salz,
das
;
-es/–
.
1.
›Salz als Mineral‹, wie es hauptsächlich durch Bergbau gewonnen und unterschiedlich weiterverarbeitet wird (z. B. zu Kochsalz); ›Salz als Rohstoff‹; ütr. in theologischen Kontexten: ›etw. (für das Leben) Essentielles, Wertvolles, besonders Gutes‹.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
7, 1324
ff.
Phraseme:
˹
das salz der christenheit
;
das salz der erde
˺ jeweils kritisch gebraucht.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , , , ; vgl. , .
Syntagmen:
j. s. abschneiden / abtragen / auflecken / (aus)sieden / giessen / machen / zerstossen, s. aus der erde, den bergen hauen, aus einem brunnen sieden, in das wasser sprengen, in den keller machen, js. s. streichen
;
s
. (Subj.)
zergehen / zerschmelzen, aus gruben, aus dem mer kommen, die unfruchtbarkeit des wassers gesund machen, die götliche minne sein
;
j. s. sein / werden, das gebirge s. sein, das herz
(Subj.)
wie s. im wasser schmelzen
;
j. des salzes nicht haben
;
j. den anger mit s. übersäen, vom s. reden, wunderbare dinge von s. sehen
;
das gemeine / gesäte / gewachsene / graue / grobe / gute / schmelzige / trockene / weisse s
.;
ein vorrat mit s., mit s. eingemachte früchte
.
Wortbildungen:
salzbrunnen
(dazu bdv.: ),
salzen
(Adj.) ›gesalzt‹ (dazu bdv.: ),
salzerz
,
salzgrube
,
salzhaus
,
salzig
›salzhaltig‹,
salzknecht
1 ›Salzarbeiter‹,
salzmacher
,
salzman
1 ›Salzbergmann‹,
salzmer
›Totes Meer‹ (dazu bdv.: 1),
salzpfanne
›Gerätschaft oder bauliche Anlage zur Salzgewinnung aus Wasser‹,
salzrinne
,
˹
salzsäule
,
salzstein
1˺ ›etw. zu Salzkristall Erstarrtes‹,
salzsiede
(
der
),
salzsieden
,
salzsieder
,
salzstadel
›Hütte zur Aufbewahrung von Salz‹,
salzsteigerung
›Salzbergwerk‹,
salzstein
2 ›Salzleckstein für Tiere‹,
salzstössel
,
salzwasser
1,
salzwerk
,
salzzapfe
.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1401
):
Salzwerk. item 10 m. den salzluthen geben.
½ firdung eyme manne, der dem meister salzsteyne brochte, dy man vor dy pferd legen sall.
Ebd. (
1403
):
2 m. 1 fird. vor salzwasser von der Ponnow [...] zu furen.
Luther, WA (
1533
):
er [Teufel] [nimpt] nicht allein die sunde [...], die du selbs bekennen must [...] und die selb mit seinem feurigen athem so gros auffbleset, das das hertz dafuͤr schmiltzet wie saltz im wasser, Sondern [...].
Ders. Hl. Schrifft.
Jos. 3, 16
(
Wittenb.
1545
):
aber das wasser das zum Meer hinunter lieff zum Saltzmeer
[
Mentel
1466:
dot
;
Dietenberger
1434 /
Eck
1537:
das todt meer
]
/ das nam abe vnd verflos.
Ebd.
Mt. 5, 13
:
JR seid das Saltz der Erden.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
daz wir des salzes niht enhân. Daz salz ist diu götlîche minne.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
164, 3
(
Frankf.
1535
):
Nitrum / ein weisser saltz stein / man machet darauß artzneien.
Ebd.
184, 16
:
Saltz kommet auß den gruben / vnd aus dem meer.
Alberus (
Frankf.
1540
):
bruͤ / salsen / gewürtzt bruͤ / odder latwerg / darinn mann taucht.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1563
):
daß sie einen grossen platz oder anger [...] mit saltz überseen und pflantzen wolten, gewisser hoffnung, [...], es solt müh und arbeit heuffig vergolten werden
(im Kontext der Schildbürger).
Schmitz, Schiltb.
70, 18
(
Frankf.
1597
):
wañ sie das gesaͤete Saltz wie andere Sahmen [...] wolten aufflecken
(im Kontext der Schildbürger).
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
161, 7
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Soll man sie nicht anlegen wo der bodem salzig [...] ist, dann die weine werden nicht gutt.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1538
):
unsere vorfaren [...] haben solch furstentumb [...] auch mit salzwercken [...] innegehabt.
Ebd. (
1563
):
[was] im königreich Böhaimb [...] für allerlei metal [...] aus der erden [...] gehauen [...] werden als gold silber salz kupfer.
Voc. Teut.-Lat.
bb vjr
(
Nürnb.
1482
):
Saltzwasser. salsugo. [...]. Saltzig. salsatus. Saltzhauße. salina.
Adrian, Saelden Hort
6666
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
da gat ain brunn da man saltz | ús súdet.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
1440
):
Er lech ouch mir [...] den sultzbrunnen by Sultz.
Anderson u. a., Flugschrr.
4, 6, 6
([
Straßb.
]
1524
):
das sie sich rhuͤmend heüpter der Kirchen [...] das Saltz der erden.
Sudhoff, Paracelsus (
1525
/
6
):
vom salz weiter zu reden, das ist vom troknen salz, so wissent, das der selbigen etlicherlei sind, als gemein speis salz, lauter salz, sal gemmae, steinsalz, ertsalz, salzzapfen.
Goedeke, P. Gengenb. (o. O.
1516
):
O ir theologi wyt vnd breit, | Die do sindts salltz der christenheit
(ironisch).
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
289, 24
(
halem.
,
1402
):
die saltz knecht in dien saltzhúsern vor ziten gesworn hant, daz ir enkeiner sin saltz strichen soͤlt.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
2782
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Dar umb sÿ uss menschen art | In ain saltz sul verwandelt wart.
Schib, H. Stockar
28, 8
(
halem.
,
1519
):
Uff den dag giengend wier in die salzpfanen, da sachend wier wunderbarlich ding von salz.
Welti, Urk. Rheinfelden
231, 26
(
halem.
,
1552
):
König Ferdinand [...] verpfändet der Stadt [...] die Gefälle der neuen salzstaigerung zu Hall im Yntal.
Maaler (
Zürich
1561
):
Saltzgruͦb (die) Saltzbrunn / Saltzpfann / Ort da man saltz macht.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
kauft man von dem probst [...] 100 schaff roggen, [...], die lagen [...] neben dem saltzstadel.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
die alten herren [haben] [...] das stettlin Sulz am Necker erstlichs erbawen [...], nachdem sie den salzbronnen aldo gefunden.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
tier ze stainen werdent und allermaist ze salzstainen [...], dâ man salzerz grebt.
Buijssen, Dur. Rat.
31, 1
(
moobd.
,
1384
):
seid daz salcz, daz Helyseus in daz wazzer gesprengt hat, di unfruchtperchait dez wazzers gesunt gemacht hat.
UB ob der Enns
10, 536, 26
(
moobd.
,
1389
):
Vermerckt dj gerechtigkait zwayer pfanhausstet bej dem saltzsieden zw Hallstat.
Uhlirz, Qu. Wien (
moobd.
,
1479
):
doch dass sie [...] des salcz also halten und handeln, dass das seinem salczsieder in der Hallstat kainen mangel bringe.
Leidinger, V. Arnpeck (
moobd.
,
v. 1495
):
zu der zeit sand Ruprechts bard widerum gefunden das salzärzt zu Reichenhall.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 575, 22
(
moobd.
,
1497
):
Conrat Kiemseer, [...] salczstoͤsel.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
163, 27
(
moobd.
,
1503
):
vertiger sullen [...] das saltz [...] in ir keller machen lassen und sol [...] ain gesworner saltzmacher da selbst [...] sein, dem die vertiger den lon [...] geben.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Sein
[Loths]
hausfrau, darumb das si got nit glaubt [...] ward zue ainem salzstain.
herzog Steffan [...] raubet, prennet, zerprach die salzrinnen zu Hall im Intal.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
, Hs.
17. Jh.
):
Darin [schwarzwäld] haben die herrn von Kall stockrecht zum salzsieden.
Wackernell, Adt. Passionssp. Vsp.
187
(
tir.
,
1530
/
50
):
[got verwandelt] Lot hausfrawen zw einer salcz seylen.
Leisi, Thurg. UB
7, 43, 19
(
Innsbruck
1376
):
Wir lazzen ew wizzen, daz wir ze Schaffhausen ain salzhaus gemacht haben.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. ;
Schmitz, a. a. O.
78, 17
;
79, 23
;
v. Tscharner, Md. Marco Polo
11, 19
;
Opel, Spittendorf ;
Geier, Stadtr. Überl. ;
Müller, Welthandelsbr.
296, 12
;
Brunner, a. a. O.
90, 15
;
Voc. Teut.-Lat.
bb vjr
;
2.
›notwendiges Lebensmittel‹ (allgemein); speziell: ›Konservierungsmittel‹ oder ›Gewürz‹; dies nicht immer eindeutig trennbar.
Phraseme:
salz und schmalz
;
brot und salz
;
es gibt jm. weder salz noch schmalz
›es gibt keine Kraft, nutzt, bringt nichts‹;
mit jm. salz essen
›Freundschaft mit jm. schließen, Vertrauen zu jm. aufbauen‹.
Syntagmen:
j. s. aufkaufen / essen / gebrauchen / nemen / senden / vorsetzen / zukaufen, in ein fas tun, in js. haus kaufen, jm. s. zu seiner notdurft geben
;
s
. (Subj.)
rein / scharf / schön, die beste würze, notdürftig zu niessen sein, s
. (Subj.)
beissen / fressen, nichts geben, die welt erfüllen, auf den markt kommen, im leib resolvieren
;
das fleisch
(Subj.)
ane s. (nicht) gewären, j. ochsen aus dem s. aufhängen, rotwild im s., eppich mit s. essen, etw. mit s. reiben, fische mit s. bereiten, die besetzung
›Besatzung‹
mit s. versehen, den ochsenkopf mit s. klein hacken
;
s. zu einem jar
;
das gestossene / grobe / verbotene s
.;
der gewin an s., ein berg an / von s
.;
x galvei / karren / läste / scheffel s
.
Wortbildungen:
salzbrühe
,
˹
salzbüchse
,
salzfas
,
salzpaudel
˺ ›Gefäß für Salz‹,
salzbütte
›Salzfass‹ (dazu bdv.: ),
salzgeschir
›Gerätschaften zur Aufbewahrung und zum Transport von Salz‹,
salzgeschmak
,
salzgrimmen
›Bauchweh‹ (dazu bdv.: ).

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
74, 23
(
preuß.
,
1514
):
In der kuchenn: [...] 2 saltzpaudeln.
J. W. von Cube. Hortus
91, 25
(
Mainz
1485
):
die frucht sal man [...] laissen drucken werden. vnd [...] den samen [...] ryben mit saltz daz der schlyme vnd feuchtikeyt darvon komme.
Küther, UB Frauensee
410, 9
(
thür.
,
1540
):
1 vas in der kuchen darine man saltz thut.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
28, 16
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Wan er [ochsenkopf] gekocht ist, mus man die pein [...] davon thun und das am kopf mit gestoßenem pfeffer und salz fein klein gehackt.
Palm, Veter Buoch (
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Do sprach der appet: Iz brot vnd salcz.
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1521
):
Jch hab 3 gulden für 2 calecutisch helffenbaine salczfaß geben.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs.
um 1474
):
es sey wein, saltz, kornn, smaltz, fleisch und was man notturfftig ist zü nyessen.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
also wenig also das fleisch mag geweren one saltz, das es nút enfule, also mag der mensche on bekorunge.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 259, 21
(
Hagenau
1534
):
Saltz ist die beste würtz.
Ebd.
269, 4
:
es ist nerrisch gehandelt / eynem yeglichen zu vertrawen / ehe er ettliche scheffel saltz mit yhm geessen hab.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Muria, Saltzwasser / saltzbruͤh.
Salinum, Ein salzbüchs / saltz fass. [...]. Salsido [...], saltz geschmack.
Saltzgeschirr võ holtz / saltzbid.
Sudhoff, Paracelsus (
um 1520
):
so ein salz resolvirt wirt im leib, so ist es scharpf und frißt und beißt [...]; dis ist aber nit colica, sunder ein salzgrimmen.
Goldammer, Paracelsus
3, 284, 4
(
1530
/
5
):
gehe in den tempel [...]. da würf heraus von dir stuprum, [...] und dergleichen. [...] nit rechtfertige dich in deinem gemäur. es gibt dir weder salz noch schmalz.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen (
halem.
,
1562
/
4
):
das etlich [...] schmaltz, saltz, holtz und anders [...] usserthalb der landtschaft ufkoufen und nit uf den rechten marckt komen lassen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Saltzbruͤyen (die) Versaltzene feüchtigkeit. Salsugo.
Morrall, Mandev. Reiseb.
97, 17
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
By der selben statt ist ain berg von saltz, da mag yederman saltz nemen als vil er sin bedarff.
Baumann, Bauernkr. Oberschw. (
schwäb.
,
v. 1542
):
Die besetzungen waren mit aller notdurft versechen mit fast gutem geschitz, bulver, [...] schmaltz, saltz.
Hauber, UB Heiligkr. (
schwäb.
,
1553
):
an silbergeschirr [...] zwo schalen, zway salzbüchsle.
Müller, Stadtr. Ravensb.
282, 15
(
oschwäb.
,
1542
):
das man [...] zu zol geben sol [...] von ainem halben saltzfass 5 ℔ ₰.
Rauwolf. Raiß
524, 6
([
Lauingen
]
1582
):
Jnn disen Gaͤrten [...] werden gefunden [...] Eppich, welches [...] gar guͦt mit saltz vnnd pfeffer zuͦ essen.
Voc. rerum (
Augsb.
v. 1474
):
salinum vulgariter saltzuas.
Seuffert u. a., Steir. Landtagsakten
1, 109, 9
(
m/soobd.
,
1445
):
mag ain yeder gastgeb [...] wein, traid, kæs, saltz und smaltz zu notdurft in sein haus kaufen.
Sexauer, Schrr. in Kart.
236, 30
(
nöst.
,
v. 1450
):
Er sol auch schawn / daz das salczväzzel / vnd das saltz das er fürseczt rain vnd schon sey.
Joachim, Marienb. Tresslerb. ;
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
26, 10
;
ders., Gr. Ämterb.
77, 25
;
212, 11
;
231, 16
;
521, 5
;
671, 14
;
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 152, 10
;
v. Tscharner, Md. Marco Polo
11, 21
;
Müller, Alte Landsch. St. Gallen ;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 609, 8
;
750, 17
;
Fuchs, Kart. Aggsbach ;
Zingerle, Inventare ;
3.
›Salz als Handelsware‹; in verschiedenen Ausprägungen: als ›Wertgegenstand oder Wertanlage im Allgemeinen‹; ›Verkaufsware‹; ›Transportgut‹, dann teils auch: ›verzollungspflichtiges Produkt‹; offen zu 4.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte, auch berichtende Texte.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .
Syntagmen:
j. s. auslenden / ausstreichen / bringen / (ein)kaufen, (um lon) herfüren, (alle wochen) messen, frei / aufschlagfrei / mautfrei kaufen, zum kauf anbringen
,
s
. [wohin],
gen / von
[wo],
auf dem land / wasser, auf planwägen, durch die stat / das land, zu jm. ins land, frei, alle jare füren, von
[wo]
bringen, s. (aus der salzkammer) nemen, (bei seinem namen, im salzhaus) verkaufen
;
s
. (Subj.)
den Rhein abkommen, im tal sein, fünf schilling gelten
;
j. einen aufschlag auf das s. vornemen, mit s
. [wohin]
faren, mit s. handeln, jm. pas geben mit s., j. über das s. richten, anken um s. vertauschen, salzgeld um s. empfangen, von dem s. rente nemen, etw
. (Subj.)
vom s. beschlossen sein, von s. sieden
;
s. in scheiben / stücken
;
das aufrichtige / dünne / ertränkte / flämische / geladene / gemachte / glatte / gute / kleine / kluge s
.;
der amptsschreiber des salzes
;
x asch / becher / fuder / gescheid / hundert
(Maßeinheit) /
semer / scheibe / viertel / wagen s
.;
x pfennig für s., ein fas mit s., ordnung um das s., ein wagen vol s
.
Wortbildungen:
salzampt
,
salzarbeit
,
salzbrief
›Herkunftsbescheinigung der Handelsware Salz‹,
˹
salzer
,
salzfertiger
,
salzgast
,
salzknecht
2,
salzman
2,
salzsäumer
,
salzsender
˺ ›Salzhändler‹,
salzfreiheit
,
˹
salzgeld
,
salzmaut
,
salzzol
˺ ›Salzzoll‹,
salzgewerbe
,
salzgraf
,
salzherre
,
salzkammer
,
˹
salzkämmerer
,
salzmeier
,
salzmeister
˺ ›Vorsteher bzw. Leiter des Salzamtes‹,
salzkan
,
salzkauf
›gesamter Salzhandel einer Stadt‹,
salzkorb
,
salzladen
,
˹
salzmas
,
salzmes
˺ ›Salzmaß‹,
salzmesser
,
˹
salzmeste
,
salzscheffel
˺ ›ein bestimmtes Gefäß für Salz‹,
salzmuter
›j., der Salz abmisst‹ (zum Gw s.
2
muter
),
salzordnung
,
salzrechner
,
salzscheibe
,
salzschif
.

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu. (o. O. o. J.):
Do er nichts anders het zu schaffen | Denn arm leut also zu schinden, | [...] | Salzmeut und aufschleg zu richten an.
Toeppen, Ständetage Preußen
2, 753, 23
(
preuß.
,
1446
):
das her smeden [...] sal eyne dreigeregelte saltczmeste mit sechs reyffen.
Ebd.
5, 164, 13
(
1466
):
czu beten [...], das das saltcz von Thorun frey gefurt mag werden.
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 189, 23
(
md.
,
1471
):
welch furluth mit geladem salcze in Slesien [...] faren wellen, dy sullen von Halle uff Delitsch [...] mit dem salcze faren.
Ebd.
3, 96, 16
(
1493
):
nymant [sollenn] [...] kein saltz entzcel in oren husze vorkouffenn.
Ebd.
4, 83, 34
(
1449
):
daz nicht umbe dy stad sessen smede, [...], salczmesser, eysenmenger, dovon dy hantwercke und dy gancze gemeynde [...] vo(r)terbin mussin.
Buch Weinsb. (
rib.
,
um 1560
):
wart er [...] zum saltzmeister von eim ersamen rait gekoren.
Ebd. (
1564
):
A. 1564 [...] ist zu Coln ein salzmudder [...] mit dem swert gericht worden, darumb das er verhalten hat [...] hinder sich etlich gelt.
Ebd. (
1572
):
der churfurst [hat] eim rait widder etliche inkomsten [...] verunderphendt [...] die vetwage, [...], salzmais, gruitgelt.
Lau, Qu. Neuß (
rib.
,
1596
):
wilcher alhie [...] salz zum feilen kauf anprenget, mit einem salzbrief beweisen soll, dass es guet ufrechtig salz von salz gesoeden sei.
Ebd. :
Dass [...] salz nit mit des verkeufers, sunder mit der stat maiss [...] sall gemessen werden und den salzmudderen vor iderm sack 8 d. zu messen [...] gegeben sall werden.
Hertel, UB Magdeb. (
omd.
,
1487
):
von einem salczkanen einen schilling pfenninge, von einem pramen zwen schilling pfenninge.
Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
einen salczgraven, der hat zu richten ubir das salcz.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
41, 10
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Von dem salcze nymit der groze chaam groze rente.
Opel, Spittendorf (
osächs.
,
um 1480
):
wir finden [...], das yr uff die zceit 32 groschen fur drie saltzscheffele gegeben.
die hallbuben kamen uff den marckt ihrer 10 oder 12 und hatten einen saltzkorb an einer stangen.
Ebd. :
Da waren noch wol [...] neuntzigk hundert saltz im thale [...], und kamen keine saltzgeste nicht, die das weck furten.
Mon. Boica, NF. (
nobd.
,
1414
):
von einer scheiben salczs ein haller.
Voc. Teut.-Lat.
bb vjv
(
Nürnb.
1482
):
Saltzer. sallitor.
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 753, 2
(
alem.
,
1394
):
Uff dem wasser sol man den zoll alsus nemen: Item ain gladen saltzschiff git 3 ₰.
Geier, Stadtr. Überl. (
nalem.
,
1532
):
nachdem sich auch etliche [...] understanden, ainen aignen salzgewerb zuͦ treiben, [...], welches [...] auch meiner herrn salzfreihait zuͦwider [...] ist, derhalben wollen sie [...] an zehen pfund pfening abgestelt haben.
Ebd. (
1554
):
[das] weder im stüblin, salzladen, noch auch in der Gred, ainich zoll [...] gegeben werden soll.
Leisi, Thurg. UB
7, 43, 21
(
halem.
,
1376
):
Da emphelhen wir ew [...] ernstlich, daz ir nicht verhenget, daz kain salz noch isen [...], das den Reyn ab komet, auslende.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
205, 15
(
halem.
,
1385
):
saltzknecht ein einung under enander gemachet súln han, daz nieman in sim hus saltz koͧffen súll.
Ebd.
238, 31
(
1390
):
Jo. Kaltbrunner [...] t. Jo. Schriber, saltzman, CCC lb x lb.
Ebd.
246, 6
(
1392
/
3
):
Man sol besenden die salzlút, die gen Lutzern varent, und si fragen, waz red ze Lutzern gerett wúrde.
Ebd.
473, 4
(
1424
):
ein louffender bott, den unser mitburger und saltzsentter [...] daselbsthin geschickt haben, [...] sagt uns [...], wie das Reichenhalle [...] ußprunnen sey.
Ebd.
913, 41
(
1493
):
die selben salcz gest, so salcz harfuͤrend, [...] mit den zoͤllen [...] bescheidenlich gehalten werden.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen (
halem.
,
1413
):
die obgn. stetluͥt [...] klagent, wie daz Mattis Sneiter [...] eln mes, korn mes und saltz mes haben.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1473
):
Swerent die saltzmeistere [...] dhein empfangen saltzgelt anders denn vmb saltz, [...] vnd hierinne allem der statt Bern nutz [...] ze fuͥrdern.
Jörg, Salat. Reformationschr.
690, 20
(
halem.
,
1534
/
5
):
mit begaͤr jnen paß durch jr land zuͦ geben mit saltz.
Ebd.
694, 19
:
gallt [...] ein baͤcher saltz fünf schilling.
Schib, Urk. Laufenb.
224, 4
(
halem.
,
1537
):
haben wir burgermeister, [...] vnserem burger [...] Marr Wetzlen gelihen [...] vnser stat saltzkauf mit aller fryheit fuͥnf jar lang.
Ebd.
247, 17
(
1552
):
Der König verspricht, die vier Städte [...] schadlos zu halten und bestimmt, das die jährlichen Zinse durch den saltzmair zu Hall [...] zu bezahlen seien.
Maaler (
Zürich
1561
):
Saltzmeyer (der) Salitor. [...]. Oberster saltzknaͤcht.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
Uͦlrich Schwartz [...] was zunftmaister under den salzfertigern.
Ebd. (
1523
/
7
):
es verpran wol umb 4M fl gemachtz saltz.
Ebd. (zu
1561
):
In disem monat hat alhie ain saltzscheib 2 und ain feßlin mit saltz ain halben gld. [...] golten.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Grave Felix [...] hat [...] für ain, den man zu aim salzrechner [...] nemen sollte, gebetten.
Bastian, Runtingerb.
2, 11, 14
(
oobd.
,
1384
):
mir ward der salczzol ein [...] von dem Lienhart Sittaͤwer.
Ebd.
110, 5
(
1395
):
Si schuͤllen [...] daz uberig an Tukaten gein Salczpurch pringen und in ainer salczscheiben heruber schicken.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Er hat [...] furgenomen [...] den newen aufschlag zum Hallein auf das salltz.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
65, 32
(
moobd.
,
1402
):
es schullen auch dy salczherren mit dhainem fuerer dhain gastung nicht halten weder mit essen noch mit trinchen.
Ebd.
107, 29
(
1453
):
Item als dann die stat durch unnser vordern fursten [...] sunder mit der saltzarbeit ist furgesehen unnd begnad.
Ebd.
119, 25
(
1459
):
das klain salcz sullen sy [...] aus der gemain salczkamer zu Stain nemen.
Ebd.
205, 27
(
1525
):
der rat [...] zu Stain sollen ain saltzkhamer alda aufrichten und ainen saltzcamerer erwellen.
Ebd.
206, 1
:
alsdann [...] solle dise hierinn bestimbte saltzordnung angefangen [...] werden.
Uhlirz, Qu. Wien (
moobd.
,
1466
):
Es sol auch [...] Wienn zu gemainem nucz ain salczkamer haben und alles salcz, so dahin gefürt, inkauffen.
Ebd. (
1479
):
[Kaiser Friedrich III. befiehlt]
Ulrichen von Gravenegk [...] die anzal salcz [...] mautfrei und aufslagfrei auf der Tunau ze furn.
Starzer, Qu. Wien (
moobd.
,
1564
):
den armen leuten [...] auf vor bemeltem unserm saltzambt allhier 1600 fl. jährliches einkommen verordnet.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1494
):
als oft deu von den salzsämern [...] geöffent ist worden, so ist deu allzeit durch der Sennckhofer potten [...] zuegetan.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 5, 25
;
2, 215, 28
;
3, 142, 12
;
4, 459, 14
;
Helbig, a. a. O.
2, 53, 15
;
3, 34, 19
;
Scholz-Babisch, Klev. Rheinzollw.
473, 24
;
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 37, 12
;
Hertel, Hall. Schöffenb. ; ;
Lippert, UB Lübben
2, 171b, 15
;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
53, 26, 2
;
Opel, a. a. O. ;
Graf-Fuchs, a. a. O. ;
Schnyder, a. a. O.
289, 26
;
Welti, a. a. O. ;
Müller, Stadtr. Ravensb.
67, 26
;
Hör, Urk. St. Veit
94, 25
;
Auer, Stadtr. München ;
Dirr, Münchner Stadtr. ; ;
Uhlirz, a. a. O. ;
Brunner, a. a. O.
65, 36
:
Patocka, Salzwesen.
1987, 80
;
253
.
4.
›Salz als Abgabe an Obrigkeiten‹; im Einzelnen: ›Steuer‹; ›Zoll‹; ›Wegegeld‹; auch als: ›Zahlungsmittel‹; speziell: ›zur Schuldentilgung‹ oder als ›Bezahlung an Händler‹; an 3 anschließbar.
Texte der Sinnwelt ,Recht / Wirtschaft‘.
Bedeutungsverwandte:
1, ; vgl. .
Syntagmen:
j. (järlich) s. geben
, [wohin] (z. B.
in das gericht, zum vogtding / zol
)
geben, in die stat füren, j. jm. s. schuldig bleiben
;
von s. x salzmetzen geben, j. etw. von s. zu zol nemen
;
ausgenommen alles salzes
;
eine scheibe, x batzen / massen / sak / salzmetzen / saum salz(es)
;
der zins vom s
.
Wortbildungen:
salzmetze
›ein bestimmtes Maß für Salz‹.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
1. Makk. 10, 29
(
Wittenb.
1545
):
Vnd erlass jtzt allen Jüden den Schos / den Zins vom saltz.
Scholz-Babisch, Klev. Rheinzollw.
95, 4
(
rib.
/
snfrk.
,
1389
/
91
):
End bleif mynnen herrn dairaff schuldich 18 sac salts.
Merz, Urk. Lenzb.
8, 4
(
halem.
,
1379
):
Leupolt Herzog zu Österreich [...] gestattet dem Schultheißen, [...], daß sie von ainer schiben saltzes zwen stebler ze zoll nemen suͤllen.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen (
halem.
,
1618
):
Der fuͦrlüthen belonung. [...] von jeden mäß saltz ½ batzen.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
so müesen sie mehr salz jährlich geben, dann von alter here gepreuchlichen.
Müller, Stadtr. Ravensb.
294, 7
(
oschwäb.
,
1545
):
das [...] von nachgemelten [...] guetern die steur richten [...] solle: Namblich von allen [...] guetern [...] strow, saltz, schmaltz.
Wutzel, Rechtsqu. Eferding
5, 21
(
moobd.
,
1371
):
der saltz in di stat füret [...], da muez er von geben ainen halben saltzmetzen saltz in daz gericht.
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
124, 24
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
von Grafendarffern [...] waidphennig 35 gr. vnd 2 gross chueffen salcz [...], aber nwr wann se die waid bestent.
Lau, Qu. Neuß ;
Lippert, UB Lübben
2, 233a, 1
;
Dirr, Münchner Stadtr. ;
Stolz, Zollwesen
60, 9
.
5.
›Salz als Arznei- und Heilmittel (zur Herstellung von Medikamenten und Umschlägen); auch zum Zufügen von Schmerz, im Besonderen zur Selbstkasteiung‹; selten: ›Salz als Zutat zum Bleichen verschiedener Materialien, z. B. von Leder oder Metall‹.
Phraseme:
salz in die wunden reiben
›einen Schwachpunkt aufzeigen‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1.
Syntagmen:
j. s. nemen, in etw. werfen, zu etw. tun, hinein
[wo, wohin]
spritzen
;
s
. (Subj.)
jn. beissen / schmerzen, das böse blut vertreiben
;
j. etw. mit s. mischen / wecken, die wunden mit s. reiben, einen teig von s., mit spek und s. ein pflaster machen
;
geweihtes / nitrosisches s
.;
ein lützel, eine handvol s
.
Wortbildungen:
salzader
›im Körper befindlicher Transportweg für Ausscheidungsstoffe, z. B. für Schweiß und Urin‹,
salzwasser
2.

Belegblock:

Luther, WA (
1512
/
8
):
Vor der kegenwertickeyt, dan die weyßheit ist das saltz und wasser, das die wunden reyniget.
Ebd. (
1532
):
wiltu [...] den leuten helffen, so mustu auch scharff sein und saltz jnn die wunden reiben.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
234v, 5
(
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
Vnd du salt dy stat cauti / sirenn mit ein heyßin eyßen, vnd leg / dar auf hiczige ercztei als salcz, senff / mit honig.
Wunderlich, Fierrabr.
50, 23
(
Simmern
1533
):
so ward jme der schmertz seiner wunden / durch das Saltzwasser ernewert.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
43, 7
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Das meßing weiß zu machen. [...] darzu gethan mercurium, weinstein, alaun und salz.
Keil, Peter v. Ulm
140
(
nobd.
,
1453
/
4
):
Wiltu die vistel schir heilen, So nym saltz vnd nuß vnd pfeffer vnd attriment.
Ebd.
234
:
So nym ayr-totter vnd saltze vnd mach ein taig douon vnd das pint sauberlich auf die plattern vnd laß sie [...] außprechen.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Er nam ezzich und saltz und bereib sin wunden dur mit, daz sines smerzen dest me wurdi.
Lauchert, Merswin (
els.
,
1352
/
70
):
wenne ich minen lichamen alsus verwundete, so nam ich denne saltz vnd reip es denne in die frischen wunden, daz es mich vaste smerzen vnd bissen solte.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
204r, 20
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
Nim ysinun vnd ain lúczel / salczes [...]: das vertribet das / boͤs bluͦt.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
548, 28
(
halem.
,
1536
):
Welcher aber wyß läder wellte machen, der soll früsch gemetzget ochsen [...] darzuͦ nemmen und die mit saltz, alet, unschlit [...] wol wercken.
Sudhoff, Paracelsus (
1527
/
8
):
Schwert in einspek gestekt [...] in einem salzwasser geweschen.
Ebd. (
1536
):
nun gont durch den menschen aus alle brunnadern, das ist al salz adern teilen sich aus so weit sein leib ist.
Gille u. a., M. Beheim
99, 278
;
Keil, a. a. O.
51
;
Sudhoff, a. a. O. ;
Eis, Albrants Roßarzneib.
131, 2
;
6.
›geweihtes Salz als Zugabe zum Weihwasser, das im Rahmen der christlichen Liturgie zur Segnung und zur Taufe gebraucht wird‹; teils in abergläubischen, magischen Praktiken verwendet; speziell in jüdisch-alttestamentlichen Zusammenhängen: ›Salz als Opfergabe‹.
Syntagmen:
j. s. abstellen / benedeien / segnen, zu allem opfer s. legen
;
j. mit verworfenem s. salzen, das wasser mit s. sprengen, von s. predigen
;
das verworfene s
.
Wortbildungen:
salzweihe
.

Belegblock:

Luther, WA (
1544
):
grobe ungelerte Esel, die [...] predigen wie die Bapsts esel, [...] von geweihetem wasser und saltz.
Ders. Hl. Schrifft.
3. Mose 2, 13
(
Wittenb.
1545
):
dein Speisopffer sol nimer on Saltz des Bundes deines Gottes sein / Denn in alle deinem Opffer soltu Saltz opffern.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
der cerimonien, des weichwassers, salzweyhen, liecht-, palm-, wurzweyhen und vil anders an vilen orten abgieng.
Darbey ward der [...] pfarrer seiner predig [...] halben, auch umb das er das weyhwasser, [...], salz, [...] und ander cerimonien abgestellt hatt, [...] gein Würzburg citirt.
Reichert, Gesamtausl. Messe
7, 7
(
Nürnb.
um 1480
):
so sol der priester [...] der verbottnen ding keinß sprechen [...], noch [...] das saltz noch wasser segnen.
Buijssen, Dur. Rat.
30, 25
(
moobd.
,
1384
):
Daz wazzer, gesprengt mit dem salcz, gesegen wıͤr dem volche, daz man sew all domit sprengt und daz sew also geheiligt werden.
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
16, 35
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. ;
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
187, 107
;
7.
›Salz als einer der drei Grundstoffe der Welt‹; nach Paracelsus setzen sich alle Dinge und Lebewesen aus den drei Stoffen
merkur
(Quecksilber),
sulfur
(Schwefel) und
sal
(Salz) zusammen.
Nur bei Paracelsus belegt, oft in der lat. Form
sal
.
Syntagmen:
j. s. behalten
;
s
. (Subj.)
dem sulphur imprimiert sein
;
etw
. (Subj.)
s. sein
;
das saphirische / vitriolische s
.;
die natur des salzes
.
Wortbildungen:
salzgeist
›Essenz oder Wesenheit von Salz‹ (nicht weiter spezifizierbar).

Belegblock:

Sudhoff, Paracelsus (
um 1520
):
aber wie der salzgeist ein durchdringer ist der metallen [...], durchdringet er die region des lebens durch capsulam cordis, wie die sunn durch das glas.
Ebd. (
1526
/
7
):
warumb aber die salia ziehent, macht das das salz dem sulphur imprimirt ist.
Ebd. (
1531
/
5
):
so nempt ein anfang vom holz. dasselbig ist ein leib; nun laß brinnen, so ist das do brint der sulphur, das da raucht der mercurius, das zu eschen wird sal.
Ebd. (
1536
):
Dermaßen ist auch im menschen ein natur des salzes.
Ebd. (
1537
/
41
):
das in [den anderen mineralibus] erstlich der sulphur genomen werd und der liquor mercurialis und alein das sal behalten werde.
Ebd. (
1525
/
6
):
aus den dreien wachsen alle die ding, [...], das ist der sulphur, mercurius und sal.
8.
›Salz als Mittel zur Vernichtung von fruchtbarem Boden‹.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
5. Mose 29, 23
(
Wittenb.
1545
):
die Kranckheiten / da mit sie der HERR beladen hat / Das er alle jr Land mit schweffel vnd saltz verbrand hat / das sie nicht beseet werden mag / noch wechset, noch keyn kraut drynnen auff gehet.
Ebd.
Ri. 9, 45
:
Da streyt AbiMelech widder die Stad den selben gantzen tag / vnd gewan sie / Vnd erwürget das volck / das drinnen war / vnd zubrach die Stad / vnd sehet saltz drauff.