überfechten,
V., unr. abl.
›jn. / etw. (der / das als böse, verführerisch angesehen wird) kämpfend überwinden, besiegen, bezwingen‹; refl.: ›sich wehren‹; auch: ›jeden Sieg übersiegen, übertrumpfen‹; vgl. (Präp.) 2; 10.
Im 15. Jh. auslaufend; meist Texte der Sinnwelt ‚Religion / Didaxe‘ gebundener Form (teils narrativ).
Bedeutungsverwandte:
(dort 2. Nuance), ; vgl. 2, 5, , 6.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Nicod. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Sus wart der sige ubersiget | der kempfe ubervohten.
Ders., H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
swer des vleisches not | In diser werlde vorwindet | Und sich zu mir [Crist] gesindet, | [...] | Und den tuvel uber vichtet, | Dem geb ich den morgen sternen.
swer mich trutet | Und sich nach mir richtet, | Sin fleisch gar uber vichtet, [...] Der [...].
Eggers, Psalter
74, 22
(
thür.
,
1378
):
Herre, vrteile, di mir schadent, obirvicht
[
Luther
1545, Ps. 35, 1:
Streitte
],
di mich anevechten.
Stackmann u. a., Frauenlob
1, 11, 31
(Hs. ˹
alem.
,
1. H. 14. Jh.
˺):
ich
[Bezug auf Maria]
binz der gral, | da mit der eren künig den leiden übervacht.
Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
ob sîn maht daz leben mîn | doch zuo dem tôde rihtet | und er mich übervihtet.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Ihesus sprach: ‚tü das swert in, | Peter, und la din vechten sin! | Wan wer mit swerten sich úbervicht, | Vom swert man in verderben sicht‘.
Niewöhner, Teichner
201, 41
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
wer die werlt wil uͤber vechten, | der sol nicht mit ritter chnechten | cziehen dar in streites gier.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
113, 4
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Nun kom der dick gepreiset, | do er den starcken serpant überfacht.
Gille u. a., M. Beheim
284, 27
.