raspen,
V.
1.
›(etw.) zusammensammeln, zusammenraffen; einsammeln‹; speziell: ›(Erde) zusammenscharren, zusammenhäufen‹; ›(eine Blume) pflücken‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , 1, 1, 4, 1, .
Syntagmen:
etw
. (z. B.
die asche / blume
)
r., etw
. [wohin] (z. B.
heller / münzen / pfenninge in den beutel, erde über etw., das dekbet zu sich, viele werke zu haufen
), [wie] (z. B.
das geld mit der hand
)
r
.
Wortbildungen:
raspe
1 ›Gebüsch, Gesträuch‹,
raspeln
.

Belegblock:

Schöpper Vorr. a (
Dortm.
1550
):
das ich diese Synonyma (so ich dann etwan vor zwoͤlff [...] jaren allenthalben her zu hauff geraspelt) [...] vermehrt [...] ṽn also endtlich durch den druck [...] hab lassen publicieren.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Etlich die gantze Welt durch wandern, | Raspeln der Leut Gelt, Gut vnd hab | Mit jrem Sack vnd Bettelstab.
Pyritz, Minneburg
3284
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Da nu der mynnen raspe | Mich so gentzlich uber wuͤhs.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
Das [Mancherley müntz, häller und pfennig] raspt ich in den beutel mein | Und war auch nit lang reich darbey.
Matthaei, Minner. I, (Hs.
15. Jh.
):
ein volle bluͦmen tauwes naz | raspte ich da gar drate.
Drescher, Hartlieb. Caes. (
moobd.
,
1456
/
67
):
[Der unsaͤlig, durftig priester] gruͤb es [sacrament] in [...] einem winckel derselben kirchen under das ertreich und raspet darüber die erde.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 225
.
2.
›feilen, etw. mit einer Feile bearbeiten‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. 1, 1.
Wortbildungen:
raspe
2 ›Feile‹ (dazu bdv.: vgl. 2).

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
12, 189
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
[Auch soltu] all grobheitt vonn ym schlichten, | [...] | wo das nit schlichten kan din fruntlichs schaben, | so macht du mit bescheide | die raspen etwas herter lassen draben.
raspe / ein grobe Feyl [...]. rapsen / mit der raspen druͤberfahren / oder Feylen.
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
145, 13
;
Vgl. ferner s. v. .