ricken,
V.
1.
›häkeln, sticken‹; ›etw. zusammenschnüren, fesseln‹; ›etw. (mit einer gehäkelten Naht, Schnur) verzieren‹; ütr.: ›sich verbinden‹;
zu 5.
Bedeutungsverwandte:
, 1; vgl. 1.

Belegblock:

Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
dy breiten hemde [...] trugen dy manne unnd forne geriket.
Gille u. a., M. Beheim
449, 430
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
etlich dy waren umb die hels mit also grassen | slangen gerikt.
Sachs (
Nürnb.
1564
):
[ein reicher herr] ließ mich lehren seidensticken, | Mit edlem gstein und berlein ricken.
Ebd. (
1565
):
Ich aber kan [...] | Mit gold die pruest und erbel ricken.
Niewöhner, Teichner
579, 66
(
önalem.
,
um 1433
):
was in der welt si, | daz ist nit so wunderhaft | als der cloͤster geselschaft, | da sich sechz ze ain ander stricken | oder zwoͤlff ze ain ander ricken.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Huben rich gestrikett, | Von frowen hand gerikett.
Barack, Teufels Netz ;
2.
›etw. einfrieden, einhegen, umzäunen‹;
zu 2.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , 1.

Belegblock:

Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. (
mosfrk.
,
1507
):
helfen ricken sticken iagen ist nit bisher noet geschehen daselbst.
Grimm, Weisth. (
rhfrk.
, o. J.):
Item erkennen die schoeffen zu recht, es hab ein probst von wegen der probstey zu ricken vnd zu stricken, so weit vnd breit das gericht gehet.