überdriessen,
V., unr. abl.
›e. S. seinen Willen aufzwingen, etw. beherrschen‹; vgl. (Präp.) 2; 8, mhd.
driessen
(;
Mwb
1, 1369
).
Wortbildungen
mit Vokal der ersten Hochstufe zum Verb:
überdries
(
der
) ›Überdruss‹;
formales Part. Perf.:
überdrossen
›e. S. überdrüssig, übersättigt‹ (dazu bdv.: , Adj., 1).

Belegblock:

Enders, Eberlin (
Wittenb.
1525
):
So yhr vberdruͤssig wolt werden zu lesen, so hoͤret auff, das nicht dieser vberdries euch zu letzt eyn grewel vnd egkel mache.
Luther, WA (
1544
):
Rotten [...], die des Euangelij uberdrossen und der grossen gnade nicht mehr achten.
Ebd. (
1532
):
wir armen elenden leute werden so bald allzu gelert und dazu so satt, muͤde und uberdrossen, das wir nicht mehr lust noch liebe dazu haben.
Ebd. (
1535
):
Wir, die wirs so reichlich und vol auff haben, sind lengest satt und uberdrossen.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
her wolt daz wazzer obirdrizen | so daz iz lize sin vlizen.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
wenn ers denn gern wolt meiden, | Und wirdts im fuͤhlen vberdrossen, | Das jener sein hat zuiel genossen.