rok,
der
;
rockes/röcke
; auch im Diminutiv
rockel,
roklein
. – Ausgehend von der Grundbedeutung 1 ›Kleidung des Menschen‹ beziehen sich 2–5 auf verschiedene Formen männlicher und weiblicher Oberbekleidung anhand spezifizierender Zusätze; 6 ist als verallgemeinernde Ütr. zu 1 auffassbar.
1.
›Kleidung, Oberbekleidung‹; allgemein bezogen auf die Kleidung, die den Körper (gelegentlich ütr.: die Sünden) des Menschen unmittelbar bedeckt und ihm Schutz (z. B. vor Kälte) bietet, ohne weitere Differenzierung bzw. Relevantsetzung von Stand, Status, Geschlecht u. dgl.; auch ütr. auf die sterbliche Hülle des Menschen.
Überwiegend Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Phraseme:
etw
. (Subj.)
um einen rok wärmer werden
›besser werden‹;
der rok jm. näher dan der mantel sein
in etwa: ›jeder ist sich selbst der Nächste‹;
der teufel jm. näher dan sein rok sein
›der Teufel unmittelbar an jm. sein‹; ˹
so lange jm. das hemd zum rok gehöre [...]
;
gibt es hemd zum rok, habe ich so lange frist
˺ ›(für etw.) so lange Zeit haben [...]‹; ˹
wäre es mir am rok, so wolt ich es leicht abwaschen
;
wen ich den rok schütte, so fält es alles ab
˺ in etwa: ›was nur äußerlich anhaftet, lässt sich leicht ablegen‹;
ein schneider sol röcke, ein schuster schuhe machen
.
Bedeutungsverwandte:
1, , 2, 1.
Syntagmen:
den r. (nicht) ansehen, auf die sünde decken, jm. (s)einen r. geben / lassen / leihen, einen r. schneiden, nach der masse machen, jm. röcke aus häuten von tieren machen
;
ein r
. (Subj.)
aus etw. werden, dem geistlichen menschen ein böser r. ziemen
;
jn. des rockes berauben
;
der r. der sprache, des zeitlichen lebens
;
r. ane, mit langen ärmeln
;
der samtene / tödliche / wollene r., dicke / starke röcke
.

Belegblock:

wenn das tuͦch da ist, so wirt nicht bald ein rock drauß, der schneyder muͦß in vor machen.
so du sichst ain sünd die da haimlich geschicht, so schweyg und deck rock und mantel darauff.
Ebd.
396, 30
:
Christus sicht nit den rock an, Nein, er sicht allein das hercz und den glauben an.
Ebd. (
1524
):
da man denn hoffnung gehabt, es solte nu besser (oder wie man saget) umb einen Rock wermer werden.
Ebd. (
1544
):
so mus die Huͤtte und der verwesliche Rock, welches ist fleisch und blut, auch wider erfur.
Ebd. (
1528
):
von zweyen rocken die gleich sind spricht man: das ist ein tuch.
Ebd. (
1530
):
ein Christ der sol das wissen, Das er mitten unter den Teuffeln sitze und das yhm der Teuffel neher sey denn sein rock oder hembd.
Ebd. (
1531
):
Also wirdt auch vom Jungsten tage gesagt, da sie werden gestrafft sollen werden: O, sprechen sie, haben wir noch so lange frist, so lange mir das hembdt hehr zum rock.
Ebd. (
1533
):
Ein schneider sol rocke, ein schuster sol schuch machen.
Ebd. (
1538
):
kein kleidt sols thun, sondern sollen alle kleider, mentel undt roͤcke eingeschlossen sein undt alle personen gleich sein.
Ebd. (
um 1535
):
Were mirs am rock / so wolt ichs wol abwasschen.
Quint, Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Sol man einem einen roc snîden, man muoz in machen nâch sîner mâze.
Ders., Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Rehte als dâ ein keiser einem menschen einen apfel gæbe, den ahtete er hœher, dan ob im ein ander mensche einen rok gæbe.
Gille u. a., M. Beheim
118, 391
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
er die | menschhait an sich nam und enpfie. | als ain mensch, der da nymmet | Ainn rok und sich da mit pedekt.
Franck, Decl.
334, 14
(
Nürnb.
1531
):
ein yeder ist jm selbs das best schuldig / der rock ist einem yeden naͤher / dann der mantel.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 125, 14/23
(
Hagenau
1534
):
Wenn ich den rock schütte / so fellet es alles abe. [...] denn was am rock hanget / das fellet ab wenn man den rock schuttelt.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
aim gaischlichen mentschen gezimet wol ain boͤser rok und boͤsú klaider.
Wyss, Luz. Ostersp. vor
439
(
Luzern
1583
):
[Pater Æternus] Heiß Vriel die fäl bringen. die sind gmacht uß geharen kalber oder schafffaͤlen glych wie Roͤcklin, das man daryn schlieffen koͤnne.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
39, 6
(
tir.
,
1464
):
peraub mich meines tödleichen rokhes, den ich trag, das ich mich an leg mit dem chlaid des hailes.
Quint, Eckharts Trakt. ;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
8, 16
;
2.
›Teil der weltlichen Oberbekleidung für Männer‹; Zuschnitt, Farbe und Stoffqualität variieren je nach sozialem Status, Mode und Verwendung (z. B. zur Erfüllung von Repräsentationsfunktionen, als ,ehrbare‘ Kleidung, als Teil einer Uniform, als Pfand); mit historisierender Perspektivierung auch bezogen auf die Kleidung Jesu.
Zur Sache:
Kühnel, Bildwörterbuch der Kleidung und Rüstung.
1992, 211
f.;
Lex. d. Mal.
7, 926
f.
Phraseme:
in einem grauen rok
›in ärmlicher Kleidung‹;
sich einen anderen rok anlegen
›sich andere Gewohnheiten zulegen‹.
Bedeutungsverwandte:
2, , 2, , 1, , 5; vgl. , 1, , 2, 1,
1
2, .
Gegensätze:
.
Syntagmen:
den r. anhaben / aufheben / ausziehen / verbulen / verkaufen / verlieren, vornen auftun, zu lon nemen, jm. einen r. geben, den r. ausziehen / nemen, nicht zerzerren, j. den r. Jesu Christi
[wo]
finden, got einen r. anmalen
(auf Bildern),
die röcke kurz machen, Christus zweierlei röcke anhaben
;
der r. ungenät, von oben gewirkt sein, jm. über die achseln abhinhangen, die röcke
(Subj.)
um die brust gefrensiert, vorne aufgeschlizt, unten ane geren, eine spanne über die knie sein
;
keiner ane r
. [wohin]
gehen / laufen, j
. (Pl.)
gleich in röcke gekleidet sein / werden, j. um den r. kommen
;
der r. Christi, des herren, die röcke der knechte
;
ein r. aus leinwat, für christnacht, mit langen ärmeln, mit samt verbrämt, röcke mit falten, mit zweifach durchzogener weisser seide, von js. stat
;
der atlassene / feiertägliche / gefütterte / grüne / güldene / heilige / lange / schlechte / schwarze r., beschrotene / damastene / füchsene / kurze / samtene / schändliche röcke
.
Wortbildungen:
rokfutter
.

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Ämterb.
163, 32
(
preuß.
,
1419
):
Dis [...] han ich gefunden noch dem tode her Peter Wormdyth [...]: [...] 1 aldt korcz swarcz rog, item 1 aldt lempmern rogfuter.
Luther, WA (
1525
):
gleich wie Christus auch zweyerley roͤcke an hatte, eynen unzurteileten, wilcher den glauben bedeut, und den zurteyleten, der die liebe bedeut.
Ebd.
33, 56a
, 27 (
1530
):
Den es wirdt der her jrgendts in einem grawen rock einhehr gangen sein [...], den ehr ist ein armer man gewesen.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
unde machten di menner nuwe kleidunge. Di rocke waren unden ane geren [...], unde waren di rocke ein spanne nahe ober di knien. Darnach machten si di rocke also korz, ein spanne ober den gortel.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
2, 360, 33
(
hess.
,
1352
):
Welich meister sinem knechte keinen rock gebe uber sinen lon, [...], der meister sol geben in die busse, [...], ein phunt heller.
Spanier, Murner. Schelmenz.
9, 11
(
Frankf.
1512
):
Eyn groen rock nym ich zuͦ lon. | Als ich wolt zuͦ den schelmen stan.
Feudel, Evangelistar
61, 21
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
wer do hat den sak, der hebe ouch uf dy tasche. unde der iz nicht hat, der vorkoufe synen rok
[
Luther
1545, Lk. 22, 36:
kleid
]
unde koufe eyn swert.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
deme der mit dir wïl krîgen an dem gerichte und dînen rok nemen, lâz ime ouch den mantel.
Ebd. Mt. :
wer ûf dem ackere ist, der kêre nicht wider ûf zuͦ hebine sînen rok
[
Luther
1545:
Kleider
].
Lippert, UB Lübben
2, 216b, 18
(
osächs.
,
1524
):
7 ar. g. machlon dem schneider von der knechte rocke [...] gegeben.
Berthold u. a., Zwick. Stadtrref.
51, 13
(
osächs.
,
1542
/
70
):
gepieten wir einen iden, [...] insonderheit den handwergsgesellen, das ein ieder [...] seine glieder der schame mit seinem rock ader mantel bedecken [...] wolle.
Ebd.
17
:
[Welcher aber] fornen mit aufgedecktem oberkleit, rock ader mantel befunden wirde, der sal [...] in fenglicher vorwahrung [...] enthalten werden.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
176r, 12
(
Leipzig
1588
):
Jonathan zog aus seinen Rock / den er an hatte / vnd gab jnen Dauid.
Franck, Klagbr.
223, 3
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
Hastu kein vich / so zeucht er
[der schmarotzende Kleriker]
dir den rock vnd kittel auß.
Wickram
4, 10, 14
(
Straßb.
1556
):
wann wir dann nichts mehr haben / nemmen wir den ausgesognen / laͤren büntelsack in rockermel (so wir anderst nit umb den rock auch kumen sind).
Roder, Hugs Vill. Chron. (
önalem.
,
1512
):
gen ain red im lan(d) uß, der kaißer hette unssers heren Jhesu Christi rock zuͦ Trier in aim sarch funden.
Goedeke, P. Gengenb. (o. O.
1516
):
Jüngling du bist mir ganz unmaͤr, | Dir ist worden din seckel laͤr, | Hast weder roͤck maͤntel noch pfandt.
Goldammer, Paracelsus
3, 282, 10
(
1530
/
5
):
das wir die bilder nit ehren, [...], die sich an gottes statt setzen, malen gott ein rock an, den er nie geliebt hat.
Lemmer, Brant. Narrensch.
85, 59
(
Basel
1494
):
Es ist kum / vmb eyn rock zuͦ thuͦn | Das noch dem vatter / leb der suͦn
(in etwa: ›der Sohn überlebt den Vater kaum länger als die Haltbarkeit eines Rocks‹).
Müller, Alte Landsch. St. Gallen (
halem.
,
1498
):
Och die kurtzen rök und mäntel, das kainer die kürtzer trag, denn ainer mit siner nidergelaussnen hand raichen mag.
Ebd. (
1525
):
Ouch sol kainer on mentel oder röck in die kirchen, öch an hochziten, täntzen oder ander versammlungen gon.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
[der herzog] fiert gar ein unordenlich, unfuͤrstlich wesen, darum die notturft ervordert, im einen andren rok anzelegen, oder es tuͦt nimmer guͦt.
Wyss, Luz. Ostersp.
9077
(
Luzern
1545
):
der Rock hat kein nadt, das gsend ir wol, | dorumb man in nit zerschnyden sol!
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
um 1530
):
die von der herrn Trinckhstuͦben [...] all gancz gleich klaidt in reckh mit falten und mit weisser seiden zwufach durchzogen.
ders. Hl. Schrifft.
1. Mose 37, 23
;
Joh. 19, 23
;
Österley, Kirchhof. Wendunmuth ; ;
Rupprich, Dürer ;
Welti, Stadtr. Bern ;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. ;
3.
›Oberbekleidung für einen Mann im geistlichen Bereich‹; im Einzelnen: ›liturgisches Gewand eines Geistlichen oder Messdieners beim Gottesdienst‹; ›Mönchskutte, Ordenskleid‹.
Phraseme:
bis die grauen röcke vergehen
›bis die Mönche untergehen‹;
jm. ein rok besser dan ein panzer stehen
›besser für den Gottesdienst als für den Kriegsdienst geeignet sein‹.
Bedeutungsverwandte:
1
1, 2; vgl. 1, 1.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
den r. anhaben / anlegen, ob dem herzen zerlassen, (nicht mer dan) einen r. haben, jm. seinen r. zerreissen
;
in röcken gehen
;
röcke mit beffen / zoppen
;
der böse / graue / neue r., leinene / weisse röcke
;
die brüder in schwarzen röcken
.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
133, 34
(
preuß.
,
1415
):
[in der kirchin:] eyn goldyn ornat mit 2 ragken.
Luther, WA (
1529
):
so las sie meine ungnedige herrn bleiben und zuͤrnen, bis die grawen roͤcke vergehen.
Ebd. (
1530
):
Christianum vocat qui incedit in grauen rocken ut monachi.
Alberus, Barf. (
Wittenb.
1542
):
Francisus hatte nicht mehr Kleider denn einen boͤsen Rock / Vnd ein Niderkleid / Vnd ein Strang vmb den Leib.
Sie [die Lierchen] haben Grawe Roͤcke an / wie die Muͤnche.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
Der bischof von Menze, [...] was ein helfer greben Philips von Nassawe [...], unde stunt ime baß ein rockelin dan ein panzer.
Redlich, Jül.-Berg. Kirchenp.
2, 1, 847, 20
(
rib.
,
1483
):
ein ieder offerman sall ein rochelin an haeffen in der missen, dae er zoe deint.
Ermisch, UB Chemnitz (
osächs.
,
1522
):
die ordenspersonen mit ehrlichen als priestern gehoeren kleidungen vorsehen und vorsorgen, als rock, hosen und wammes, hembden und pareten.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
[er] zerliess den rok ob dem herzen und liess in [gesellen] daz herzenkleinet sehen.
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz. (
alem.
,
um 1430
):
hinder dem tuͦch gieng der baupst, angelait als ain priester, dann das er ains rocks mer anhett, dann ain priester.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
Die artzet sint halb geistlich und halp weltlich; [...] darumb treit er ein lang kleit, das beichnet den geistlichen stat; er sol oͮch lang, wit ermel haben, gefuͤtert mit einer andern varwen, den der rock ist, das bezeichnet sin weltliche meisterschaft.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
umb die cappellen sind gestannden achtundviertzig prueder in swartzen rocken.
Ziesemer, a. a. O.
192, 37
;
Bihlmeyer, a. a. O. .
Vgl. ferner s. v. .
4.
›weltliche Oberbekleidung für Frauen‹.
Zur Sache:
Kühnel, Bildwörterbuch der Kleidung und Rüstung.
1992, 211
f.;
Lex. d. Mal.
7, 926
f.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 2, , 1, ; vgl. .
Syntagmen:
j
. (eine Frau)
einen r. haben / tragen, einen neuen r
. [wie]
um den venussak tun, j. jm
. (einer Frau)
den r. anlegen / anmachen / geben / schaffen, mit gewalt abziehen
;
der r. ausgezogen sein / werden, jn
. (eine Frau)
bedecken, die röcke mit etw. gefült sein
;
j
. [eine Frau]
sich in röcken schauen lassen, jm. x gulden um den r. schuldig sein
;
der blaue / grüne / lange / rote / schlechte / schöne / weltliche r., das zerrissene röklein
.

Belegblock:

Luther, WA (
1528
):
Das ist die nackete braut, davon Salomon singet ynn dem Hohelied, der der rock und mantel ausgezogen ist.
Ebd. (
1527
/
30
):
Treget eyn meydleyn eyn krancz, rothen rock, ßo ist sies Tewffels.
Ebd. (
1544
):
Mich armes Meidlin, in meinem zerrißnen roͤcklin hat er angesehen, das machet mich froͤlich.
Gille u. a., M. Beheim
124b, 698
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Wann sie moht kumm gehane | ainn slehten rak, der sy pedakt | nicht czu czird, czu noturfft dy makt.
Banz, Christus u. d. minn. Seele
1643
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Dar nach kempt aber mit diner süßen gigen | Und woltest den weltlichen rok nit an mir liden | Und zugt mir in ab mit gewalt.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
dú erst jungfrowe zoh ir [kúngin Hester] dú alten klaider ab; dú ander lait ir schuͦhe an; dú dritte lait ir ainen langen rok an.
Boner, Urk. Aarau
829, 16
(
halem.
,
1562
):
Jhre Kleider vermacht sie irer lieben schwöster Anna [...] vsgenommen ein schuben vnd ein rock.
Zingerle, Inventare (
vorarlb.
/
tir.
,
15. Jh.
):
am ersten hab ich ir [dochter] geben ain rogk vnd ain mantel für xii mark [...], mit sneider- vnd macherlon.
Schorer, Sprachposaun
74, 6
;
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. ;
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
716, 50
;
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
391, 2
;
Vgl. ferner s. v. 1, 2, 1.
5.
›Ordenskleid, Ordenstracht für Frauen‹.
Bedeutungsverwandte:
1
, 1.

Belegblock:

Sievers, Oxf. Benedictinerr. (
hess.
,
14. Jh.
):
wer ir nemet den rok, sie budet im auch den mantel.
Einer ieclicher suster genuge mit zwein rokken und zwo cogelen zu habene durch die nacht und durch daz wesene.
Banz, Christus u. d. minn. Seele
882
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Suß steken ich und worgen | In ainem alten grawen rok: | Ich het in nit etwen genomen ze ainem sok.
Vgl. ferner s. v. 8.
6.
›Hülle, Umhüllung, Bekleidung‹ (von sachlichen Bezugsgrößen); im Einzelnen: ›Form, Gestalt‹ (einer Einheit, z. B. des
microcosmus
, der
christenheit
, einer Sprache); ›Haut, Häutchen, Membran‹ (z. B. vom Auge, von der Blase); ›Rinde, Blattwerk, Frühlingsgewand‹ (von Pflanzen, Bäumen).
Bedeutungsverwandte:
1, , 3, 1; 2; vgl. , 1; 3, 2,
1
10.
Gegensätze:
1
.

Belegblock:

Luther, WA (
1534
):
die blumen nehen, spinnen nichts und haben so schone rocklin, das sie alle seidenstucker zu schanden machen.
Schorer, Sprachposaun
6, 22
(o. O.
1648
):
damit er [ein jeder] [...] den Sammeten Rock seiner Sprach mit andern laufigen vngleichen Lappen muͤgen [...] schaͤnden.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
dar umb haizt er [mensch] in kriechischer sprâch microcosmus [...]. dar umb sprechent hübsch leut: ich sach alle werlt in ainem rock.
Daz aug ist gesetzt in siben röcke.
durchgênt si [âdern] den obern rok der plâsen und dar nâch gênt si sô lang zwischen den zwain röcken der plâsen, unz daz [...].
daz niemant behalten werd auzerhalb des rockes, daz ist auzerhalb der ainigung der hailigen christenhait.
daz holz hât mêr rinden oder röck umb sich dann áinen rock.
Klein, Oswald
42, 55
(
oobd.
,
v. 1408
):
Stauden stock | machet schock, | rauhen rock | als ain bock, | löblichen bedecket.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob ;