abschälen,
1.
›etw. ab- oder herausschälen; etw. herauslösen; etw. abstreifen (jeweils im konkreten Sinne)‹; vgl. die Ütr. unter
2;
2;
3;
4;
5;
Bedeutungsverwandte:
(V.)
2.
Belegblock:
Abschelẽ vulgariter schniden Decorticare significat corticẽ remoue’.
Schade, Sat. u. Pasqu.
(
1525
):
was gebt ir in anders dann euer abgeschelte vischgreter, tellerprot, abgeschnitlich.
Ziesemer, Proph. Cranc. Ez.
24, 5
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
syn gebeyn mittin darinne wart gar und schelete sich ab.
Mayer, Folz. Meisterl.
(
nobd.
,
1517
/
8
):
Mag isidüs im dot abscheln | Sein vedern.
2.
›sich abzeichnen, sich ergeben‹.
Belegblock:
Hübner, Buch Daniel
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Sich wil ouch abeschelen | Nu des capitels ende | Hie sine rede wende.
3.
›jn. absondern, ausscheiden, verwerfen‹ (als Gegensatz zu
).
Belegblock:
Mayer, Folz. Meisterl.
(
nobd.
,
1517
/
8
):
Last uns im dancken seiner quel, | Der für uns gab sein eygen sel, | Das er ewig uns nit ab schel, | Aüf das wir dort nyt werffen fel | Sünder für sein lib freünt erwel.
4.
›etw. der mystischen Heiligung Entgegenstehendes ablegen, von sich legen, überwinden, sich von etw. lösen‹;
Leitwort Meister Eckharts.
Bedeutungsverwandte:
3,
7,
12;
5;
6.
Belegblock:
Quint, Eckharts Pred.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
dâ von enist kein rât, man enschel und enscheide abe allez, daz der sêle ist: ir leben, krefte und natûre.
allez abegescheiden und abegezogen und abegeschelt daz dâ nihtes niht enblîbet dan ein einic ‚ist’.
Diu sêle muoz geliutert werden [...] und alles abegescheiden werden und abegeschelt, daz vremdez ist an der sêle, und ouch ein teil, daz si selber ist.
5.
›von etw. abstrahieren, etw./jn. in seinem reinen Wesen fassen‹; anzuschließen an
4.
Belegblock:
Quint, Eckharts Pred.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Die besten meister sprechent, daz diu vernünfticheit schele alzemâle abe und nimet got blôz, als er lûter wesen ist in im selben.