überdrus,
überdrüssig,
Adj.;
formal zu (mit Vokal der Schwundstufe) bzw. (
der
); semantisch schwer motivierbar.
›e. S. überdrüssig, übersättigt; genug von etw. habend, gleichgültig gegenüber e. S., nicht mehr aufnahmebereit, hinsichtlich e. S. nicht mehr interessefähig‹.
Bedeutungsverwandte:
1
1, 3; 4, 2, (Adj.) 3, (Adj.) 1.

Belegblock:

Luther, WA (
1531
):
Auff der ander seiten die uberdruͤssigen rottengeister und lustern, leichtfertige hertzen mit aller lisst des teuffels da widder kluͤgeln.
Ebd. (
1532
):
Ja wir werdens dazu uberdruss und schlahens inn wind, als hette es [...] ein schuster gered.
Ebd. (
1541
):
Des kindlins söllenn wir uns frewen unnd sein nitt satt noch uberdrus werden.
Ders. Hl. Schrifft.
Spr. 25, 17
(
Wittenb.
1545
):
Entzeuch deinen fus vom hause deines Nehesten / Er möcht dein vberdrüssig
[
Mentel
1466:
so du wirdest gesatt
;
Froschauer
1531:
maßleydig
;
Eck
1537:
das er dein nit gnuͦg hab
]
vnd dir gram werden.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
24, 14
(
Magdeb.
1608
):
Vnd kompt jtzt das seculum vnd zeit wider / das man des Himlischen Manna auch vberdruͤssig [...] wird.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
si ist ein schif und ouch ein ruder | und ein adelanker zu der not | und ein wol spisende brot, | des nimant obirdruzzig wirt.
Alberus (
Frankf.
1540
):
ich bin des orts muͤd / überdrussig.
Allg. Schau-Buͤhne (
Frankf.
1699
):
Keinen geringen Verzug verursachte das wütende Meer / denn solches / gleich als ob es der langwuͤrigen Belaͤgerung uͤberdruͤssig waͤre.
Sachs (
Nürnb.
1555
):
Ich bit, wölst nit sein uberdrüssig, | Daß ich heimsuch die weißheit dein.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 8, 9
(
Hagenau
1534
):
das wir aller creaturen / sie sey so edel als sie wolle / muede / satt und uberdruß werden.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
O dencket mir nichts von Weibern, laßt sie, wo sie sind, [...], wir sind deren so vberdruͤssig vnd müde, daß einem davor billich angsten solte.
Vgl. ferner s. v. 8.