über|2reichen,
V.;
zu
mhd.
-rîchen
›herrschen‹
();
zu
reich
›dives‹ ().
›jn., einen sozialen Stand beherrschen, übermächtigen, an Macht, Würde übertreffen; jn. überbieten, überragen‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.); 8,
2
1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , 3, 1, , 1.
Syntagmen:
j. den feind ü., der Antichrist Christum ü
. (wollen), (Christi)
natur
(Subj.)
etw. (engel-, menschenweise) ü., kein schaz ein weib ü., der adel den geistlichen stat ü
. (z. B.
in fronen, steuer, zöllen
).

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
[der
Antecrist
]
wil also vil gewaldic | Vorder wesen an der gewalt | [...] | Und wil Crist ober richen | Salomone glichen.
Ders., H. v. Hesler. Nicod. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
damit die nature wart | ledic von velliclicher art | in menschenwis hie gewetet | in engelwis dort gestetet, | und die san uberrichet, | went sie dem vater glichet | an siner hoen maiestat.
Thiele, Minner. II,
22, 55
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
eyn zúchtich wyf an wandels scarte | de enkan gheyn scatz nicht overrychen.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
Des halb ein mensch ist worden Got | den feint zu uber reichen.
Pfeiffer-Belli, Murner. Kl. Schrr.
6, 67, 21
(
Straßb.
1520
):
da gegen verschweigest / warin der adel den geistlichen stat mit sampt den stetten vnd der puerschafft vber reichet / in stüer / bet / fronen / zoͤllen.