rettung,
die
,
vereinzelt
rettigung,
die
.
1.
›Hilfe, Beistand, Unterstützung einer Person / Personengruppe in Not, Gefahr, Bedrängnis‹; speziell: ›militärische Unterstützung‹;
zu 1.
Phraseme:
jm. rettung tun
›jm. zu Hilfe kommen‹.
Bedeutungsverwandte:
1
1; 2,
1
1, , (
der
) 1, 8, ,
1
1, 1, .
Syntagmen:
r. erfaren / finden / fülen / geben / haben, (jm.) schicken / senden / wirken
;
die r
. (Subj.)
folgen, jm. geschehen, sich finden
;
j. durch r. zu dem her fliehen, um r. schreien, jn. um r. anlangen / anrufen, j. jm. zu r. kommen
;
die gnädige r
.

Belegblock:

Thunert, Ständetage Preußen (
preuß.
,
1472
):
binnen dem er unsern feinden gleichwol rettung wil senden.
Luther, WA (
1544
):
wenn Christus helffen sol [...] Da kompt er mit seiner huͤlffe und beweiset sich also, das er noch trost, rat, schutz und rettung hat.
Ebd.
127, 26
:
darumb lesst er dich solchs fuͤlen, das du auch seine huͤlffe, wolthat und rettung erfarest und fuͤlest und also gleuben und vertrawen lernest.
Denn er [Loth] spuͤret dabey Gottes hilff und gnedige rettung wider die gotlosen.
Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
man sagite ouch, das sich der pfalczgrave gross gesammet hatte, unnd man meynte, her worde sinem bruder dem bisschoffe zu koln redunge thu.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1449
/
50
):
dieselben hetten rettung von den vom Lichtenhoff, und wenn in die feint zu nahent chomen, so fluhen sie gegen dem Lichtenhoff.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
als das pundisch heer, [...], auch dem zusatz uff dem schloß [...] ain losung mit abbrennen ains hofs geben, das sie inen zu rettung und hilf kemen.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. Vorr. (
Straßb.
1650
):
Wann ich auß bekümmertem Hertzen zusehe, wie Sie mit demütigen thränen den Himmel vmb hülff vnd rettung angelangen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Dy Sarratzen fluhen durch rettumb zu irem her.
Moscouia
C 3r, 18
(
Wien
1557
):
wie die nun etliche Flecken vnd beuestigungen eingenummen / erst schickt Khuͤnig Sigmund die rettung gegen Smolensco aber zu spat.
Gille u. a., M. Beheim
99, 1006
;
453, 27
;
158
;
103, 610
;
Voc. Teut.-Lat.
aa viijr
;
Vgl. ferner s. v. 1, 4.
2.
›Abwehr, Abwendung einer Gefahr‹; ›Befreiung von, Rettung aus einer Gefahr‹; metonymisch: ›Ausweg, Entkommen‹;
zu 2.
Phraseme:
rettung tun
1 ›Feuer löschen‹;
rettung des feuers
›Löscharbeiten‹.
Bedeutungsverwandte:
, , 2; zur Metonymie: 1; vgl. 1, (
die
) 2.

Belegblock:

Luther, WA (
1544
):
Denn er wuste sonst kein loch noch rettung zu finden, der arme Christus, da er in seinen Aposteln und Martern gefangen und getoͤdtet ward, denn das er die gantze stad in einen hauffen risse.
Ebd. (
1532
):
Darumb ists gar ein grosse freiheit und rettung von solcher furcht, die widder die liebe ist.
Ebd. (
1538
):
Wens dahin kompt, das laster gutte sitten werden, ist keine rettung mehr.
Hertel, UB Magdeb. (
omd.
,
1469
):
Der Kuffenfurer sal auch alle nacht die bornkuffe ful wassers [...] haben zcu rettung.
Gille u. a., M. Beheim
453, 1337
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Auch hetten sy gar kainen trost | durch kain retung die sie erlost.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
146, 26
(
Nürnb.
1548
):
vnd sol darnach dennoch auch rettung / hilff vnd trost folgen das Got den mangel wenden / [...] / vnd mit freuden das end wandlen.
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
,
1568
):
damit man in ainer not oder prunst darauf
[auf den Rauchfängen auf dem Dach]
hin und wider geen und rettung tuen muge.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
94
(
mslow. inseldt.
,
16. Jh.
):
Soll ein Ietzlicher Viertelmaist(er) ein Zehendter verorndnen, d(er) mit seinem volckh wue feuer auskem, von stundan, darzue lieff vnnd rettung thett.
Reichmann, a. a. O.
144, 34
;
3.
›Bewahrung, Wiederherstellung eines als werthaft erachteten Zustandes (z. B. Ruf, Ehre)‹; speziell: ›Bewahrung, Rettung des eigenen Lebens‹;
vgl. 1.
Phraseme:
rettung tun
2 ›Widerspruch gegen eine zu Unrecht erhobene Forderung einlegen‹ (vgl. ).
Bedeutungsverwandte:
4, 1, 1, .
Gegensätze:
.
Syntagmen:
jm. r. schuldig sein
;
die r. des leibes, des guten namens, der ere / gewalt / überkeit / unschuld, des gerüchtes / gutes / lebens / vaterlandes
.

Belegblock:

Luther, WA (
1521
/
2
):
Got wirt sie wol finden und yhn geben, nach dem sie yhrer gewalt und ubirkeyt tzu rettung oder vorderben yhrer unterthan an leyb, gut und seel braucht haben.
Ebd. (
1533
/
6
):
das wir unser lebtag so undanckbar und sundlich zubracht haben mit liegen, falschen, boͤsen meulern wider unsern nehesten, dem wir doch schuͤldig sind rettung aller seiner ehre und unschult.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim. (
Frankf./M.
1649
):
Die Obrigkeit erweiset hier an jhren Eyffer / den sie zu rettung goͤttlicher Ehre tragen.
wo solte man dieselbige [Muͤhe vnd Kosten] lieber vnnd billiger anwenden / alß zu rettung Leibs Lebens / vñ guten Nahmens der vnschuldigen?
Opitz. Poeterey
22, 8
(
Breslau
1624
):
zue rettung meines geruͤchtes / welches wegen voriger vbereileten edition sich mercklich verletzt befindet.
Kohler u. a., Bamb. Halsger. (
Bamb.
1507
):
welcher ein rechte notwerhe zu rettung seines leybs [...] thut vnd denjhenen, der jne also benoͤttigt, in soͤlcher notwerh entleybet.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen (
halem.
,
1525
):
das si von kriegslöfen [...] zuͦ ufenthalt, schirmung und rettung irs vaterlands und gmeinen nutz etwa stür [...] anlegen müssen.
Leidinger, V. Arnpeck (
moobd.
,
v. 1495
):
ob der erzbischof und di bischof und di pfaffen, geistlich oder weltlich, sich mit geistlicher oder weltlicher wer oder rettigung gen uns seczent.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
534, 876
;