O.
64, 22
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