rik,
der
;
–/ricke, ricken
, auch
;
zu
mhd.
ric
›Band, Fessel, Verstrickung‹
().
1.
›Stange, Latte, Pfosten‹; ›Zaunpfahl, Zaunlatte‹; speziell: ›Sitzstange für Falken‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.
1
1, , (
der
), 6.
Wortbildungen:
rickenzaun
(dazu bdv.: vgl. ).

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1403
):
1 scot vor 1 fuder ricken zu furen.
Ebd. (
1408
):
54 m. vor 54 falken [...], 16 scot vor lywant zu den ricken.
Ziesemer, Marienb. Konventsb.
236, 13
(
preuß.
,
1409
):
dy ronen nam der karwansherre czu ricken.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 668, 37
(
preuß.
,
1435
):
Von ricken czewnen, vorflos und graben czu halden.
Lohmeyer, K. v. Nostitz (
preuß.
,
1578
):
Es müssen gelochte pfale sein rigken durchzustossen.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 141, 12
(
omd.
,
1425
):
II s. Marquarde, vor ricke umme dy schune czumachen.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
17, 6
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Dy Tartirn dy wonen [...] uf den veldin [...] unde machin husir yn von rickin.
Lexer, Tucher. Baumeisterb. (
nürnb.
,
1464
/
75
):
Derselben grossen pesten prunnseil soll alleweg ein pare auf der vesten im sale an einem rick oder stangen hangen und warten.
Voc. Teut.-Lat.
bb jr
(
Nürnb.
1482
):
Rick odʼ stang.
Thiele, Minner. II,
13, 404
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
manig weidman [...] | [...] nympt sich dogen edler vogel an | mit falschen stricken, ricken unnd auch neczen.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
4398
;
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 172
;
2.
›Zaun (aus Latten, Stangen)‹; metonymisch im Einzelnen: ›Einfriedung‹; ›Verschanzung‹; ›eingezäuntes Gehege; Stall‹; ›Weide‹.
Bedeutungsverwandte:
(
die
), ; vgl. 2, 1.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
1, 669, 6
(
preuß.
,
1435
):
weme schaden geschit im getreide durch ricke ader czewne, so sal den schaden vorhalden, durch des czewne ader ricke der schade geschit.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 590, 16
(
omd.
,
1435
):
Itczlicher sal seyme nagbuer gleich ricken, czeunen und seyne broche pflugen.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
27, 10
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
In czen tusint rickin und me sten stetis ij pfert bereyt.
Tobler, Schilling. Bern. Chron. (
whalem.
,
1484
):
als si darkament hinus gen Richtessen ze ziechen und da die huͤten und ricke [...] zü besechen.
3.
›Gestell (mit Haken) zum Aufhängen von Kleidung, Waffen u. Ä.‹.
Bedeutungsverwandte:
1; vgl. 1, 3.

Belegblock:

Schmitt, Ordo rerum
221, 6
(
nd.
,
1400
):
rike [...] stangen do man gebant an hecht.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
36, 36
(
preuß.
,
1437
):
Im sniczhusze [...] 12 bereiter armbrost am ricke.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe (
thür.
,
1421
):
die gyngk unde vant den mantel hengen uf dem ricke.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 624, 23
;
4.
›durch einen Zaun begrenzter Weg, schmaler Durchgang, Engpass, Gebirgspass‹; ütr.: ›Ausflucht, Trick, Winkelzug‹.
Gehäuft alem.; vielfach Chroniken.
Bedeutungsverwandte:
14, (
die
),
1
4, 2, 1; vgl. , (
die
) 1, 1.

Belegblock:

Buck, U. v. Richent. Chron. Conz. , Anm. (
alem.
,
um 1430
):
wan er doch durch solich rick, die umb Costentz sind, nit wol komen möcht.
Dierauer, Chron. Zürich
228, 6
(
halem.
,
15. Jh.
):
Do seit inen ir kuntschaft, das si anders niena koͤndint gen Tuͦm komen, denn durch ein rik.
Qu. Schweiz. Gesch. (
halem.
,
um 1470
):
die huten und rick, so die Oestr. [...] ingenomen hattent, ze besechen.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
fuͤrkamend die Etscher und [...] besazten etlich rick und plaͤz.
Jörg, Salat. Reformationschr.
474, 14
(
halem.
,
1534
/
5
):
Die von Zürch übersachend nüt [...] erchluffend all winckel und rick.
Ebd.
486, 22
:
ob glych wol ein sach von allen partyen übergeben [...] was es aber den sectern nit glatt [...] suͦchtend uszüg / schlüpf / und rick / ze entgan.
Ebd.
564, 19
:
Dann sy die paner daheim behielltend / von wegen des anstoß der Berner an jr land / da sy dann ouch am Brünegg / und allen ricken guͦtt wachten.
Adomatis u. a., J. Murer. Bab.
4790
(
Zürich
1560
):
Ich louff uß vil straassen und rick.
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 86, 39
(
Luzern
1616
):
Ir wüssendt alle Rickh vnd Renckh! | verkeerendt den Menschen Sinn vnd denckh.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 250, 7
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen ;
Zingerle, Inventare ;
5.
›Band, Fessel, Schlinge‹; ütr.: ›Verflechtung, Verbindung‹; speziell: ›Anziehungskraft‹.
Bedeutungsverwandte:
2.
Wortbildungen:
rikleine
›Seil‹ (dazu bdv.: vgl.
1
, , ,
das
).

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Ämterb.
7, 25
(
preuß.
,
1398
):
12 nue ryklynen.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Secht, dirre glosen knoten | Die sint vil gar verboten, | Daz sie niemant entstricke. | Wand disser wochen ricke | Beduten jar mit tagen.
wen daz ich cranc | Stunde vor Gotis blicken | Von disser sunde ricken | Vol endene.
Pyritz, Minneburg
704
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Welhes die mynne lieb wil haben, | Daz lese ditz buchlin dicke! | Sin wunderliche ricke, | Sin frage, sin entwurt, die ez hat, | Zum ersten nieman reht verstat.
Gille u. a., M. Beheim
184, 64
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
der vogler [...] der den rik | ist pereiten und legen.
Ebd.
195, 53
:
ist [...] ein rik | der frauen czarter aneplik.
Gille u. a., a. a. O.
101, 6
;
Matthaei, Minner. I, ;