übeltun,
V.,
unr.; teils Zusammen-, teils Getrenntschreibung; nicht sicher entscheidbar, ob
übel-
als
Subst.
oder
Adj.
/
Adv.
zu verstehen ist.
›gegen die weltliche und religiös begründete Ordnung, auch gegen die ungerechte Machtordnung handeln‹; oft subst.; vgl. (Adj.) 1; (
das
) 2; 3, (V.) 1; 2; 3.
Bedeutungsverwandte:
; zur Subst.: 1, , .
Gegensätze:
.
Wortbildungen:
übeltätung
,
übeltuer
(dazu bdv.: , ),
übeltuung
(dazu bdv.: 1, 1, 1, , ).

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Dan.
3, 32
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
und hast uns in di hende ungerechtir, snodir, obiltunder
[
Mentel
1466:
der vbergeer
;
Dietenberger
1534:
sündigen
;
Eck
1537:
der sündigsten
]
viende gegeben.
Quint, Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Der mensche hât einen vrîen willen, dâ mite er gekiesen mac guot und übel, und leget im got vür in übeltuonne den tôt und in woltuonne daz leben. Der mensche sol sîn vrî und ein herre aller sîner werke und unzerstœret und ungetwungen.
Voc. Teut.-Lat.
ii vr
(
Nürnb.
1482
):
Vbelthun od’ unkeuschen. p’stituere i. luxuriari. od’ ein frauñ od’ tochter in das hurhauß lassen vmb einen snoden gewin.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Die vbel tuͦer
[nd. Bibel um 1478:
De toeuenersche
;
Dietenberger
1534 /
Eck
1537:
zauberer
;
Froschauer
1531 /
Luther
1545, 2. Mose 22, 18:
Zeuberinnen
]
laß nit leben. Welcher do vnkeúscht mit dem viche: der sterbe des todes.
noch wachsent vil die vnkeuschunge iezabel deiner muͦter: vnd ir vbelthuͦunge
[
Dietenberger
1534:
vergiffte werck
;
Froschauer
1531 /
Eck
1537 /
Luther
, 1545, 2. Kön. 9, 22:
Zeuberey
].
Dein vbelthuͦung
[
Froschauer
1531:
schalckheyt
; Var. 1475
2
–1518 /
Wormser Proph.
1527 /
Eck
1537 /
Luther
1545, Jer. 2, 19:
bosheit
]
die straff dich: vnd dein abkerung die berespt dich.
Maaler (
Zürich
1561
):
Eim Vbelthuͦn. Dare malum.
Wedler, W. Burley. Liber
147r
(
moobd.
,
v. 1452
):
Nero sach in ains mals an vnd gedacht an die schleg, die er im in seiner jugent het gegeben, vnd er zurnet vnd begert ain rach vmb solh v̈beltätung.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Er [Thasilo] hielt auch guet gericht und peinigt die übel thuenden ser.