rosenfarb,
rosfarb,
Adj.
– Zur Sache und ihren kulturgeschichtlichen Zusammenhängen:
Jones, Hist. Lex. dt. Farbbezeichnungen
4, 2194
ff.
1.
›rosenrot, rosarot‹ (Federn, Kleider und Tucharten farblich kennzeichnend);
vgl. 1.
Wortbildungen:
rosenfarbe
1 hier wohl ›blassroter Farbton zwischen
blutrot
und
schneeweiß
‹.

Belegblock:

Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim. (
Frankf./M.
1649
):
wann vnsere Suͤnde gleich Blutroth wehren / sollen sie doch schneeweiß werden / vnd wañ sie wehren wie Rosinfarbe / sollen sie dennoch wie weisse Wolle werden.
Wiessner, Wittenw. Ring
7545
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
Daz man den veinten send ein knecht | In einem rosenvarwen tuoch | [...] | Gesprenget ser mit rotem pluot.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1544
):
Jn disem jar im monat junii wurden etlich vil barchattuch rosinfarb geferbt.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
er [Fenix] hât ain wahsvarben zagel, dâ sint rôsenvarb federn.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
142
(
oobd.
,
1607
/
11
):
1 indianisch mäntelin [...] mit rosinfarbbem ormesin underfüttert.
2.
›von gesunder, rosiger (Gesichts)farbe‹ (als Zeichen für Schönheit und Lebendigkeit); im Frauenpreis auch vom Mund der Geliebten: ›rosenrot‹;
vgl. 1.
Poetische sowie religiös-didaktisch motivierte Texte.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. 2, 1.
Wortbildungen:
rosenfarbe
2 wohl ›(hell)roter, rosig-fleischiger Farbton‹,
rosfarblich
›mit schöner rosiger Gesichtsfarbe‹.

Belegblock:

Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
iz was ein heiligez blut, als ich las, | daz sinen lip hie und ouch dar | hete gemachet gar rosenvar.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
20, 25
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Alle rosenfar mündelein, alle rote wengelein müßen bleich werden.
Gille u. a., M. Beheim
268, 59
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
ir lichten wenglin, die sein lilgen weiss und rasen var.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
sin bluͦt hat minú wengel roͮsvarwklich gezieret!
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
daz flaisch daz hât mangerlai gestalt in mangerlai glidern, wann daz flaisch in der lungen ist von rôter rôsenvarb und ist satrôt in dem herzen, in der lebern ist ez purpervar.
v. Ingen, Zesen. Ged.
385, 18
;
Thiele, Minner. II,
19, 40
;
Klein, Oswald
87, 6
;
Kummer, Erlauer Sp. ; .
Vgl. ferner s. v. .
3.
›hellrot, rosig‹ (in der Verbindung mit
blut
die Passion Jesu Christi sowie in der Dichtung auch gelegentlich Todesbereitschaft und Tod anderer Personen kennzeichnend); als Ästhetisierung anschließbar an 2;
vgl. 2.
Überwiegend Texte religiösen Inhalts.
Bedeutungsverwandte:
1; 3; 4; 7, 3, , , (Adj.) 4; 5, 2; 4, 1; 2, 1, 4.

Belegblock:

Luther, WA (
1540
):
das darinnen [Tauffe] scheine und ersehen werden das rosenfarbe, unschuͤldige blut Christi.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Leipzig
1537
):
Da acht Tag fuͤruͤber war, | Da ließ er sich beschneyden, | Vergoß sein ersts rosnfarbes Blut.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Mitt ross varwen blütte rott | Wil ich [Meligas] gar des künges barn | Begiessen.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1548
):
Welcher gott [...] lästert und durch die heiligen sacrament, durch Christi rosenfarbes bluet offentlich und ohne allen schew schildt [...], der [...].
Schade, Sat. u. Pasqu. ;
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
70, 4
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb. ;
Strauch, Schürebrand ;
Rieder, St. Georg. Pred. ;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 212
.