überfüllen,
V.
1.
›(einen Graben) zuschütten; (ein Hohlmaß) bis zum Überlaufen füllen; (eine Fläche) mit etw. überdecken‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3.Belegblock:
So woulden sy dayr dye grauen Myt erden oeuer vollet hauen.
Vberfullen od’ befallen. obruere.
2.
›sich über das von der Natur vorgegebene Maß hinaus überfressen, zusaufen‹ (über Menschen kritisch, von Tieren beschreibend gesagt); zu (Präp.) 10.Syntagmen:
in allen Belegen refl.Belegblock:
Wenn sich die lüt tuond überfüllen | Tag und nacht als die aker schüllen.
all die, so sich uberfüllen und mer zuͦ inen naͤmmen, dann ir natur ertragen mag.
ain unkäusch tier, [...], daz übervüllt sich mit ezzen.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
304, 10
.3.
›jn. (die Gottesmutter) mit der als ‚fließend‘ gedachten göttlichen Gnade, mit einem als überglästig
assoziierten Licht überströmen, erfüllen‹; zu (Präp.) 10.Wortbildungen:
überfüllig
Belegblock:
von der übervülle der gotheit brach ez ûz und vlôz über in den lîp unser vrouwen und wart gebildet ein lîchname von dem heiligen geiste in unser vrouwen lîbe.
Ave Maria voller Gnad | Mit der dich uͤberfuͤllet hat, | Gott der allerhoͤchste Herr.
daz da [in der drivaltekait] ein úberoffenbar liehtriche schin ist, [...], und daz die ungesihtigen vernunft úberfúllet mit den [...] úberglestigen liechten.
si wart erfúllet mit aller der gnade die Got hatte, won dú flôz sament in si daz si gar úber fúllet wart.
Lautus i. bene conditus vel dedicatus überfüllig.