redner,
der
;-s/-Ø
.1.
›Person, die spricht‹; speziell: ›Person, die sprechen kann, in den Redekünsten bewandert ist, damit dem Ideal eines guten Redners, des vir bonus
, entspricht‹, die im Einzelnen aber auch dem Verdacht unterliegt, das Wohlreden höher als die (christliche) Wahrheit zu achten; in 1 Beleg mit Tendenz zu: ›Schauspieler‹; offen zu 2; Wortbildungen:
rednerin
Belegblock:
Lesterlichʼ redner Oberactator.
Das ist Demosthenes: Welcher ob er zwar als der vornemeste redener in hohen ehren gehalten worden.
Insinuatio, [...]. Solliche hoffliche ableynung vnd beguͤtigung / brauchent die redner gewonlich am anfang so sy von ungewissen / oder etwas vneerlichen vnd schandtlichen [...] dingen reden woͤllen.
Der redner ist zwitraͤchtig mit dem Dialectico / der in der heyligen gschrifft gelert ist.
Ein redner Anteren / Eim redner geleych thuͦn [...]. Einen Anteren / reden wie ein anderer.
Ein Redner vor dem volck. [...]. Geschwinder vnnd diffiger wolberedter Redner. [...]. Ein guͦter Redner / der sich auff reden wol verstadt.
Wer ain trew hertz und liebliche rede hat / des freünd ist der Künig. [...] das ain Orator / das ist / ain Rath ains Künigs [...] ain Redner sein soll / Vir bonus, Ain frummer man.
Action [...] weiß vnd perd / thuͦn vnd lassen eines Redner oder Spilhalters / so er im reden vnd Spilhalten braucht.
Die ander kunst, so mit worten nur umbgêt, ist ,rhetorica‘ kriechisch, lateinisch ,oratoria‘, teutsch ,rednerin‘: lernt, wie man von einer ieden sach schön hübsch zierlich wol reden kün.
v. Birken. Erzh. Österreich ;
2.
›Person, die für eine andere Person, eine bestimmte Gemeinschaft oder eine Institution spricht, Vertreter, Beauftragter‹ (allgemein); im Einzelnen: ›Fürsprecher vor Gericht, juristischer Beistand, Anwalt‹; ›(z. T. amtlich vereidigter) Vertreter einer Person, einer Obrigkeit oder einer Organisation bei Verhandlungen aller Art (auch bei Kaufverhandlungen) oder in der Administration, Verkünder obrigkeitlicher Anordnungen oder Informationen‹; ›Bote, Gesandter‹; Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Syntagmen:
einen r. bestellen / haben / nemen / schicken, antworten / irren lassen, mit sich bringen, den r. bei der hand behalten, des urteils anfragen, jm
., der gemeine
einen r. vergönnen
; der r. antworten / schwören, etw. ankünden
(z. B. krieg / frieden
), jn. irren, gewalt haben, keinen assessor haben sollen, gut von jm. nemen
; eines redners bedürftig sein
; j. durch den r. klagen, antworten (lassen), etw. (mündlich) fürbringen (lassen), jn. zu einem r. erwälen
; der r. des bundes, der stat, des kamergerichts
; der angedingte / eigene / gesandte / geschworene r
.; die belonung der redner
.Wortbildungen:
Belegblock:
Auff das antwurt des bunts anwelten redner: diser artickl sey nit anders gesatzt, dann [...].
Es mag auch ein iglicher burger hie seßhafftig [...] ein frembden fürsprechen stellẽ / doch dz die rechtsetze durch die geschwornen redener geschehen.
soll ein procurator, redner oder advocat des cammergerichts keinen assessorem [...] in der kost haben.
Ebd.
112, 19
: Ob die partheyen eygne redner haben mögen.
Des glychen die redner ye zuzyten die den gemeinen fürsprechẽ Eydt zuuor nit geschworen hetten.
das sie auf iren gewanten vleiß ein redner zu iren sachen bestalt, der ir handel eingenomen.
Wellicher aber einen Redner vsserhalb den geschwornen gerichtsscheffen nympt.
gesandter Redner / der frid odder krieg ankündet.
Da zü die von Núwemburg durch iren redener antwurten laßen hand des galgen halb.
Belonung der Redner. [...] ordnen wir ouch / das die fürsprechẽ / die parthien so vor vnserm rat oder dem Stattgericht zuͦ handlen haben in der belonung nit überschetzen.
daß ain erbere gmaind iren rödner bei der hand behalten sollt. [...] haben die erberen sechs der gmaind gesanten [...] von dem handwerck der weber und kellermaister zu ainem rödner erwöllet, wölicher die sachen von wegen der gantzen gmaind gehandlet hat.
Procurator, Schaffer / verweser / amptmann / Redner / verwalter in frembden dingen / Fürsprecher / Werber.
Ain redner, der da nimet güt | von ainem, dem er reden tüt, | der ist ain argkwönleicher man, | den solt man nicht ertailen lan.
Swenn der richter oder der stat redner zuͦ einem fewr choͤment, an swelher gassen daz sey, so habent sy payd gewalt.
vmb den vorgenanten chauf. dez Egenanten Erbrechtz. sind Zewgen vnd auch redner gewesen.
der richter und der rat sol der gemain ainen redner vergunnen, als offt in des not geschiecht.
Ich Ludwig Peuntner [...] bekhenne, [...] dasz fuͤr mich kham der ehrwuͤrdig und geistlich herr, herr Thoman [...] mit seinem weisszer und angedingten retner.
es soll kainem clager [...] gestatt werden, das er sich ainen redner irren lass.
3.
›Vokal, Selbstlaut‹.Bedeutungsverwandte:
vgl. .