reraub,
der
.
›Beraubung eines Toten‹; metonymisch: ›das einem Toten geraubte (Beute)gut‹; speziell: ›Einnahmen aus Prostitution‹; ferner: ›Beraubung einer wehrlosen Person‹; zu (
der
), 1.
Älteres Frnhd.; gewisse Beleghäufung für Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
1
1, 1; vgl. 1, 2, 1; 2.
Syntagmen:
j. den r. angreifen / einziehen / haben / heimbringen
;
der r. geschehen
;
etw
. (Subj.)
r. heissen
;
jn. um r. ächten, vor das landgehegte ding laden, j. von r. sprechen
;
der jämerliche / unerliche r
.

Belegblock:

Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 58, 11
(
omd.
,
1402
):
Niclos [...] ist geecht umme eynen rerowp, den her an der Lodwig Snecopsche mayt hot begangen.
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich (Hs.
A. 15. Jh.
):
Näm ich ez [din gesmide] an din urlap, den reroup griff ich an. | berobete ich einen toten, ich möhte der krone nit gehan.
Lemmer, Brant. Narrensch.
33, 44
(
Basel
1494
):
Er gibt ir vrsach mer zuͦ fall | Dar zuͦ die nochburn mumlen all | Er hab mit jr teyl vnd gemeyn | Sie bring ouch jm den roͤrroub heyn.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
152, 11
(
halem.
,
1373
):
daz selb pferit und oͧch den win behuͦb her Eberhart Brun im selber und zoch da mit den reroͧb inn und hatt oͧch daz selb guͦt und den reroͧb noch.
Bischoff, Steir. Landr. (
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Also ist vmb rerawb, da man nympt, wann ez print, oder da man toten lewten abczewcht oder tragûnden weyben, oder all siech lewt, die sich nicht erwern mûgen; daz haissent allez rerawb.
Rössler, Stadtr. Brünn (
mähr. inseldt.
,
1. H. 14. Jh.
):
Der haizzet ein morder, der ein man tottet und in also toten seines guetes beraubet, und daz haizzet reraub.
Toeppen, Ständetage Preußen
3, 300, 25
;
5, 76, 11
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .