rik,
1.
›Stange, Latte, Pfosten‹; ›Zaunpfahl, Zaunlatte‹; speziell: ›Sitzstange für Falken‹.Wortbildungen:
rickenzaun
Belegblock:
dy ronen nam der karwansherre czu ricken.
Von ricken czewnen, vorflos und graben czu halden.
II s. Marquarde, vor ricke umme dy schune czumachen.
Dy Tartirn dy wonen [...] uf den veldin [...] unde machin husir yn von rickin.
Derselben grossen pesten prunnseil soll alleweg ein pare auf der vesten im sale an einem rick oder stangen hangen und warten.
Rick odʼ stang.
manig weidman [...] | [...] nympt sich dogen edler vogel an | mit falschen stricken, ricken unnd auch neczen.
2.
›Zaun (aus Latten, Stangen)‹; metonymisch im Einzelnen: ›Einfriedung‹; ›Verschanzung‹; ›eingezäuntes Gehege; Stall‹; ›Weide‹.Belegblock:
weme schaden geschit im getreide durch ricke ader czewne, so sal den schaden vorhalden, durch des czewne ader ricke der schade geschit.
Itczlicher sal seyme nagbuer gleich ricken, czeunen und seyne broche pflugen.
In czen tusint rickin und me sten stetis ij pfert bereyt.
3.
›Gestell (mit Haken) zum Aufhängen von Kleidung, Waffen u. Ä.‹.Belegblock:
rike [...] stangen do man gebant an hecht.
Im sniczhusze [...] 12 bereiter armbrost am ricke.
die gyngk unde vant den mantel hengen uf dem ricke.
4.
›durch einen Zaun begrenzter Weg, schmaler Durchgang, Engpass, Gebirgspass‹; ütr.: ›Ausflucht, Trick, Winkelzug‹.Gehäuft alem.; vielfach Chroniken.
Belegblock:
wan er doch durch solich rick, die umb Costentz sind, nit wol komen möcht.
Do seit inen ir kuntschaft, das si anders niena koͤndint gen Tuͦm komen, denn durch ein rik.
die huten und rick, so die Oestr. [...] ingenomen hattent, ze besechen.
fuͤrkamend die Etscher und [...] besazten etlich rick und plaͤz.
Die von Zürch übersachend nüt [...] erchluffend all winckel und rick.
Ebd.
486, 22
: ob glych wol ein sach von allen partyen übergeben [...] was es aber den sectern nit glatt [...] suͦchtend uszüg / schlüpf / und rick / ze entgan.
Ebd.
564, 19
: Dann sy die paner daheim behielltend / von wegen des anstoß der Berner an jr land / da sy dann ouch am Brünegg / und allen ricken guͦtt wachten.
Ich louff uß vil straassen und rick.
Ir wüssendt alle Rickh vnd Renckh! | verkeerendt den Menschen Sinn vnd denckh.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 250, 7
; Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen ;
5.
›Band, Fessel, Schlinge‹; ütr.: ›Verflechtung, Verbindung‹; speziell: ›Anziehungskraft‹.Belegblock:
12 nue ryklynen.
Secht, dirre glosen knoten | Die sint vil gar verboten, | Daz sie niemant entstricke. | Wand disser wochen ricke | Beduten jar mit tagen.
Welhes die mynne lieb wil haben, | Daz lese ditz buchlin dicke! | Sin wunderliche ricke, | Sin frage, sin entwurt, die ez hat, | Zum ersten nieman reht verstat.
der vogler [...] der den rik | ist pereiten und legen.
Ebd.
195, 53
: ist [...] ein rik | der frauen czarter aneplik.