räuberei,
die
;
-Ø/-en
.
1.
s. 1.
2.
›räuberisches (sowohl rechtlich wie moralisch disqualifiziertes) Handeln einzelner Personen und Personengruppen‹; metonymisch: ›Raub im Sinne eines schweren Diebstahlsdeliktes‹; zu 2;
vgl. 2.
Bedeutungsverwandte:
1, , ˹, 2, ˺ (subst.).

Belegblock:

Luther, WA (
1524
):
Nicht das ich damit die strassen reuber [...] will entschuldigt odder urlaub geben haben yhrer reuberey zu treiben.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1563
):
Darumb sie auch solcher irer reuberey mit einem vermeinten nammen ein mentelein [...] umbzuͦhencken understehen.
Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
darumme so czoch her vor das sloss dryborg [...] unnd belag das umme rouberige willen der hern von salcza, dy den lantfrede nicht stete halden wolden.
Kohler u. a., Bamb. Halsger. (
Bamb.
1507
):
furter bey dem [artickel] C sol er die vbeltat: als mordt, rauberey, dieberey, mordtprant [...] auff das kurtzst anzeygen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
auch ward hie enthaupt unser burger ainer [...] von rabery wegen.
Uhlirz, Qu. Wien (
moobd.
,
1469
):
weil er hoch und vast bezicht und verdacht war, dass er vil raubrei und diebrei getriben und gehandelt solt haben.
v. Ingen, Zesen. Ros.
92, 29
;
Aubin, Weist. Hülchrath ; ;
Winter, Nöst. Weist. ;
Rwb  f.
3.
›Gesamtheit der mit Gewalt einhergehenden, den Einzelnen und die Gemeinschaft existentiell schädigenden und den allgemeinen Frieden bedrohenden Raub- und Diebstahlsdelikte‹; bezogen auf sämtliche an einem Ort und / oder innerhalb einer für den Sprecher überschaubaren Zeitspanne begangenen Vergehen; im Sinne eines sporadisch auftretenden, zeitlich befristeten, extrem negativ bewerteten Phänomens auch: ›Unwesen, Plage, Übel des Straßenraubs, der Wegelagerei‹;
vgl. 2; 3.
Bedeutungsverwandte:
,
1
1, 2; vgl. .

Belegblock:

Altmann, Wind. Denkw. (
wmd.
,
um 1440
):
dovon in aller cristenheit vil irrunge uferstunt krieg brant roberige ketzerige.
Foltz, UB Friedb. (
rhfrk.
,
1405
):
Wan wir nu von gnaden des almechtigen gots dorzu geordent sin, solichen rauberyen und ubelteden
[die auf
des heiligen richs straßen zu wasser und zu lande
überhandnehmen]
zu widersten vnd allen des richs undertanen frieden und gemache zu bestellen.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
203
(
Nürnb.
1517
):
Daraus erwachsen absunderung der reiche, zank und hader, plackarei, rauberei [...].
Franck, Klagbr.
228, 42
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
Wirt dann der gwalt des schwerts / mit dem man rechtlich das vbel straffenn solt [...] als diebstal / rauberey / todschlag / rotterey vnd verpündnus / von diser schnoͤden eebrecherischen art hingenomen?
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
175, 18
(
moobd.
,
1520
):
nachdem [...] die rauberey und die pösen haimlichen reitterey in bestimbtem ertzhertzogthumb dermassen uber hannde genomen, das schir niemands auf den strassen sicher hin und wider hanndln und wanndln.
Hertel, UB Magdeb. ;
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Rwb  f.
4.
›gewaltsame Land- und Herrschaftsnahme‹;
vgl. 3.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 6.

Belegblock:

Luther, WA (
1529
):
Und ist also ynn der warheit der Turck nichts denn ein rechter moͤrder odder strassen reuber [...]. Andere Koͤnigreiche nennet .S. Augustinus auch grosse reuberey.