säge,
die
;
-Ø, -n/-n
;
gelegentlich Formen ohne Umlaut und mit e-Apokope.
1.
›Werkzeug zum Zerkleinern von Holz, Säge‹; metonymisch: ›Sägeblatt einer Sägemühle‹; speziell: ›Instrument zum Vollzug der Todesstrafe des Zersägens‹.
Syntagmen:
eine s. haben / fertigen / kaufen / machen / nemen, im holz liegen lassen, in dem karren haben, ein harter ast
(Subj.)
dem tischmacher die s. verhönen
;
etw. wie eine s. gekerbt sein, der fisch zäne wie eine s. haben
;
an der s. alle zäne volkommen sein, j. sich mit einer s. versehen, den baum / stam mit einer s. abschneiden, jn. mit einer s. zersägen, von einander sägen, den hirschen die hörner mit einer s. abschroten, das zimmerampt mit einer s. beginnen
;
die eiserne / grosse / hölzerne / neue / scharfe / schneidende / subtile s
.;
die zäne einer s
.;
die schneidemüle mit x sägen
.
Wortbildungen:
sägeblat
.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft. Jes. Vorr.
1173, 11
(
Wittenb.
1545
):
Derhalben er [Jesaja] auch zu letzt durch Koͤnig Manasse / als ein Ketzer vnd Verfuͤrer / sol getodtet vnd (als die Jüden sagen) mit einer Seghe von einander geschnitten sein.
Lohmeyer, K. v. Nostitz (
preuß.
,
1578
):
Da
[ans Ufer des
Omoleff
]
wer ein kornmole und schneidtmole hienzulegen mit 2 segen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
387, 3973
(
Magdeb.
1608
):
Sondern wie daß Affen Volck that / | Von einem Stadtbaw schloß ein Rath / | Vnd hat doch weder Axt noch Sege.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
112, 34
(
osächs.
,
1570
/
7
):
so soll man alsbalt den stamm mit einem messer abschneiden oder mit einem kleinem subtielen seglein.
Bell, G. Hager
274, 3, 8
(
nobd.
,
1604
):
Einen theil
[des besiegten Volkes]
lies er Runde | mit Eiseren segen gar spat | jn der mit zu der stunde | Balt von einander schneiden.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
759, 2
(
els.
,
1362
):
vier reder uf snidender segen vnd spiczer nagel gesmide daz die maget so iemerliche do uffe zersnitten wurde.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
er [Manasses] det den propheten Ysaias [...] mit einre hültzin segen in zwei segen.
Thiele, Minner. II,
12, 146
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
nun solt du mich vernemen furt in mynen synnen, | wie du mit eynr segen | des zymerampt erst solst begynnen.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern (
halem.
,
1470
):
Umb das ander werck, das si
[die Schlosser]
machen, es syen sagen, newer, gebiß, beslegin, blech [...], daͧvon soͤllen si bescheidnen lon [...] nemen.
Ders., Gebiet Bern (
halem.
,
1534
):
die [maͤsserschmide] dann von Ougspurg und andern landen clingen, stachel, nagel, amboß, sagbletter und sunst allerley harvertigent und wider verkoufent.
Seuffert u. a., Steir. Landtagsakten
2, 109, 10
(
m/soobd.
,
1469
):
zu sölhem furgenummen pawen sol die nachtpawrschaft sich selbs fursehen mit speis und mit inbringen hakchen, sag, näbiger, hawn, schaufeln, krampen.
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
,
17. Jh.
):
hat aber einer einen baum mit einer sag abgeschnitten oder durchbort, ist er seiner ehren entsezt.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
74, 32
;
203, 30
;
Helbig, Qu. Wirtsch.
5, 143, 23
;
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
8796
;
Bell, a. a. O.
219, 2, 6
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. ;
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 17, 23
;
2.
›Sägemühle‹; metonymisch zu 1.
Obd.; Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 2, 1, 1, ; vgl. .
Syntagmen:
j. die s. sperren, umgehen lassen, eine s. ane erlaubnis, um x gulden bauen / machen, besonders berechnen
;
die s
. (Subj.)
von alter recht haben, eine s. zu der müle gehören
;
holz
(Subj.)
an der s. vorhanden sein, j. bäume an die, zu der s. füren, auf der s. schneiden, ewigzins auf die s. aufschlagen, etw. zu einer s. gehören, wasser zu der s. brauchen
;
die s. oberhalb des dorfes
;
die neue s
.;
das lehen der s
.;
der weingarten, die matte ob der s
.
Wortbildungen:
sägerad
›Antriebsrad einer Sägemühle‹,
sägmeister
›Vorsteher einer Sägemühle‹.

Belegblock:

Lexer, Tucher. Baumeisterb. (
nürnb.
,
1464
/
75
):
das soll ein paumeister machen lassen und auch dasselb segrat die nechsten acht jare mit schauffeln und panten vorsehen.
Loose, Tuchers Haushaltb. (
nürnb.
,
1517
):
adi 24 settembris ließ ich 3 forhen paummen auf der seg schneiden, wurden 23 schnit.
Kocher, Rechn. Schönenwerd
361, 37
(
halem.
,
1389
):
drú hoͤlzer ze fuͤren an die sagen.
Rennefahrt, Statut. Saanen (
halem.
,
1448
):
mag reder setzen in die wasser [...] es syent muͥlinen, sagen, bloͤwen, schliffen und all ander reder, so denn das wasser triben mag.
Ders., Wirtsch. Bern (
halem.
,
1520
):
[
Hans Schuͥrch
wird gestattet,]
uff einer alten muͥlistat [...] ein nuͥwe muͥle zuͦ buwen [...] und zuͦ derselben, ouch der sagen und bloͤuwen [...] den bach und wasserruns zuͦ bruchen.
UB ob der Enns
10, 811, 8
(
moobd.
,
1380
):
oberhalb des dorffs ain mül vnd ain sag.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1600
):
Fünften sollen vilgedachte paurn solch verwilligt holz in der pfingstwochen und die sagmaister ihren thaiel in der liechtmeßwochen gewislichen und ohne fäll abfüeren.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
15.
/
16. Jh.
):
al neu mül und sag die von alter nicht recht haben die schol man sunder berechen.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1585
):
es soll ain ieder müllner sein mül und saag umb vesperzeit spörn und am sontag erst umb vesperzeit widerumben umbgeen lassen.
Boner, Urk. Aarburg
182, 3
;
Kocher, a. a. O.
359, 42
;
Kläui, Schweiz. Urbare
2, 16, 25
;
Tobler, Schilling. Bern. Chron. ;
Siegel u. a., a. a. O. ;
3.
›Kopffortsatz eines Sägefisches‹.
Bedeutungsverwandte:
1.
Wortbildungen:
sägefisch
.

Belegblock:

Bauer u. a., Kunstk. Rud.
219
(
oobd.
,
1607
/
11
):
1 junger segenvisch [...] hatt an seinem schnabl zu jeder seitten 30 zän.
Ebd.
220
:
2 grosser schnäbel oder segen von erst obgemeltem visch.