retten,
V.;
im Prät. gelegentlich ratte
; im Partizip häufig verkürzte Form: geret
.1.
›jm. helfen‹; ›jn. unterstützen‹; ›jn. / etw. / sich schützen, (vor e. S. / vor jm.) bewahren‹; ›jn. / etw. (kämpfend) verteidigen‹; ›jn. / etw. aus einer Gefahrensituation retten, befreien, in Sicherheit bringen‹; in religiösen Zusammenhängen auch: ›jn. zur Umkehr (im Glauben) bewegen‹; mit Gott als handelndem Subjekt: ›jn. erlösen‹.Phraseme:
˹rette jo
; retigo
(u. Ä.)˺ ›Hilfe!‹; den raub retten
›gestohlenes Gut zurückholen‹.Syntagmen:
jn
. (z. B. den menschen / mitbürger / nachbarn / vater / vogt, die auserwälten / bauern, land und leute
) r
., (jm.) etw
. (z. B. den leib / namen, die ere / freiheit / manheit / tugend, das gut / leben
) r
., etw
. [wie, womit] (z. B. durch rechte gegenwer, gegen ein gebürliches berggeld, mit js. kunst, mit gefar des lebens, nach js. vermögen
) r
., jn. aus der not, aus den händen des henkers, vor gewalt, vor der furcht des todes r., das land vor den türken r
., sich r
., sich seines lebens r., sich vor dem untergang r
.Belegblock:
hundert tausent kartheuser [...] schmeltzen wie butter an der sonnen, denn sie kuͤnden yhe mich nicht retten fur der furcht des todts.
Denn da er sihet und weis, das sein Nehester suͤndigt wider Gott, dencket er nicht, wie er jn bekeren oder retten moͤge aus Gottes zorn und verdamnis.
Solt Got nicht seine ausserweleten retten, die tag und nacht zu jm schreien?
Jst das nicht ein kleiner, kindischer Gott? Der sich selbs nicht rettet und seine Kinder so leiden lesst.
Fuͤrsten sind nicht von Gott gesetzt, widwen, Waisen, arm, elende Leute, zu plagen, sondern zu schuͤtzen, retten, helffen.
Er trawet immer seinem Got, | Der ret ihn nun aus dieser not.
Es soll vñ ist schuldig ein yeder vnser mitburger vñ vnderthan dẽ andern synen mitburger zu schirmen vñ zuretten so einer võ frembden genoͤtigt oder vergeweltigt wurde.
Ich hab gebrechen am hindern Fuß. | Wenn du darfür wist jrgendt Buß, | Mit deiner Kunst mich koͤntest retten, | Ich hab in einen dorn getretten.
sollen wir jn retten, vertheidigen, schützen, lösen, außbürgen, vor Leibs schaden verhüten.
Giengen auch eylends fuß hin, ihrem meister seine ehr und guten namen selbs zu defendiren und retten.
Seytenspyl stillet zorn vnd retet dugent.
ich wil den vater min | Selber retten und striten mit der hant, | daz felt mit toten betten.
das ich dardurch mein leyb und leben retten möcht und nit also unschuldigklich in tod geantwurt werden.
der mag sein leyb vnd leben on alle straff durch rechte gegenwerh retten.
die ranten zuͦ den wegen und ratten die buren mit iren triwen und begiengen lob und er.
land und leut [...], die ich mit allen kreften und oftermals mit gefar meins leibs und lebens geredt, vertheidingt [...] hab.
käm si mir dan in solh genäch, | das ich die manhait retten solt, | ich fluh ir nicht, gult, was es wolt.
und hyetten gern ayn raym gehabt, das sy ires pundts dester mer gelymffen hyetten, wie sich das lanndt vor den Turckhen retten.
Auch vindt man in der geschrifft vil trostes, ler, dro [...], mit den man sich mag retten, das man nicht werd v̈berbunden.
das er im käm durch helfe | unnd im hulf retten leib, land unnd sein eere.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
154, 3409
; Reichmann, Dietrich. Schrr.
230, 17
; Voc. Teut.-Lat.
aa viijr
; 2.
›etw. negativ Bewertetes abwenden, beenden‹; ›eine Gefahr abwehren, beseitigen‹; speziell auf Feuer und Brände bezogen: ›(Feuer) löschen‹.Belegblock:
Wie ein fromer Herr, und ein jeder in seinem Ampt und stand thun sol, [...] der unter ander Geste kompt, [...] wo etwo fahr oder not fur handen ist, mit zuleufft und hilfft retten und wehren.
[Ein
pfaffen knecht missdeutet das Liebesgetändel seines Dienstherren mit der
kellnerin:]
So dacht ich mir dan leide | [...] | Eß wer wol zeyt, | Du retst den streyt, | E sie vergingen peide. Wer in den pergen hat weingärten und zu dem thaidung nit kombt, dem ist man das ganz jar nit schuldig zu wenten noch zu redten weß er schaden nimbt.
do aber, [...], ein feuer bei einem außkëm, der soll [...] manlich retten helfen.