überfangen,
V., unr. abl.;
mit grammatischem Wechsel; s. dazu
Pfeifer
2000, 323
s. v.
fangen
.
– Wobd. / oobd.
1.
›(einen Fluss, ein Gewässer) mit Flechtwerk, Netzen überziehen, durchziehen (um Fische zu fangen)‹; auch: ›(einen Zaun) in Richtung auf ein Nachbargrundstück verschieben‹; ütr. auch: ›jn. schützen‹; vgl. (Präp.) 1; 3.
Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
1
1; 3; vgl. (zu letzterer Nuance) , .
Wortbildungen:
überfach
›Einrichung zum Fischfang (an Bachschnellen)‹ (dazu bdv.: ›Fangreuse‹; vgl. , , ),
überfänge
(Adj.) von Vieh gesagt, das sich schädigend verhält, indem es Weidegrenzen durchbricht (dazu bdv.: 2).

Belegblock:

Merk, Stadtr. Neuenb. (
nalem.
,
1681
):
kein meister [...] solle kein winkel überfachen bei erstgemelter straf.
Rennefahrt, Gebiet Bern (
halem.
,
1510
):
was schadens uß dem bekumpt, das die Aren zwuͥschen den beiden sëwen mit swellen und überfachen gevast wirdt.
Ebd. (
1524
):
das nuhinfuͥr die Aren, [...] und ander derglych wasser mit ubervachen, giessen abzuͦschlachen, [...], vaͤckruͥschen zuͦ setzen, [...] nit gebrucht soͤlle waͤrden.
Ders., Recht Laupen (
halem.
,
1623
):
die Untertanen Berns selber hatten aber
die Sensen und Sanen vast halb überfachet.
Niewöhner, Teichner
216, 243
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
si [sand Torothe] über vacht den cheiser schon.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1625
):
Wer überfenge ross, stier, stossent wider oder beissent hund hete, der soll solches, [...], understehen, daß niemand davon schäden geschechen.
Ebd. (
1694
):
es solle kein überfengs vich auf die frei gekeret werden.
2.
folgende beide Belege sind wohl als Ütr. von 1 her zu motivieren; dabei ist das Vergleichsmoment kaum zu erschließen.

Belegblock:

Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
5, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
wie das ain vackel auss ir hertzen ginge, | die pran von liechten flammen, | davon die statt sich feẅres überfienge
(›Feuer fing‹).
Weber, Füetrer. Poyt.
118, 5
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Mit dem lachen er news sich vbervinge
(›sich dem Lachen hingab‹).