rinne,
vereinzelt
2
renne, die
;–/-n
;1.
›schmale, länglich verlaufende Vertiefung im Boden bzw. aus unterschiedlichem Material hergestellte Rille oder Röhre, durch die Wasser strömt oder abfließt‹; im Einzelnen auch: ›Graben‹; ›Wasserleitung, Wasserrohr, (künstlicher) Wasserlauf (als Teil eines Bewässerungssystems, als Wassertrog für Tiere u. Ä.)‹; ›Dachrinne, Regenrinne‹; ›Abfluss‹.Syntagmen:
die r. bessern / darlegen / halten / schlagen, j
. [wo] (z. B. an etlichen orten, unter der tiefe
) rinnen haben
; die r
. (Subj.) [wie] (z. B. beinen / eisen / hölzern / rostig
) sein,
[wo] (z. B. unz an die strasse, unz auf js. acker, von hinten herfür, von dem se hinab, zwischen js. häuser
) gehen, die rinnen wie spiegel scheinen
; das wasser
(Subj.) durch eine r. gehen, seinen ablauf nemen, in eine r. fliessen / gehen / rinnen, j. sich von wegen der rinnen beklagen, jm. etw. zur rinne geben
; die rinnen des müllers
; die r. am karpfenteich, in den äckern, von x schuh, zwischen dem haus und der schule
; die hintere / vordere r., eichene / verborgene rinnen, x rinnen
; [ein Betrag] auf / für rinnen (auf das haus, in die badestube
), zu den rinnen zu schneiden, das dach mitsamt den rinnen
.Wortbildungen:
rinlein
rinmeister
rinnengeleger
rinstein
rinwerk
Belegblock:
ir gewandt stehen bis an den renstein, und [...] vil klagen, und das nichts darzu gethon wirt.
waz künnes diu rinne sî, dâ durch ez [wazzer] mir würde, weder îsenîn oder hülzîn oder beinîn oder rostic.
[sie koren] zu almundern und rinmeistern Rudolf zu Landecke und Cuncze von Hocheim.
hunde, horten, rauffen und rinnen stehen halb u. g. h. und muß der schaffmeister dieselben halten.
4 g. uff czwu rynnen in dy botstobe eyme von Slepsk.
3 ar. g. ern Jeorgen Walterßdorff zcur rennen zcwischen seinem haus und der shulen gegeben.
Und ist aufzwͤschawͤen auf dem guͤszpet und des muͤlners rynnen; do fallen oft fisch ausz.
Dÿ zweÿ obern teill beleiben zw der leng des rinleins vnder der nasen.
Rinne inn aͤckern.
da sol allewegen der, der den gibel buwet, [...], ain rinnengeleger uff den gibel machen und die ersten rinnen daruf legen dem, der die hofstatt gegeben hät.
Damit aber dise geng sauber vnnd trucken bleiben / haben sie an etlichen orten / vnder der tieffe verborgne riñen / mit langen brayten stainen bedecket dardurch das Regenwasser so wol / alß das von den Roͤrbrunnen / seinen ablauff nimmet.
von dem Eschelbach get die holtzmarch dezselben holtz untz auf den sê und von dem sê hinab die rinnen untz auf dez smitz akcher.
durich die unrain dienner get es [liecht] alles durich ain rinn und wirt nicht gemailiget.
und umb denselben gang und umb die rinnen, die zwischen ir paider heuser, darin ir paider wasser rint, von hinden herfür unzt an die strass get.
[der benant Schurf] hiet ein rinnen dargelegt, darin das regenwasser von paiden heusern ging.
Es söllen auch weder Geistlich Edl, noch vnedl [...] aus Iren hewsern, Rynsal vnd runsen richten.
rennen proprie emptas ad fusata civitatis numero 2 ad novum fusatum flor. 1 den. 20.
Toeppen, Ständetage Preußen
5, 684, 19
; Schmitt, Ordo rerum
54, 24
; Bremer, Voc. opt.
5127
; Uhlirz, Qu. Wien ;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
51, 17
; Voc. Teut.-Lat.
aa viijv
; ‒
Vgl. ferner s. v. .2.
›Ausflussrinne der Weinpresse, Rinne im Pressbett‹; als Spezialisierung anschließbar an 1.Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Wortbildungen:
rinkiner
rinzuber
Belegblock:
sollen wir den herren von den reben [...] järlichen vorûs geben den zehenden [...] vnd ouch den trottlone vor der rennlin one gevärde.
ze herbst zit so man wimnont im torkel under der rinnen italigen vorlaͧsse von dem Haintzen Arnolt.
Dar zuͦ soͤllen ouch zuͦ gericht werden die deckinen, rinn kiener, on die der most nit gemacht mag werd.
emǎls die win korn dem truck under worffen werdent, so tuͦ von den rinn zuber dem erst geloffnen win in ain nuͤwen kruͦg.
das dehainer von sant Kristinen enkainen win, den er under der rinen oder darnach erkouft hant, in unser stat nit schenken sol.
3.
›natürlicher Wasserlauf‹.Belegblock:
Cauerna rinczel in stainen.