quetschen,
›extremen Druck auf eine materielle Bezugsgröße ausüben‹; im Einzelnen z. B.: ›etw. eindrücken, quetschen‹; ›etw. zusammenpressen‹; ›etw. zerschlagen‹; mit personalem Objekt: ›jn. / etw. verwunden, verletzen‹; ›jn. (materiell) schädigen‹; ütr.: ›jn. quälen, bedrängen, herumstoßen, unterdrücken‹; gelegentlich intransitive Verwendung.
Überwiegend md. / alem.
Syntagmen:
das fleisch
(Subj.) q
. (absolut); jn., die christen / leute / pfaffen q
., etw
. (z. B. den fus / leib, das schif, die natur des menschen, die kirchen / klöster
) q
., jn. durch bosheit, mit hungersnot, mit dem schlägel, dem schwert, um eine säule, unter der trotte q., die welt mit tribulatie, etw. zwischen den händen q
.; die späne
(Subj.) jn. q
., das hirn
(Subj.) aus dem haupt q
.Wortbildungen:
quetsch
quetschlich
Belegblock:
er ist vorwunt durch unsir missetat und iz gequezit
[
zerknischtMentel
1466: ; nd. Bibel 1478:
vertreden;
ist geschlagen wordenWormser Proph.
1537: ;
zuschlagenLuther
1545: ]
durch unsir bosheit. Habent acht uff die falschen propheten, bekleidt mit schoffwoll, von inen zuckend woͤlff. Lond uns den armen drucken, quetschen, toͤdten und fressen.
also wart gotes lip vil sere | um eine sule gequetzet.
gaint af an quijstinge(n) ind muysebisse(n) van 150 mald(er) VI mald(er) malts.
dat men den gepande man ain sijnem lijve of lede sonder argelist gein quetsunge of lemnisse doin ensal.
wie disse welt gequetzst vñ gestoissen is mit mãniger hande tribulacie vnd droeffnisse.
Mit dem slegel ich brechen und qwetschen | Mit ruwe und angest des menschen | Hertze.
Das wir
[Alter und Krankheit]
uns von dir nit scheiden | Bis das wir dich haben geslagen, | Geqwetschet und nidergeslagen. Da entwappeten sie Andru vnd fonden yne sere geqwetzt an manchem ende.
Ebd.
209, 30
: Her Pontus wart des konigs gewar, der sinen vatter erslagen hatte vnd die cristen sere nodigett vnd qwetzschett, wo er sie kont erlangen.
si trûgen ime inkegin alle di sich ubele gehabeten mit maniger hande sûchen und mit quetschunge
[
noͤtenMentel
1466: ; nd. Bibel 1478:
kranckheit;
quelungEck
1537: ;
qualLuther
1545: ]
begriffen wâren. Sy nemen dy erdin unde wyndin, dorno queczschin sy dy erde czwischin den hendin.
Also es zuͦmole winter ist und dúrre vinstere quetschlicher quellender vinsterkeit gelossenheit, daz get úber alle bevindende gebrúchlicheit.
bevint der mensche das, das es
[das Fasten]
sin nature qwetschet und wil verderben, so [...] nim urlob von dinem bichter. die swesteren die es wol vermúgent sunder qwetschunge irre naturen, so múgent si die regel vaste vasten.
das einer [...] geworffen würt mit einẽ scharpfen stein oder ander instrumẽt davon nit allein die hut / sunder auch das fleisch vnd geeder zermürschet vñ quetschet.
wie kanstu herte muͦter solichs an deim haͤrtzen haben, deim kind were lichter sant Agatha marter, dann so ein langes questen.
wer er heer in der statt, er wette alen denen kwëttsch machen, die nütt gehorssam wettend sin, bis das keiner meer in der statt wer.