regnen,
V.;
auch in den Schreibformen
2
regen,
rengnen,
regenen,
kontrahiert:
rein
;
zu
mhd.
rëgenen
›regnen‹
().
1.
›in Form von Regen zur Erde fallen‹ (von Niederschlag); meist unpersönlich gebraucht; in 1 Beleg bildlich: ›(von jm. her) fließen, ausgehen‹; zu (
der
).
Bedeutungsverwandte:
, 4; vgl. (V.) 1; 2.
Gegensätze:
1.
Syntagmen:
der himmel, es
(unpersönlich)
regnet
(absolut);
es
(unpersönlich) [wie, wann] (z. B.
ser, ane unterlas, alle tage, tag und nacht, in der ernte, in dem sommer
)
r., es
[wohin] (z. B.
auf den palas, auf die kapelle, durch das dach
)
r., es r., das [...], j. auf jn. r
.;
Jupiter
(Subj.)
es r. lassen, got nicht ein tröpflein r. lassen
.
Wortbildungen:
regenecht
›regnerisch‹ (dazu bdv.: vgl. , ).

Belegblock:

Luther, WA (
1529
):
zur zeit des Koͤniges Achab in vierdhalb gantzer Jar, lies er [Gott] nicht ein Troͤpflin regenen, da kam der zorn auch uber sie, da verdorret das gantze Erdrich.
Ebd. (
1534
):
Da fieng der Bawer an
[als er anstelle von Gott das Wetter bestimmen durfte]
und machets, wie ers haben wolt, und gieng so von staten nach alle seinem wunsch, das es regnet und scheinet, wenn er wolt.
Chron. Köln (
rib.
,
1438
):
it hadde den somer zomail seir geraint alle dage, dat der Rin binnen Coellen in de stat geink.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
40, 18
(
omd.
,
n. 1474
):
Obene in deme felsse ist eyn loch vnde abgrunde, do das wasser yn loyfft, wan es reynt.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
21, 25
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
[dy czouberer] machin mit irer kunst das is nicht reynt uf das pallas.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1420
/
41
):
da hub es an zu vesperzeit zu regen und regent tag und nacht.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
[in Helyas ziten] es was drú jar und sechs manode das es nút enregente und man weder seien noch ernen enmochte.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 8, 19
(
Hagenau
1534
):
Die sonne scheinet / der hymel regnet / das korn wechset.
Morrall, Mandev. Reiseb.
33, 18
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
wenn da selbes ainest regnot in dem sumer, so wúrt das land vol múse.
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
852
(
schwäb.
,
1455
):
So ist der tempel schwach. | Es regnet durch das dach | Und ist noch ungebüwen.
Boot, Cassiodor. Hist. Eccl.
297, 20
(
moobd.
,
um 1385
):
Wann der herr, der sun, der fliuzt und regent vom herren, dem vater.
Mollay, H. Kottanerin
31, 5
(
moobd.
,
1439
/
40
):
Ettwann regnats, daz der edel Kung oft vast ward begossen, Wann wir heten vns nicht zugericht auf ain lange Raẏs.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
um 1553
):
Es soll ainer dem andern die velder im fridt bei schönen wödter achtag, aber in regenten wetter vierzehen tag lang halten.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
29, 18
(
tir.
,
1464
):
,Ir sult sein parmherczig, als eür vater parmhercig ist‘, ,der da rëgent auf die gerechten vnd auf die vngerechten [...].‘
Vgl. ferner s. v. 4, 13.
2.
›in großer Menge (wie Regen) herabfallen, auf die Erde, auf jn. niederfallen‹ (z. B. von
blut, feuer
oder
schwefel
); von Personen: ›in großer Zahl auftreten, in Erscheinung treten‹; vereinzelt transitiv (von
got
oder dem
himmel
als Handelndem) bzw. in Konstruktionen mit
lassen
; anschließbar an 1; zu (
der
).
Phraseme:
es
(unpersönlich)
wird drek regnen
›ein Unheil droht, steht bevor‹;
es jm. auf das armbrust regnen
›jn. unangenehm überraschen‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 1; 2, 2,
1
1, .
Syntagmen:
es
(unpersönlich)
etw
. (z. B.
blut / feuer, bäbste / exempel / frösche / groschen / gulden, gebratene hüner
)
r., got / der herre
(Subj.)
feuer / schwefel r., der himmel barmherzigkeit / gnade r
.;
feuer / pech / schwefel
(Subj.)
auf jn. r., teufel / türken
(Subj.)
über jn. r
.;
j. etw
. [wohin] (z. B.
j. feuer / schwefel in die helle, der herre hagel über ägypten
)
r. lassen, got
(Subj.)
jm. das himmelbrot vom himmel r. lassen
.

Belegblock:

Luther, WA (
1529
/
30
):
Weil wir nu kein wort noch befelh von Gott haben, das fegfeur zu gleuben, so ists eine verfluchte lesterung und luͤgen [...], und wens eitel heiligen Exempel schneyet und regente.
wo der Bapst solche freiheit hette [...] feil gehabt (wie er sonst alles feil hatte), wie solt es von Koͤnigen und Fuͤrsten mit tausend guͤlden zugeschneiet, [...] von Buͤrgern und Baurn mit guͤlden und grosschen geregent haben.
Ebd. (
1531
):
wen wir den Bapst warnen unnd sagen: Hutet euch, Es wirdt dreck regenen, so ists ihnen lecherlich.
Ebd. (
1534
):
da ist nichts denn troͤstliche, freundliche liebe, was man sihet und hoͤret, als trieffe der himel mit honig und zucker und regene und giesse eitel gnade und barmhertzigkeit.
Ebd. (
1537
):
wenn es schon eitel Bepste, Cardinel und Bisschove regnete und sie alle von den groͤsten, koͤstlichsten Gottsdiensten predigten [...], so ist alle jr lere jnn abgrund eitel luͤgen und triegerey.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
563, 1788
(
Magdeb.
1608
):
Die Froͤsch zwungen dasselbe Land / | [...] | Eh denn ein Monat gar vergieng / | Da es Froͤsch zu regnen anfieng.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk. (
osächs.
,
1343
):
An dem tage abir dô Lôth ûz ginc von Sodômis, sô reginte her
[
Mentel
1466 /
Dietenberger
1534 /
Luther
1545:
da reget / regnet es
]
fuͦr und swefil von himele und vorterbite si alle.
Sachs (
Nürnb.
1559
):
Du must dich vor dem jüden bucken | Und thest dich heut nicht recht gesegnen: | Es wird dir schir auffs armbrust regnen.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
Liest jhn das wahre Himmelbrodt, | Reichlich vom Himmel regen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 549, 6
(
Hagenau
1534
):
Es regnet bluͦt. Diß ist eyn Deutsche Hyperbole / wenn man mer sagt denn es ist.
Luther, WA ;
739, 29
;
Schade, Sat. u. Pasqu. ;
Peil, a. a. O.
141, 3046
;
Reissenberger, Väterb. ;
Lauterbach, Orhein. Rev. .
Vgl. ferner s. v. .