rüsten,
V.
1.
›etw. stabilisieren, stützen, mit stützenden Strukturen versehen‹; ütr.: ›jn. im Glauben stärken‹ (von Gott gesagt).Syntagmen:
die maurer
(Subj.) etw. r., j. nach weinachten die reben r., die hand gottes
(Subj.) jn. mit glauben / liebe r
.Wortbildungen:
rüstbaum
2
rüster
rüstnagel
rüstseil
rüststange
Belegblock:
So Gottes handt die vns erhelt, | Mit glaub vnd liebe ruͤstet.
und rust noch wyhenachten yederman sin reben mit uffziechen, schniden, sticken, binden, und versach sich nieman keiner kelty mer.
daz er ein winden seil dannent uss machen mag, und oͧch ein ruͥst seil verluͥhen.
von ainem rustnagel 6 ₰.
2.
›jn. / sich auf etw. vorbereiten‹; ›sich zur Arbeit rüsten‹; speziell: ›sich auf ein (konfliktgeladenes) Gespräch vorbereiten‹.Phraseme:
j. sich zu zorn rüsten
›zornig werden‹; etw. auf der schaufel rüsten
›etw. zur Sprache bringen, öffentlich bekanntgeben‹; sich auf die strasse rüsten
›sich auf eine Reise vorbereiten‹.Syntagmen:
j. sich r
., jn. / sich
[wozu] (z. B. auf einen botengang / weg, das geschrei, in die fart, wieder die pfeile des teufels, zu dem proces, zu der arbeit / beichte / flucht / pilgerschaft / reise, zu dem werk
) r., jm. antwort r., sich
[wie] (z. B. mit gemach, mit redreiche, von grund auf, nach solcher acht
) r., j. sich r
. [+ Infinitivsatz] (z. B. antwort zu geben, zornig zu werden, das heilige land zu besuchen
).Belegblock:
Wo nu das sterben hinkomet, da sollen wir so do bleiben, uns rusten und troͤsten.
Sie lernt so, in diesen gefährlichen Zeiten sich zu rüsten wider die feurigen Pfeile des Teufels.
er sich zu dem Heiligen land / dasselbig zu besuchen / ruͤsten wuͤrde.
montags aber sej Er khomen, sich gerust vnd wegk Ziehen wollen.
[ein jeger] menglich sich da rust | zu rennen in den walt.
Ir müessend in grăf Gannellons hus ruowen, so wend wir üch anwurt rŭsten.
Vff der schufflen hatt er selb gerüst.
Ich wird mich Rüsten vnnd beradten die schlachten oder streyt deß Keisers zuͦ beschreyben. [...]. Sich rüsten antwort zuͦ geben. [...]. Sich Rüsten mit redreyche. [...]. Sich auff die straaß Rüsten. [...]. Sich zum werck und arbeit Rüsten. [...]. Sich zuͦ zorn Rüsten oder zornig werden.
3.
›jn. / sich / etw. rüsten, wehrhaft machen, auf eine Auseinandersetzung vorbereiten‹ (von Menschen, Pferden, Schiffen und Städten gesagt); ›sich mit Waffen und Rüstzeug versehen‹; speziell: ›sich einander entgegenstellen‹.Phraseme:
die faust im sak rüsten
›sich heimlich auf einen Kampf vorbereiten‹.Syntagmen:
j. jn. / etw
. (z. B. den haufen, die brüder / knaben / männer, die schiffung
) r., der bund
(Subj.) sich r., j. jn. / etw. / sich
[wie, womit] (z. B. in sachen / waffen, mit busse / gebet, geschüz / harnisch / proviant / wer, mit einer schar, mit eimern
(bezogen auf Brandbekämpfung) / spiessen, mit gelerten / leuten / rittern, mit macht und gewalt, mit allen dingen
) r
., sich
[wo, wohin] (z. B. auf den se, in stätten
), [worauf, wozu] (z. B. auf einen studenten, gegen einander, in das feld, wieder den armen, zum krieg / streit / sturm, zur schlacht / wer, zu kriegen
) r
.; sich r
. [+ Infinitivsatz]; als part. Adj.: wol gerüstet, die gerüsteten pferde
.Wortbildungen:
rüstgulden
˹, ˺ ›Waffenkammer‹.
rüsthaus
rüstkamer
Belegblock:
Der teüfel rüst sich nit mit schlechten leüten, sonder mit den gelerten.
Aber Saul vnd die menner Jsrael kamen zusamen [...] vnd rüsteten sich
[
richten die spitzMentel
1466 / Eck
1537: ]
zum streit gegen die Philister. WJr muͤssen dennoch auch zeit haben / | Zu mustern vnd ruͤsten die Knaben.
Drumb laß dich nit eins solchen gluͤsten, | Wider den armen dich zuruͤsten.
er solte jhn auß seiner gnaden Ruͤstkammer versehen lassen.
Die bösen knaben gewunnen lust, | auff den studenten man sich rust | Sie schossen jm nach seiner brust.
mit buchsen, langen spiessen und prophand wol gerust.
das sj sich mit gweer / harnascht / und gschütz allso rüstend.
Ebd.
539, 18
: allenthalb die jren hattend gheyssen gerüst syn / und [...] all schiffung uff dem see gerüst.
rústent sich ouch teglichen in iren sachen in stetten.
ruͤsthauß / n. ruͤstkammer / f. Vn arcenal.
wenn sy antziehen, für sold, speyß, schäden vnd alle sachen all wochen ain reinischen guldin vnd dartzuͦ anfangklich ain ruͦstguldin.
rüsteten auch vnser Kam̃er [...] mit Büchsen / Woͤhren / Tartschen ec. also zuͦ / das sie mehr fur ein Rüst dann Schlaffkammer [...] hette moͤgen gehalten werden.
Armirn, sich ruͤsten / schicken / mit waffen vnd wehr sich versehen / bewapnen.
Menelaus sich ward rüsten | manlich mit seiner schar.
Heinrich von Beirn [...] sich rust in das konigreich zuͦfaren.
4.
›etw. für einen bestimmten Zweck gebrauchsfertig, einsatzfähig, bereit, nutzbar machen‹; speziell: ›etw. herstellen, zubereiten‹; ›etw. verkaufsfertig machen‹; zur weiteren Ausdifferenzierung vgl. –46.Syntagmen:
etw
. (z. B. den apfel / fisch / han / hanf / lemkloz / senf / sessel / wagen / weg, die ban / hochzeit / salzrinne, das ding / holz / kleid / land / werk, das goldene wasser
›Zuckerwasser‹, die pfannen
›Leitungsrohre für Sole‹) r., holz / kole an das feuer, ein kleid auf den kauf, rüben im hafen, äcker zur sat r
.Belegblock:
liessen sie den Senff also bald anruͦren vnnd Ruͤsten.
hat dieselb hawptmanschaft ein wagen mussen rusten, darein mein mül czu Schnigling gehort.
min botten schick ich voran, | Der breitten, rüsten sol die ban.
5.
›jn. / sich / etw. schmücken, herausputzen, prachtvoll ausstatten‹.Belegblock:
Es war auch auff ein besonder art / | Mit einer Wisels haut verwart / | Die war mit Spangen also besetzt / | [...] | DJe andern [...] | [...] | Hatten sich nicht minder gerust.
HOch / wolgeleert / fürnemen / frommen | darum wir also gerüst har kommen.