sachse,
der
;–/-n
;›Angehöriger des (historischen) Herrschaftsverbandes (auch des
volkes, geschlechts
) der Sachsen, deren Siedlungsgebiet im norddeutschen Raum lag‹; häufig zusammen mit stereotypisierenden Zuschreibungen (z. B. kriegerisch, wild, hart, trinkfest); auch: ›Angehöriger des Stammesherzogtums Sachsen zwischen Niederrhein und Unterelbe (Altsachsen)‹; ›aus dem Reichsterritorium Sachsen stammende Person‹; aus den Belegen geht selten eindeutig hervor, ob mit der benannten Region das alte Stammesherzogtum oder das jüngere (weiter südlich gelegene, Meißen und Thüringen einschließende) Kurfürstentum der Wettiner gemeint ist; der Name wird häufiger generalisierend verwendet: ›Bewohner des nördlichen Deutschlands‹; ›Person, die sächsisch
(vgl. 3) spricht‹ (dies häufig zur Abgrenzung gegen oberdeutsche Dialekte).Zur Sache:
Lex. d. Mal.
ff.7, 1223
Gehäuft Chroniken.
Syntagmen:
j. die sachsen totschlagen, der könig
(Subj.) die sachsen bedrängen
; der s
. (Subj.) den trank lieben, nicht viel sprechen können, die sachsen
(Subj.) biersäufer, e. S. fro sein, das kälteste volk unter allen deutschen sein,
[wo] wonen, mit bannern kommen, den sachsenspiegel, einen pfalzgrafen haben, das her aus fernen landen füren, die roskäfer scharnewever nennen
; j. ein s. der geburt
[›von Geburt‹], an dem geschlecht sein
; j. den sachsen etw. sagen
; der könig
(Subj.) über die sachsen ziehen
; der alte / dumme s
.; die ere / lust, das kurwappen / recht / volk der sachsen
.Wortbildungen:
sachsenland
sachsenspiegel
Lex. d. Mal.
), 7, 1240
sachsersprache
Belegblock:
JN dudescheme lande hat eyn ielich lant sinen pallenzgreuͦen. de Sassen haben eynen, Beyeren hant eynen.
er was ein Sachse der gebort.
Moses ist der Juden sachsen spiegel.
[die Lateinische sprache] hat keyne artickel wie Kriechische und Deutsche. Und sonderlich eben lauttet es unter meynen Sachsen, die da tutten und tatten gleich wie die Kriechen, das sie schier mit dem Kriechischen uber eynstymmen: Tuto esti to soma mu, Tut es te lif, Tut es te fruwe, Tut es myn lif.
Das sie [Juden] also ein gefast regiment gehabt haben, gleich wie andere Reich yhre ordenungen und gesetze haben, als die Sachssen den Sachssenspiegel haben.
wir finden, wie unser alten Deudschen aus der massen feine namen den Fuͤrsten und herrn gegeben haben, als ynn Sachser sprache Ludewig.
wie denn der brauch noch bey uns Deudschen an etlichen oͤrtern ist und sonderlich im Sachsenlande.
Gar blos am Heupt / am Hals vnd Brust / | Das war der Alten Sachsen lust.
Ebd.
684, 5588
: Ein Fewrwurm / viel Meyn / vnd Roßkefer / | Bein Sachsen genant Scharnewever.
des vorcht ich, ir vil guten lute, | daz si [di rede] mir gar entwachse, | wen ich bin ein tumber Sachse, | der nicht vil der sprache kan.
Desselben buchs [von Reinicken] meister ist ein Sachs gewest / ein hoch verstendiger weiser man / ein ehr aller Sachssen.
unde qwam yn dutzsche landt bey der see, do die Sachssen wonen, do zu der zeit die Doringe woneten, unde yn Missen Osterlandt unde die Marcke unde die andern gegenoten dorumbe.
Do das die Sachssen erfuren, do zogen sie om [konigk] entgegen [...] unde wolden entzweder sterben ader seyn entragen seyn.
Dor noch czoch disser koning tagebrecht ubir dy sachsen unnd betrang sy, unnd da warn ome alle dutczche land underteynigk.
vnd [Senno] kam in Teutschland bey die See / da die Sachssen wohnen.
Ebd.
19
: Marcomet der Tuͤringer vnnd Sachssen Koͤnig / der brachte gar viel Landes vnter seine Herschafft von Westphalen bis in Boͤhemen / vnnd an die See.
Ebd.
15v, 16
: der [Keyser] zoch in Teutschland / vnd bezwangk die Sachssen / die sich an das Roͤmische Reich nicht geben wolten.
Ebd.
16v, 25
: weil die Sachssen grob hartselig Volck waren / worden sie von jhren Feinden Saxen / Das ist steinere Leut genandt.
Eins tags pat ich ein erenholt, | Das er mir grüentlich sagen solt | Den ursprung, wie doch wer erwachsen | Das mechtig, edel volck der Sachsen.
Die meist narung was milch, kes, butter, wildpret und habermüser, welcher geringen speis sich die Saxen und Polacken noch sonderlich fast brauchen.
Es machten auch die Sachsen einen haimblichen pund wider den kaiser, der wolt irs raubens nit leiden.
Der herzog von Saxen, der sol dem römischen küng das schwert vortragen und ist der oberst marschalk, das er sinen stal besorgen sol.
Der was an dem geslächt ein Sachse, durchweyter adelhayt, das im an weyshait und streypärem hanndel wenig geleich waren.
Do vorcherten yn dy roͤmer den namen vnd hizzen sy herzogē tvͦm Daz erste waz sachsen lant.