merteil,
der
,
seltener:
das
;
-s/–
;
teils mit Binnenflexion
merenteil,
mererteil
.
1.
›zahlenmäßig größerer Teil zählbarer sachlicher Bezugsgegebenheiten‹; vgl. (Adj.) 8, 1.
Phraseme:
auch adverbialer Gebrauch der Wendung
das merteil
›meistens‹.

Belegblock:

Stambaugh, Friederich. Saufft.
15, 30
(
Frankf./O.
1557
):
Nu haben solche zeichen nicht allein angefangen zu geschehen / Sondern sind der mehrerteil schon ergangen.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
wenn sy schon fleisch hattend, so ăssend sy es das mererteyl on brott.
Lauater. Gespaͤnste
12v, 20
(
Zürich
1578
):
der merteil deren dingen die mã gmeinlich für Gspaͤnst haltet / sinds gar nit.
Perez, Dietzin
1, 410, 7
;
Schade, Sat. u. Pasqu. ; ;
Lauater. a. a. O.
37r, 14
.
2.
›Mehrzahl als Einzelne gesehener Personen oder eines genannten oder vorausgesetzten Personenkollektivs‹; mit letzterer Nuance offen zu 3; vgl. (Adj.) 8.
Syntagmen:
der m. einen weg suchen, eine metze, macht haben, zu [...], der m. arg, jm. hold sein, ungewapnet reiten, erschlagen werden
;
der m. des volkes
(mehrfach),
der länder
;
der m. unter uns, unter den boten
;
kaufleute der m
.

Belegblock:

Luther, WA (
1523
):
soll gleichwol der mehrerteyll zu handeln [...] macht habenn.
Köbler, Ref. Franckenfort
43, 15
(
Mainz
1509
):
Dwyl aber kaufflüt / hantirer / kremer / [...] der mererteil ire naru͂g in farende habe zukauffen [...] haben.
Edlib. Chron. (
ohalem.
,
um 1500
):
wz also im rechten von den botten gemeinlich oder von dem merteil under jnen gesprochen wirt.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
obd.
1521
):
da hat irer der merentheil ein eigen metzen am barren, die ziehen si köstlicher dan fromer burger wiber gezogen werden.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
und ryttend der mererteyl ungewapnet.
Dreckmann, H. Mair. Troja
46, 17
(
oschwäb.
,
1393
):
durch der willen, [...] der mertail oder wir all mugend werden erslagen.
Vgl. ferner s. v. 1, 21, 2.
3.
›größter Anteil an einer als meßbar gedachten sachlichen Bezugsgröße‹; vgl. (Adj.) 9.
Phraseme:
adverbialer Gebrauch von
das merteil
›zum größten Teil‹.

Belegblock:

Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
die [bistume] zalet men nüt, wan sü das mereteil ligent in der heidenschaft.
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
14r, 314
(
Zürich
1521
):
so mache͂ doch die torechten vnsinnigen narren jnen selbs den merteil der schaden vnnd unrüw.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
Der künig hieß die pŭtt ußteillen und ließ Rengnolden den merteyl.
Maaler (
Zürich
1561
):
Der Merteil deß tags ist man bym tisch gesaͤssen.
Dreckmann, H. Mair. Troja
44, 3
(
oschwäb.
,
1393
):
so habend wir ain vest und wolbehüt stat, ob halt der mertail der wellt wider uns wär.
Wunderlich, Fierrabr.
125, 10
;
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
14v, 5
;
Wackernell, H. v. Montfort .
4.
›Mehrzahl, Mehrheit rechtlich oder politisch entscheidungsbefugter Personen‹; zu (Adj.) 19.
Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
9.
Syntagmen:
den m. zu etw. erbitten / fordern, den m. etw. bescheidenlich
›angemessen‹
dünken
;
der m. zu rate werden, sprechen, etw. machen / setzen / ordinieren, auf den eid erkennen, beschliessen, das [...]
;
dem m. gehorsam sein
;
durch den m. etw. erklären
;
der m. des landes / rates, der stat
;
der rat, das gericht / urteil des merteils
.

Belegblock:

Kollnig, Weist. Schriesh.
112, 21
(
rhfrk.
,
1470
):
by solcher uffzeichniß ist gewest der schultheis und das gericht des merenteils.
Köbler, Ref. Wormbs
193, 10
(
Worms
1499
):
Moͤcht er aber füglich nit Rats persone od’ gericht scheffen gehaben. so soͤllen Sieben gezügen erbar manns persone der mererteil seyen darzu erfordert vñ gebetten werden.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
4, 38
(
nobd.
,
1479
):
Es ist mit dem mernt(eil) beslossen, das man den türn [...] mit bleye decken solle.
Rennefahrt, Stadtr. Bern (
halem.
,
1353
):
wes sich denne der selb rat oder die gemeinde oder der merteil der stat [...], uf den eit erkennent umb hilf.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
der sol denne daz besseren alz den schultheissen, den rat, die zweihundert oder den merteil vnder inen bescheidenlich dunket.