überfangen,
1.
›(einen Fluss, ein Gewässer) mit Flechtwerk, Netzen überziehen, durchziehen (um Fische zu fangen)‹; auch: ›(einen Zaun) in Richtung auf ein Nachbargrundstück verschieben‹; ütr. auch: ›jn. schützen‹; vgl. (Präp.) 1; 3.Rechts- und Wirtschaftstexte.
Wortbildungen:
überfach
überfänge
Belegblock:
kein meister [...] solle kein winkel überfachen bei erstgemelter straf.
was schadens uß dem bekumpt, das die Aren zwuͥschen den beiden sëwen mit swellen und überfachen gevast wirdt.
das nuhinfuͥr die Aren, [...] und ander derglych wasser mit ubervachen, giessen abzuͦschlachen, [...], vaͤckruͥschen zuͦ setzen, [...] nit gebrucht soͤlle waͤrden.
die Untertanen Berns selber hatten aber
die Sensen und Sanen vast halb überfachet. si [sand Torothe] über vacht den cheiser schon.
Wer überfenge ross, stier, stossent wider oder beissent hund hete, der soll solches, [...], understehen, daß niemand davon schäden geschechen.
2.
folgende beide Belege sind wohl als Ütr. von 1 her zu motivieren; dabei ist das Vergleichsmoment kaum zu erschließen.Belegblock:
wie das ain vackel auss ir hertzen ginge, | die pran von liechten flammen, | davon die statt sich feẅres überfienge
(›Feuer fing‹). Mit dem lachen er news sich vbervinge
(›sich dem Lachen hingab‹).