nusch,
der
;
–/-e
, auch
+ Uml.;
zu
mhd.
nuosch
›Rinne, Trog‹
(; ).
– Obd.
1.
›(aus Holz oder Stein gefertigter) Trog für Haustiere‹; wohl auch: ›Holzblock, aus dem ein Trog ausgehauen wird‹.
Phraseme:
sich wie säue zum nusch heben
o.ä.
Bedeutungsverwandte:
1.
Syntagmen:
kein ros aus dem nusch trinken lassen, die sau im nusch liegen, wasser
(Subj.)
in den n. laufen, wasser
(Akk.obj.)
in den n. geben
, (das Schwein)
zum n. locken
;
n. der sünden / schanden
(mit gen. explicativus).

Belegblock:

v. Groote, Muskatblut (
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wan ir doch sit in duser zit | in sünden nosch, der schanden mosch | kan uch nit uberwerden.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
[ein saw] Gibt auch kein wollen noch kein millich, | Ligt nur im nüesch und frist unbillig.
Wiessner, Wittenw. Ring
5571
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
da mit so huob sich frauw und man | Hin zum tisch sam säw zum nuosch.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
darbei itst ain trog oder nuesch, da das waßer in lauft.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
um 1365
):
Man sol auch fuͤrbaz chainerlay holtz, paem, saewln, nuͤsch [...], lenger an dem margt lan ligen, dann [...].
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1489
, Hs.
16.
/
17. Jh.
):
man soll auch kein ross auß dem emer noch auß kainem nuesch nicht dabei drinken lassen.
Spechtler u. a., Frnhd. Rechtstexte
1, 162, 20
;
Siegel u. a., Salzb. Taid. .
2.
›aus Holz bestehender Abfluß für Dachwasser, Dachrinne; aus Holz oder (wohl seltener:) Stein bestehender Abflußgraben, -kanal, Abflußrinne‹; wohl auch: ›Rohmaterial (Holz) zur Herstellung von Dachrinnen‹.
Zur Sache: der
nusch
2 ist oft Grund nachbarlicher Beschwerden; als wirtschaftlicher Gegenstand unterliegt er rechtlichen Regelungen.
Bedeutungsverwandte:
, 1, 1, .
Syntagmen:
einen n. legen / richten / vermachen, an die mauer machen, im tal feil haben
;
ein n.
(Subj.)
nicht auf das pflaster fallen sollen
;
waldzins auf einen wagen n. schuldig sein, ein weier in einen n. auflus haben, j. um n. klagen
;
der steinene n
.;
ein haus unter einem n
.;
ein wagen n
.

Belegblock:

Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
473, 8
(
halem.
,
1424
):
auch die haͤuslen oder hútten und dachwerck mit den núschen und was von holzwerk [...] alles verprunnen.
Bremer, Voc. opt.
5127
(
schwäb.
/
mbair.
,
1. H. 15. Jh.
):
Canalis kenel [...] nuͦsch [...] rinn [...] est instrumentum longum et concavum, per quod decurrit aqua.
Chron. Augsb. Anm. 3 (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
es söllen alle nüsche fürbaßer nit mer uff das pflaster fallen noch ußer allen kuchin.
Bastian u. a., Regensb. UB
328, 19
(
oobd.
,
1368
):
ez solt auch der Chraft mit seinem stayneyn nusch nichtz zuͦ schaffen haben, ez wer dann, ob [...].
Auer, Stadtr. München (
moobd.
,
n. 1347
):
Swer ze chlagen hat umb mauerstet oder umb maur [...] umb nüesch, umb trophstal, umb einfert oder umb liecht, [...], so [...].
All nüsch, die über Iser hergent, die sol man neur in dem tal vail haben an eritag und an michken.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
16. Jh.
, Hs.
2. H. 17. Jh.
):
so sint sie waltzinß darvon pflichtig und schuldig alß: [...] Von ain wagen nußl das ist 12 nußl viij ₰.
Bastian u. a., a. a. O.
76, 30
;
227, 28
;