substanz,
vereinzelt auch
substanzie,
die
;
-Ø/
-en
, auch
.
1.
›Existenz-, Seins-, Werdensgegebenheit eigener, von anderem unabhängiger Art, Selbstheit‹; dieser hoch bewertete Status (damit offen zu 2) kommt in erster Linie dem christlichen Gott in seinen Personen Gott (Vater), Sohn, Heiliger Geist, auch im Sakrament des Abendmahles, ferner der Mutter Gottes sowie (vereinzelt) der Entität ›Mensch‹ (gleichsam als Universale) zu; er schließt zeitenthobene Qualitäten wie , 8, 3, 2, 1, (Adj.) 2; 7, (Adj.) 9, , , , ein (vgl. zusätzlich die Substantive unter der Position Bdv.), und zwar im Unterschied zu den als geringerwertig geltenden zeitgebundenen Qualitäten wie (Adj.) 2, 1, , , , (falls diese Qualitäten nicht ihrerseits der im hier behandelten Sinne entspringen); von diesem meist belegten Gebrauch leiten sich Bezüge auf das ›Wesen der
dinge
‹ her (sofern sie dieses aus der
substanz
1 nehmen); auch ›Abstraktgegebenheiten profaner Natur‹ (z. B. ein Berg, ein Haus) können im Sinne von ›Bild, Begriff, Essenz e. S., unter das / den / die eine Einzelgegebenheit fällt‹ als
substanz
semantisiert werden. In diesem Gebrauch verbinden sich antik philosophische, mystische, christliche Traditionen. Die Klarheit der Abgrenzung gegen die folgenden Ansätze ist für viele Einzelbelege diskutabel.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
8, 274
–276;
Mittelstraß, Enzyklopädie [...].
4, 2004, 133
;
Hist. Wb. d. Phil.
10, 1998, 511
ff.
Texte der Sinnwelt ‚Religion / Didaxe‘.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
brot seine s. behalten, got aus einem ding zwei substanzen machen
;
einem menschen s. zugeworfen sein
,
got
(als
substanz
)
sich geistlich in das fleisch gegossen haben
;
eine
(Zahlwort)
s. und drei mächtigkeiten sein
,
der vater s. sein, das götliche wesen, die drei personen, geist / sele eine s. sein
;
der son derselben s. sein
(
so
›wie‹
der vater
),
etw. (die akzidentia) ane s. wunderlich bleiben, got die sele aus sein selbes s. gmacht haben, (Maria) in der s. mit dem sone eins sein, ein engel in seiner s. ein geist sein, j. etw
. (z. B. einen Berg)
in seiner s. sehen, nicht sehen mögen
(dies bezogen auf die
sonne
),
alle dinge in der s. wesen nemen, unser geist in der s. etw. gleicher gleichheit haben, im sacrament seinen leib, sein blut nach der s. geben, got
(Akk.obj.)
in seiner s. nemen (sollen), der son von des vaters s. sein, alle dinge von der s. (des vaters) geschaffen sein
;
die s. des brotes / nachtmales, der messe, des spiegels
(›im Spiegel erkennbares Allgemeines, das Essentiale‹),
des vaters, der sele, der götlichen vernunft
;
die abgescheidene
›unstoffliche‹ /
blosse / götliche / lautere / menschliche
(bezogen auf die Gottesmutter) /
ungeteilte s
.;
die änderung / essung der s
.

Belegblock:

Luther, WA (
1520
/
1
):
dießer aber der hoͤhiste, beste, sterckiste und kurtz umb die gantz substantz, weßen und grund der heyligen schrifft ist also, das, wo man den abethet, were die gantze schrifft schon nichts.
Ebd. (
1528
/
9
):
Es ist nicht der Streit von der Substantz oder Wesen der Creaturen, was die Sonne, Mond und andere Creaturen fur wesen haben, sondern [...].
Ebd. (
1533
/
4
):
die gantze Schrifft bezeugets, das nicht mehr denn Ein Gott sey, darumb mus die selbige unterschiedene person doch vereinigt sein mit dem Vater jnn einem einigen Goͤtlichen wesen odder substantia.
Karlstadt, Beide Gestalten B
1r
(
Wittenb.
1521
):
Der dritt. das vns Chrstus mit gestalten nit mit substantz / des brots wolt speißen.
Ebd. B
2v
:
brott behelt sein substantz / eß bleibt weßenlich brot.
Ebd. B
3r
:
Also ists got nicht minder muͤglich / das er mit einem wortlein [roße] / tzwu substantz / ein ding macht / vnnd lesset yedem seine eygen weßen bleiben.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Diu êrste [wîse], diu des wesens allermeist hât, dâ alliu dinc wesen inne nement, daz ist substancie, und daz leste, daz des wesens aller minnest treit, daz heizet relatio.
Gropper. Gegenw. (
Köln
1556
):
das er im Sacrament / eben denselbigẽ seinen Leib / Vnd eben dasselbig sein Bluͦt / Nach der Substantz vnd warem wesen gebe / wolchs vor vns gecreützigt vnd vergossen worden ist.
Strauch, Par. anime int.
19, 21
(
thür.
,
14. Jh.
):
alse dri personen sint in der gotheit und ein substantia oder wesin, also ist in Christo ein persone und dri substancie oder wesin, daz ist gotheit, sele und lip, und noch disin drin substancien oder wesin hait her dri gebort.
Ebd.
97, 15
:
der vader ist ein bekentlich nature in ume selbin und fluzit in ume selbin in sinir nature, e dan he kenne oder icht wolle, und fluzit mit alle deme daz he ist, substancie, wesin und nature, alliz daz etwaz in Gode ist.
Gille u. a., M. Beheim
439, 108
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
daz allen wolust und ach sussikait | in im
[dem
brot
]
verslossenlichen trait | deiner supstancz begynnen.
Ebd.
440, 44
:
[Du speis vil fron,] ain lab der sel und ain speisung | der engel in der ewikaite. | Und ab geschaidener supstancz | ain essung und ain nerung, | in den die engel all zeit gancz | zu sehend hand pegerung.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
Dar um glaub lauterlich und pure | Sein menscheit an genomen in die clar gotheit | On all endrung yder substancz.
[Du] in der menschlichen substancz | Eins mit dem sun, das die leiplich vernunfft | Begreiffet nit durch ewsser sin, | Hillff, jungfraw rein, das [...].
Reichert, Gesamtausl. Messe
85, 25
(
Nürnb.
um 1480
):
Nicht geschaffen, aber gebornn von der substantz des Vaters, durch den alle ding geschaffen sind.
Fastnachtsp. (
nürnb.
,
v. 1486
):
Plest aber er [got] engel von im, | So weren sie gots wesen von im | Und weren gotlicher substanz.
Sachs (
Nürnb.
1562
):
Wie der son gottes auch wer gantz, | Auch von gottes vatters substantz.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
daz goͤtlich wesen, von dem geseit ist, daz ist ein soͤlichú vernúnftigú substancie, die daz toͤdemlich oge nit gesehen mag.
so muͦss in der gerivierten drivaltekait sin dú aller obrest und nehst mitwesentheit, die hoͤhste glichheit und selbsheit des wesens, daz di personen hein in inneblibender usgossenheit nah ungeteilter substancie, ungeteilter almehtikeit der drier personen in der gotheit.
da bi man min [der Ewigen Wisheit] gegenwúrtikeit mag erkennen, als die sunnen bi ir glaste, die man doch an ir substanci nút sehen mag.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
Nu sint drú ding hie, daz eine klebet an der naturen in fleische und in bluͦte, als die liplichen sinne und sinnelicheit; das ander daz ist die vernunft; das dirte das ist ein lutere blosse substancie der selen.
dis werk diser uͤbung gebruchet Got selber, und goͤtlich substancie die dar umbe goͤtlich heisset, von dem teile das si von Gotte nement.
Illing, Albert. Sup. miss.
2521
(
els.
,
n. 1380
):
Herre, gedenke, was ist mine substancie? [...] got der schoͤpper vnd das ewige wort des ewigen vaters ist moͤnsche worden. Vnd hie von ist kuͥntlich, das wir in ime sint vnd er in vns, sit er sich geistlich gegossen het in das fleisch, das wir do mitte transformiert vnd verwandelt wuͥrdent in vnbruͥchlicheit.
Lauterbach, Orhein. Rev. (
nalem.
,
v. 1509
):
Zuͦ wissen, daß man drÿerleỹ soll in der substanz des brotz verston, [...]. „wo ist ein teil, do ist der gantz lib in der substantz“.
Warnock, Pred. Paulis
5, 66
(
önalem.
,
1490
/
4
):
zwo creaturen. Die ain war gantz liplich, daz sint die unvernuftigen tyer; die ander gantz gaistlich, daz sint die engel. Ain engel ist in siner substantz ain lutrer gaist, hat gantz nútz liplichs an im.
Ebd.
8, 51
:
won als ain gottlich wesen ist und dry persona, also ist ain substantz und wesen der sel und dry mächtikaiten: memorativa, intellectiva, et voluntativa, die gedachtnus, verstentnus und der will.
Sudhoff, Paracelsus (
1531
/
5
):
die kleine welt aber ist der mensch, derselbig ist auch beschlossen also mit einer haut, auf das sein blut, sein fleisch und was dan der mensch ist, nit in der gemeinschaft sei der großen welt, das ist das seine element nit berüren die eußern mit der substanz.
Schmidt, Rud. v. Biberach
5, 20
(
whalem.
,
1345
/
60
):
want an einem menschen ist geist vnd sel ein substancia einveltigen wesines, doch zvͦ eim vnderscheide zwen teil, ein niders vnd ein oberst.
Ebd.
14, 7
:
dar vmbe mvͦs vnser geist etwaz han gelicher gelicheit mit ewigen dingen vnd oͮch mit zitlichen; mit ewigen an siner substancia vnd wesenne.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
12, 9
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
Swer sich dar zuo pint, daz er in die gotlichen heimlicheit Christi zwei substancien oder zwo personen (infuert), daz si verbannen. [...]. Nu ist „diu substancie“ daz selbe daz daz selbestande ding ist, daz da eigen ist der selbestaung.
Sappler, H. Kaufringer
28, 21
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
ain hauss, ain berg, ain statt gemain, | das sicht man alls in der substanz | des klainen spiegels gar und ganz.
Andreae. Ber. Nachtmal
28r, 16
([
Augsb.
]
1557
):
von der substantz des Nachtmals / das ist / was das haylig Nachtmal sey.
Ebd.
49r, 6
:
mag das woͤrtlein (Gaistlich) verstanden werden / Als ob Christus nicht mehr den leib nach der Substantz vnnd wesen hette / so vor seiner herrlichen Aufferstehung von den Todten / ain natülicher
[sic!]
leib genañt.
Rot
354
(
Augsb.
1571
):
Substantz, Ein bestehung / bestendig ding / das wesen eins dings.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
7, 44
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Palmen aller maide werde | traist du sunder, kain substanz
[›nichts‹]
auf erde | noch under dem himmel geleicht sich dir.
Reithmeier, B. v. Chiemsee (
München
1528
):
Nit daz der leib oder pluoet christi, des prots oder weins farb, geschmach, form gestallt oder sonst andere zuoefallende ding (genennt accidentia) an jme habe, sonder dieselben accidentia beleiben do wunderlich on alle substantz.
Quint, a. a. O. ;
Sermon Thauleri
13va, 28
;
Bihlmeyer, a. a. O. ;
Warnock, a. a. O.
5, 84
;
8, 30
;
Andreae. a. a. O.
22r, 7
;
Boot, Cassiodor. Hist. Eccl.
69, 3
;
Buijssen, Dur. Rat.
18, 18
.
2.
›Kern, Hauptaussage, zentraler Gehalt, Inhalt (meist: eines Textes); Lehre (z. B. des Lebens e. P.); hohe Bedeutung, Wahrheit, Verpflichtung einer Aussage‹.
Bedeutungsverwandte:
1, , (
der
) 1, 3, 3, .
Syntagmen:
die s. einer historie / legende
e. S.,
des lebens
e. S. / e. P.; mit explikativem Gen.:
die s. der warheit
;
die änderung der s
.

Belegblock:

Köbler, Ref. Wormbs
89, 31
(
Worms
1499
):
So auch der bestender [...] durch den verlyher oder Schultherrn verhindert wurde mag in obbeschribener form gegen dem verlyher oder Schultherrn mit enderung der substantz nach gestalt der sach clag fürnemen.
Roder, Hugs Vill. Chron. (
önalem.
,
1524
):
hinderm huss Ossterrich kain wainung zuͦ haben uff das allerkurtzt. Ist das die substantz Kentzingen halb.
Jörg, Salat. Reformationschr.
37, 26
(
halem.
,
1534
/
5
):
das ouch das buͦch taͤglich under der hand zuͦ groß ward / damit nit der setzer und laͤser den costlichen schatz der zytt unnutzlich verzertend und übel anleytend / ouch der substantz der warheytt hiemit nüt entzogen.
Ebd.
52, 1
:
Substanz und kurtzer begriff / der rechten waren historj / legend / und lebens / des fromen / saͤligen Eydgnossen / bruͦder Niclausen.
3.
›Materie, Stoff, aus dem organische wie unorganische Gegebenheiten (sehr unterschiedlicher Art) bestehen oder die stofflich gedachte Eigenheiten aufweisen‹; das
erscheinen
der
almächtigkeit
auch in der
geistlichen
(statt nur der
leiblichen substanz
; s. u.
Warnock
) präsupponiert einen Rest stoffbezogenen Denkens auch für das
geistliche
; schwach belegt (am ehesten hier anschließbar): ›Besitz, Habe; Reichtum‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1,
1
(
das
) 1, 1, 1, 2; 4, 4; 6, 1, .
Syntagmen:
männer ire s. vertun, j
. (Gott)
eine s. vertilgen
;
Christus keine substanz sein
;
zwei substanzen ungleich, miteinander zusammengefügt / vereinigt sein
;
asche eine s. sein
;
durch die s. etw. gleich dem mülstaub erscheinen, narung den samen in der s. halten
;
die s. der natur
;
die geistliche / irdische / leibliche / merkurialische s
.,
brot nach seiner s
.

Belegblock:

Luther, WA (
1530
/
2
):
denn bliebe Zucker Zucker und wasser schmeckte und were auch wasser, und bliebe ein jgliches nach seinem wesen und substantz, aber wenns durch einander gekocht [...] oder vermenget wird, so wesserts nicht mehr, sondern es honiget und zuckert.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
68, 12
(
Frankf.
1535
):
Die blüm des steyns heyßt Fuca / an jm ist ettwas das scheinett durch seine substantz gleich dem mülstaub.
Ebd.
122, 4
:
Asch die kompt von den obgesagtenn verbranten stucken / vnnd ist ein irdische substanz / dürr vnd zuhauff gelegt / [...] / darumb auß einem grossen ding / vmb verzerung willen der materi / wirt gar wenig esch gemacht.
Schwartzenbach (
Frankf.
1564
):
Vnvermindert / auch vngeergert der rechten substanz vnd wesenligkeit.
Franck, Klagbr.
227, 28
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
nachdem sy [menner] ein mal frembde leib haben schwanger gemacht / so helffen sy verschwenden vnd verthunen der selben menner substantz / das sy verderben.
Illing, Albert. Sup. miss.
120
(
els.
,
n. 1380
):
Wie wir ein geist mit gotte werdent. Daz ist doch nút zuͦ uerstonde noch der substancien oder naturen. me es ist zuͦ verstonde noch gnoden.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel Var. (
Straßb.
1466
):
Wann auch nach siben tagen ich regen auff die erde .xl. tage vnd .xl. nacht: vnd ich vertilg alle die enthabung
[Var. 1483; 1490; 1507; 1588:
habe oder substantz
; nd. Bibel um 1478:
geschippenisse
, 1522:
substancien
;
Luther
1545, 1. Mose 7, 4:
was das wesen hat
]
die ich hab gemacht von dem antlitz der erde.
Warnock, Pred. Paulis
6, 38
(
önalem.
,
1490
/
4
):
Ze dem andren erschint die almachtikait in dem, das er die zwo substancien, die alle ungelichest und aller ferrest von ainandren sint, daz ist die liblich substantz und die gaistlich – verstand sel und lib – mit ainandren verainget und im menschen zusamengefuͤgt hát.
Sudhoff, Paracelsus (
um 1520
):
das der mensch also auch ein bant hat, das er muß ein narung nemen von außen an, die selbig narung dient alein auf den corpus wie ein mist in acker; es gibt kein frucht in im, es meret die samen in im nit, es tut nichts anderst dan das es den selbigen in der substanz halt und geil macht wie der mist den acker.
Andreae. Ber. Nachtmal
38v, 17
([
Augsb.
]
1557
):
auff das diß Brot nach seiner substantz nicht für den natürlichen Leib Christi gehalten werd / welchs des Pabsts mainũg [...] ist.
Rot
354
(
Augsb.
1571
):
Substantz, [...]. Jtem Reichthumb / hab vnd gut.
Haage, C. H. v. Hoff. Kunstb.
120, 3
(
oobd.
, Hs.
M. 16. Jh.
):
pallentin sagt, unsser werckh wiert gemacht, von ainer wurtzel, und von zwayen mercurialischen substantzen genumen gantz Roch, Rain.
Kehrein, Kath. Gesangb. .
4.
›akzidentielle, zufällige, für die eigentliche
substanz
1 (auch 2) irrelevante Qualität e. S., Äußerliches, Unwesentliches, Lächerliches; Zufallsidee‹.
Bedeutungsverwandte:
4, , ; vgl. (
die
) 1; 2; 3.
Syntagmen:
j. eine s. ausbrüten, eine wunde ire s
. (›klar erkennbare Form‹)
um sich verlieren
;
kräuter iren namen von der s. bekommen
;
die s. der hitze
(hier mit gen. explicativus);
die wunde mit verlierung der s
.

Belegblock:

Sachs (
Nürnb.
1564
):
Sie [sonn] machts heisser und ungehewr, | [...] | Und blest von ir der hitz
[als gen. explicativus auffassbar]
substantz | Und geit so hellen schein und glantz.
Cirurgia H. Brunschwig (
Straßb.
[
1497
]):
Nun ist zit mit der hilff gottes fürbas zuͦ gon von den witten offenen oder quetschten wunden [...] Zuͦ den verborgenẽ tieffen vnd holen wunden mit verlierunge der substantz.
Spanier, Murner. Narrenb.
6, 49
(
Straßb.
1512
):
Die andren zeigendt auch ir oren | [...] | Das selb sindt recht gekroͤnte doren, | Vnd brietend vß die fünfft substantz.
Sudhoff, Paracelsus (
1537
/
41
):
das vil kreuter und wurzlen iren namen bekomen haben [...] von irer biltnus, form und substanz wegen, als dan ist abbiß wurzel, fünffingerkraut.
Broszinski, Minner. Chir. Parva
75r, 16
(
halem.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ist, das ein wund verlúrt vmb sich die substancz oder geschickti des gelids vnd ettwann wirt mit bösen eissen oder geschwëren wirt beschwärt.
5.
›Gesamtheit e. S. unterschiedlichster Art (z. B. einer
kost
, des Besitzes, auch einer
substanz
1)‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Gegensätze:
1; 6.
Syntagmen:
meist mit explikativem Genitiv (z. B.
die s. der kost
) oder als ein solcher (z. B.
die alheit der s
.) sowie mit Adjektivattribut (z. B.
al, ganz
), jeweils als Bedeutungsträger fungierend.

Belegblock:

v. Tscharner, Md. Marco Polo
62, 20
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
unde sprechin das der got habe gessin und vorczerit di substancie der do gebrochtin kost.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 52
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
die selbe einikeit, die in gotte hanget. Me men nemme sv́ hie wirkenliche vnd do wesenliche, noch denne ist der geist in einre iegelicher einigkeit gelich noch alheit sinre substancien
(auch zu 1 stellbar).
Fuchs, Murner. Geuchmat
4938
(
Basel
1519
):
Die wyber laß schentlich verfieren, | Do mit syn guͦt er [gouch] moͤg verlieren, | Synen lyb vnd all substantz.
Donalies, Augsb. Bibelhs.
177, 15
(
oschwäb.
,
v. 1350
):
vater gib mir mein / teil der substancie
[Var.:
hab
;
Mentel
1466:
guͦts
;
Luther
1545, Lk. 15, 12:
Güter
]
di mich angehört.
Höver, Bonaventura. Itin. B
406
(
moobd.
,
1450
/
60
):
mag auch kein ander ausgiessung groͤsser gedacht werden denn die, dar jnn das ausgiessent dem anderen, das da gegossen ist, sein selbs gancz substancz vnd natur gemainsam machet.
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 277
.