rübe,
die
;–/-n
;rabe,
räf,
riebe,
die
; –/-n
+ Uml.1.
›Gemüsepflanze, Futterpflanze mit dicker, runder, spitz zulaufender, fleischiger Wurzel‹; meist: ›Brassica rapa, Rübenkohl‹; auch: ›Brassica napus, Repskohl‹; ›Beta vulgaris, Runkelrübe‹; selten speziell: ›Daucus carota, Möhre‹; ›Bryonia, Zaunrübe‹.Zur Sache:
Marzell
ff.; 657ff.; 683f.; 2, 52f.; 5, 464; 589.1, 636
Syntagmen:
rüben bauen / pflanzen / säen / ziehen
; rüben
(Subj.) aus irem eigenen samen werden, in dem feld wachsen
; jn. in rüben zu schaden ergreifen
; rüben im satfeld
; die lange / wilde / zame r., gelbe / rote / welsche rüben
; das kraut von rüben
.Wortbildungen
(im Bw sowohl rüb(e)-
als auch rüben-
belegt): ˹, ˺ ›Ackerland, auf dem Rüben angebaut werden‹,
rübeland
rübenacker
rübherbst
Belegblock:
die zehend ruth an rüebeneckern wirdt im kleinen zehenden geben und vom dorf hinauß gemeßen.
Also die fraw irer geytzigkeyt betrogen ward, und dem pfarrer biß in rübherbst die red verhielt.
Rüben werden aus ihrem eigenen samen.
sonder so ainer [bawmann] kraut oder rüeben in ainem theilwingart zeucht, würdt er nach vermög der herbstordnung gestraft.
Von den Rüben. Die seyn czweyerley, wilde vnd die yn dem gebawten felde wachsen.
welcher oder welche jemands [...] im feld in rieben, kraut oder erbissen zu schaden funden und ergriffen werden, der oder die sollen jedes 5 ß h straf verwürkt haben.
2.
›dicke, runde, spitz zulaufende, fleischige Wurzel der Gattung Brassica als Nahrungs- und Futtermittel‹; totum pro parte auch: ›Nahrung‹; häufig im Orientierungsfeld mit anderen Gemüsesorten und einfachen Speisen wie , , , 2, , (das
) 2, pfebe, retich, weiskraut
; gelegentlich als Arznei, Badezusatz u. dgl. gebraucht; in Rechts- und Wirtschaftstexten meist unter abgaberechtlichen sowie ernte- und handelsbezogenen Aspekten behandelt; Metonymie zu 1.Phraseme:
beschorene rübe
›geschorener Kopf‹ (als pars pro toto für ›Mönch‹); eidschweren
(Subj.) sanfter sein als rüben graben
(sprichwörtlich).Gegensätze:
.Syntagmen:
rüben abschneiden / (aus)graben / ausziehen / einbringen / essen / herausraufen / kochen / stelen / umfüren, gerne fressen, feil rufen, in einen keller einschütten, in den zehenten zälen
; die r
. (Subj.) blähen, an der art feucht / kalt sein, die rüben teuer sein
; js. antliz als eine r. sein
; bilder aus rüben schnitzen, jn. in rüben sieden, sich mit rüben behelfen, der zusaz (von den bädern) von rüben sein
; rüben für die haushaltung, mit butter
; eine verdorte r., braune / ganze / gedörte / gekochte / geschälte / geschnittene / kleine / kurze / weisse rüben
; x scheffel / tonnen rüben
; ein napf vol rüben, balneum von rüben
.Wortbildungen
(im Bw der Zusammensetzungen sowohl rüb-
als auch rüben-
belegt): reps
rübenhechel
˹, , ˺ ›die Blätter einer Rübe‹,
rübenkräuticht
rübgras
rübkraut
rübenöl
rübensaft
rübensak
rübenschale
rübenzehent
rübgräbel
rübkuchen
˹, ˺ ›Krauthobel, Krauthacke für Rüben‹,
rübscharbe
rübscherre
rübschniz
rübwasser
Belegblock:
44 tonnen baischsalcz, rubenole von 6 scheffel.
1000 ruebkoecken 20 st., buten dubbelt.
Sonderlich auch das kraut und rübenkreuticht im herbst an treuge ende dünne aufgeschüttet, das es nicht vorfaule, mit rath furs vieh von tag zu tage vorfüttert.
Sein Mutter hab In Zu Ruben stelen geZogen.
Vil leut Got nach lauffen mit red und gewesch | als ein gans nach jrem genesch, | nach dem wagen umb ein rubschnicz.
in allen dingen der werld, so habt lieb jung ding, new vnd frischz, ez sey an huͤnern, [...], an weibern ader an crewten ader an ruben.
Rubgras oder rubkraut. rabaculus.
Weyl die alten gesaget haben, | Sänfftr sey eyd-schwern, denn ruben graben. | Kein eyd-schwern sol mir sein zu schwer.
Der vor nit wolt die ruben essen, | Muß endtlich den rubgräbel fressen | Und leiden mancherley ungmachs.
Gurglwasser machen. Recipe ruebn schal, sawber geschelt [...] vnd las dj wol siedn.
es ist nit guͦt rieben graben mit kappen zippfeln
(hier doppeldeutig als sexuelle Metapher). [›Mönchskutte‹],
als man saitEin Korb mit ruͤb noppen sint gesotten | Sie wend wir dan yn den kumpost legen.
[Wie man] die beschornen buͦben | Sieden solt in braunen ruͦben.
Das wort schmutzkolb | vnd hippenbuͦb, | Vnd auch darzuͦ ein beschorne ruͦb, | Vnd andere woͤrter [...] | Die tütschen sprachen bringen her, | Die lassen sich gar latinischen nit.
doch ist zewüssen, das man kein embd, noch ruͤben zenden gitt.
von der raͤben und ruͤben wegen, so sy umbfuͤren und in der statt veil ruͤffen.
Do zoh in [Bertschi] Fritzo durch die äschen | Mit ruobwasser heiss gewäschen | Und fartz im dristund in den mund; | Also ward der minner gsunt.
der zusaz [von den gemachten bedern] sol sein von rübenkraut, rübschnizen oder von ganzen rüben, von pastinak, von mörlin kraut.
Das zwerglin trat mir mit aim fuͦs | Untugentlich uff minen nack | Und wielcz mich als ain rüben sack.
[Spenacz] ist besser narung dann die byessen oder der repeß.
Ebd.
149, 6
: wann man sy [lynsen] sewdet mit gersten, byessen, spenacz oder ryepeß, so seyn sy eyn gute speyß.
[sein her und haubtleut] stalen sich wider haim durch die land, behalfen sich mit den raben, so noch auf dem veld stuenden.
Von holtz- und träxelwerch. [...] maußfallen, rubenhächel, kochlöffel.
auff das sollichs [...] also zuͦ einer teglichen speyß als Retich und ruͤben unerlich gehalten und gar verachtet werde.
so sollicher grüel seins beckenbrots oder riebschnitzs nit allein unns berauben wolt des hoͤchsten schatz des fronleichnamß und bluͦts Jesu Christi.
i ruͦbscherrẹn.
3.
in phrasematischen Wendungen meist bildlich als Vergleichsgröße: ›Minderwertiges, Wertloses‹.Phraseme:
etw
. (Subj.) keine rüben sein
›nicht viel wert sein‹; rüben
(Subj.) in den bauern gehören
(sprichwörtlich); jm. die rüben unversengt lassen
etwa: ›jm. kein Haar krümmen‹; rüben birnen sein lassen
›es gut sein lassen, nachgeben‹; ˹rüben für feigen essen
; rüben den feigen vergleichen
˺ ›etwas Minderwertiges für etwas Kostbares halten‹; etw
. (Subj.) nicht um eine rübe war sein
als Verstärkung einer Negation; nicht wissen, was die rüben gelten
›noch nicht einmal das Nächstliegende (nämlich den Preis eines Grundnahrungsmittels) kennen‹.Wortbildungen:
Belegblock:
damit dem Propheten Heliseo kein leid widerfuͤre und sie [feinde] jm (nach gemeinem sprichwort) die Ruben unversenget liessen.
ES geht nach dem sprichwort der Buben / | Jnd Scheun gehoͤrt Hew / in Bauwren Ruben.
Ebd.
169, 3870
: So viel bekemen frembde Leut / | Auff einen Kuchs quartal außbeut / | [...] | Das weren warlich keine ruben.
Deswar nicht um eyne rube! | Wan der tote lichnam nicht | Hat der lebende sinne phlicht.
Der [freyhart] in [bawer] noch mehr fatzt an den ortn; | Wann er hett der spötterey kunst, | Hießn ein sewbayrn und rubendunst.
Darumb londt wir vns doctor schelten | Vnd wissendt nit, was die ruͦben gelten.
Ach armen rüebentröscher, ir schumkellen, | Hörend uf, die eselsoren regen! | Ir könnend weder gagsen, noch eier legen.
do name er sich selbs ganz güetlich von seinem zorn und liesse rueben pieren sein.
Du ist noch wol rueben für feugen.
Lichtenstein, Lindener. Katzip.
214
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