4.
›erbarmende, liebende Zuwendung als absolute Seins- und Wesensqualität des christlichen, vereinzelt auch des alttestamentlichen Gottes sowie der Jungfrau Maria zu den Menschen‹; dazu reziprok (seltener): ›dem begnadeten Menschen eigene Liebe zu Gott‹; als
süssigkeit
tropisierte ›göttliche Gnadengabe‹ (damit offen zu
5); die Seinsweise dieser Qualität wird auch mittels
gabe
1,
1
genist
2,
trost
2,
liebe
11,
2
lere
5 ausgedrückt und teils über Flussmetaphern sowie aufgrund ihrer nicht deutlichen Prädizierbarkeit e contrario mit Wortbildungen wie
blosheit
2,
ungenantheit, unweise
ertextet; sie gewinnt dadurch Züge der Mystik und erschwert ihre begriffliche Beschreibbarkeit;
Syntagmen:
Jesus (Christus) s. haben, jm. weisen, got, der herre s. geben
(z. B.
zu lone
),
got jm. s. bereiten, Jesus jm. die s. künden, j. s. durchkiefen
›durchkauen, durchkosten‹,
empfinden, die bitterkeit
(Subj.)
die s. minnern / verbergen
;
die s
. (Subj.)
gros / breit / mannigfaltig, unbegreifenlich, ane masse, sonder grund sein, jm. bekant, im leichnam Christi gegeben werden, von dem herren fliessen, in die sele kommen, got / der heilige geist die s. des honigs sein
;
j. der s. befinden / kosten / (ge)schmecken, die sele
(Subj.)
der (götlichen) s. schmecken, j. jn. der s. berauben
;
freude in der s. haben, Jesus sich mit s. offenbaren, jn. mit s
. [wodurch]
füren, die sele mit s. aus / in / über sich selber, in iren begin fliessen, alle dinge in s. befangen werden
;
die s. gottes, des vaters / herren, des heiligen geistes, Marien, die s. der liebe, (götlichen) trostes, (götlicher) gaben, des (himlischen) vaterlandes, der heiligen schrift, geistlicher lere
(die Genitive können teils als explikativ gelesen werden);
die ewige / götliche
(mehrfach)
/ grundlose / himlische / höchste / übergehende / unmässige s
.;
der schmak, die milte, der bach / brunne / ursprung, die flüsse / segenen der s., das befinden der s. gottes
;
Maria, der schrein der s
. (nachgestellte Apposition).