stummen,
V.;
häufig, in 3 ausschließlich im Part. Präs. gebraucht.1.
›stumm, nicht sprechfähig sein; nicht sprechen, schweigen; stumm, sprechunfähig werden; verstummen‹; Belegblock:
das dich alle Creatur duncken dasselbige klingen und aller menschen gesang eitel stummen und toub sein.
wan er [nar] an dem gerichte stat | so stuͦmpt er als ein steyne.
Stummen stum werdē erstūmen.
Wens dar-zu kumpt, | Daß mein mundt stumpt, | Leiplich den tod muß leiden | Dann [...].
Sy hiessend jn ein zeichen gebẽ / darby mã spürẽ moͤchte / ob er ein stum̃ender geist were.
Diser kuchenmaister gieng mit seiner hausfrawen, [...], uf den markt und namen ir stumendt sibenjärigs döchterlin auch mit.
wo unvogtpere kinder, auch plint, gehörloß, stument, ainfaltig leut vor gericht und recht sollen stenn, die [...].
Die biderben und die frummen | die gruessent tugentlichen; | gen den pösen sond ir stummen, | wend ir an eren richen.
Kehrein, Kath. Gesangb. .
2.
›jn. zum Schweigen bringen; jn. gewaltsam der Sprechfähigkeit berauben‹; im Unterschied zu 1 transitiv; Belegblock:
3.
im Part. Präs.: stummend
›unsäglich, nicht auszusprechen‹ (auf Homosexualität, Sodomie bezogen); Belegblock:
Die ander [sünd] ist stumend sund genant, | Durch die der herr funff stet verprant, | Mit swefel und pech.
Ebd.
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: [Unkeusch] Ist unschemig, frech, verwegen und plint, | Spruch, lied und gespots sie vil begint, | Ist tirisch, stumend un treibt keczerei.
Die sind beroupt aller furbit dr heligen, [...], vmb der stumenden sund willen.
hie ain Predigerminch, und ain lederer, der hieß der Gayssenlawer, die hetten mitainander die stumeden sind wider die natur getriben.