rüstung,
die
;-Ø/-en
.1.
›Bewaffnung, Gesamtheit des Kriegsmaterials, das in militärischen Aktionen genutzt wird‹; speziell: ›Kriegs-, Belagerungsmaschine‹; metonymisch: ›Rüstung des einzelnen Kriegers‹; ütr.: ›militärische Stärke‹; ›Schutz, Verteidigung mit Waffen‹; Phraseme:
j. jn. aus der rüstung saufen leren
.Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , , (der
) 4, 3, 1, 2, , 5, 1, , ; vgl. , 2, I, 2, I, 1, 2
1, , 1
2, .Syntagmen:
j. die r. verachten, das gewerf r. werfen, jm. r. bieten / schicken, r. bei der hand haben, in das feld bringen, mit seil spannen / ziehen, etw
. (Subj.) die r. betreffen
; die r
. (Subj.) jm. gehören
; macht und list js. r. sein
; j. etw. für r. gebrauchen
; etw
. (Subj.) der r. halber zugelassen sein
; j. in r. reiten / sein / sitzen, in r. hut / wacht halten, sich in r. enthalten / schicken, mit r. geschüzt sein,
[wo] erscheinen / sein
, [wohin] kommen, versehen werden, jn. mit r. stellen / zurichten, sich mit r. antun, etw. unter der r. tragen
; die r. Christi, des evangeliums
; die r. im krieg, von ros / man, pferden, leichter materie, zu der stat
; die gebürliche / gewaltige / grausame / grosse / indianische / notdürftige / volle r
.; die inspektion der r
.; kammern vol von r
.Belegblock:
zo offt wir [...] ein stewr zcu geben haben zcugesagt, sobald darnach hatt man uns rustung geboten.
So steet [...] geschuͦhet ann ewern fuͤssen mit rüstung des Euangelion von dem fride.
Der alt boͤse feind | mit ernst ers jtzt meint, | gros macht und viel list | sein grausam ruͤstung ist.
Denn der Krieg vnd Ruͤstung Christi vnd des Bapsts seines Widerwertigen, gehet eigentlich mit leren vnd Schrifften zu.
DA aber alle Moabiter höreten / das die Könige er auff zogen wider sie zu streitten / berieffen sie alle die zur Rüstung alt gnug vnd drüber waren
[
begirt von oben mit der gúrtelMentel
1466: ;
alle gerüsten vnd jre oberstenFroschauer
1531 / Dietenberger
1534: ;
obẽ herũ gürt waren mit ritterlicher gürtelEck
1537: ].
Wo man allzeit hab bey der Hand / | Beyde Ruͤstung vnd Proviant.
Soldt haltten gut(t)e hut(t) vnd wacht | In voller Rustung vor dem Thor.
und befelhen euch hiemit ganz ernstlich, das ir [...] befelhe tut, das sie sich in rustung enthalten.
[Dein Mann soll] Dich auß der rüstung sauffen lehrn.
KriegßRüstung odʼ gewerff / die mit seyl gezogen vnd gespannet wirt. [...]. Rüstung jm krieg geworffen.
Dann ouch die v ortt gruntlich bericht wurdend / das die von Zürich jn grosser rüstung warend am Zürchsee.
was sey dann vyr reystung gebruchenn zu dem krig, desglichenn mytt andern grussemen instromenttenn.
Dann da er nun seine rüstung ins feld brachte / und waren Mann und Roß mit eytel koͤstlichem golde über alle masse geschmuckt.
2.
›Gesamtheit im Alltag gebräuchlicher Gerätschaften und Werkzeuge; Hausrat‹; selten speziell: ›Kleidung, Schmuck, festliche Ausstattung‹; Syntagmen:
j. die r. anlegen / brauchen / bringen / machen / mitbringen / nemen / sehen / tragen / verbrennen / zerschlagen, in kosten erhalten
; die r
. (Subj.) [wo] sein
; j. in r. sein, pferde in r. halten, mit r. erscheinen / hinausfaren, bekleidet sein, falsche münzen giessen, etw. mit r. aufheben, jn. mit r. stellen lassen
; die r. der bauern
; die r. im haus, zu fischen / heben / jagen / tun / ziehen
; die beste / gute / hochzeitliche / purpurne r
.; die gleichheit der r
.Belegblock:
Der schreiber fur heimlich hinaus / | Mit seiner ruͤstung wie ers fand.
brachtens vil Rüstung mit, | Ein fischhamb, strick vnd schlingen, | prand wein vnd acquauit.
Also liess Decius etliche reder ufrichten; die warend vol scharfer und schnidender mässer [...]. Der [Gott] sendet von stund sinen engel darhin, der [...] dise reder und alle ruͤstung zu bulfer zerschlüg und verprant.
Rengnold ließ ein sattel bringen und ander rŭstung, so einem roß gehort.
Hochzeytliche Rüstung. [...]. Hauß in dem alle Rüstung / allerley haußradt ist.
Alle Rüstung zuͦ jagen [...]. Allerley Rüstung so die weyber brauchẽd / wenn sy sich aufmutzend. [...]. Mit einer purpurischen Rüstung bekleidt.
die fuerleut und etlich wagenheber send in schwartzen röcken, mit weiß⸗ und gelbem wullentuech verbrembt, gewesen. aber die pferdt, so an disen wägen gezogen, send nit in ainer ristung gewesen.
das solche bildtnuß der buchstabe [...] gemacht sein worden, oder auch, [...] auß gleichait der vilgedachten Instrumenten, rüstung oder bildtnuß damitt sy gemacht werde.
Schweiz. Id. –35.
3.
›Vorbereitung, Bereitschaft, etw. zu tun oder zu sein‹; im geistlichen Kontext ütr.: ›Erschaffung der Welt‹; Syntagmen:
j. die r. nicht nachlassen sollen
; j. etw. der r. halber sagen, j. jn. nach der r. berufen, etw. zur r. bewilligen
; die r. der welt
; die r. mit zierden
; die grosse / volkommene r
.Belegblock:
Nicht das man darumb solt die Rustung nach lassen, wo man sie haben kan.
Da aber der mensch nach aller rüstung der ganzen welt erschaffen ware, setzt in gott [...] in das paradeis.
Der rŭstung halb sag ich ŭch uff mine eer, das er ŭch entschŭt wott haben gegen Anthea.
Warnend und ermanend die fromm loblich herschaft von Bern [...] erst nach angefengter disputatz / und all jrer volkumnen rüstung / uns zuͦ beruͦffen.
Parat, Ein zubereytung / ein rüstung mit zierden / als wenn die Fechter ein preambl machen.
4.
›sichtbar zur Schau gestellte Emotion, Entrüstung‹; ›aufrührerische Gesinnung‹.Belegblock:
den statlichen wirten zu sagen, daz sie bei iren pflichten einem burgermeister zu eröffen, ob ye zu zeiten von iren gesten gehe rüstung, emporung oder andere arckwonige ding fürgenomen würden.
Racila [...] im ain rotten mantel und ain lainin schwaistuch gebracht, domit er sich geseubert, in wölicher ristung er die römische bottschafft verhört hat.