Nocere. Letzen verletzen verunrechten beleidigen beschedigen vernachteiligen ¶ krencken schwächen.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
wer Gote widerstrebit, | Sine zit her halb nicht enlebit, | Die Got im hat gesetzet | Her enwerde ir [zit] geletzet, | Daz sie der tot undervat.
Die sich dir wider setzen | Und nu din ere letzen | Mit valschlicher lere.
Welche seyn aber die frucht? [...], Kratzen, Reyssen, Lettzen, und kein guth worth.
do haben der Doctor und sein Vicarius wiederumb heraber geworffen und ein Schmedeknecht hart ans Heupt geletzt.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
[si] letztin | mit den spern der cristinen pfert.
Der mac vil wol in [stam] letzen, | Daz er joch gar virtirbet.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
655
(
rib.
,
1444
):
De groffheit mochte sij wale me letzen | Dan de salve kunde ergetzen.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
150, 16
(
Frankf.
1535
):
Wer geletzt were an dem gemecht / der neme diß puluers.
Kurz, Waldis. Esopus
(
Frankf.
1557
):
Wer einen schalck mit schalck wil letzen, | Der muß ein auff die schiltwacht setzen.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
(
Frankf.
1560
):
die unversehen Geschuͤtz letzen mehr.
Bergmann, Ambr. Liederb.
(
Frankf.
1582
):
kein ritter lebt im lande, | der jhn [Hector] mocht letzen auff seinem pferd.
Neumann, Rothe. Keuschh.
2150
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
[di trunkenheit] da man den lümund letzet mete.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk.
(
osächs.
,
1343
):
Bittet vor di, di uͤch letzin
[
Mentel
1466 /
Froschauer
1530:
laidigent
beleidigen
].
Lutz, Buch Alfadol
31ra, 5
(
obd.
,
n. 1478
):
[Dein feindt] gedenken nymer so groslich dich zu letzen alß sy es vor gewölt han.
Pyritz, Minneburg
1261
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Netze, kalter regen risel! | Letz, arger winter sur und kalt!
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
88, 25
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Die knecht sollenn sich verhuten einander selbst zu schlagen oder zu leczenn.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
(
nobd.
,
n. 1525
):
Ir vil wurden [...] mit dem geschutz an iren leyben und glidern schwerlich verwundt und geletzt.
Mit käuffen in den stich ihn setzen, | Mit borgen oder bürgschafft letzen.
Der spötter, die mit irn honwortn | Fromb leut fatzen [...] | [...] | An glimpff und ehren sie zu letzen.
last uns alle wehr besetzen, | Auff daß die Römer uns nit letzen!
Mayer, Folz. Meisterl.
(
nobd.
,
v. 1496
):
als der sunnen scheine | Dring durch die fenster eine | Und sie nit lecz.
Bell, G. Hager
620, 5, 8
(
nobd.
,
1591
):
das hercz, das schlecht oft den man | Dut ein ver zagten leczen.
Matthaei, Minner. I,
(Hs. ˹
wobd.
,
15. Jh.
˺):
das er mit valschem wencken | die frowen haut in laid gesetzt | das sie an hohem muͦt letzt.
Fuchs, Murner. 4 Ketzer
4413
(˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Hab ich die frummen drinn geletzt / | [...] / | Das es mir ist von hertzen leidt.
boͤse zungen hant mich geletzet.
Jörg, Salat. Reformationschr.
332, 2
(
halem.
,
1534
/
5
):
fand da comun / da schryer / da sunder personen / [...] / geletzt von disemm gifftt / und bestricktt jn diser tüfelspündtnus.
Wellicher stuben gsell dem andern sin werck letzt, [...], derselbig soll für ein straff [...] vervallen sin.
Köbler, Stattr. Fryburg
(
Basel
1520
):
weñ die begabt person / den begaber letzte oder schmechte / an sine͂ eren / lyb oder guͦt / mit worten oder wercken.
Fuchs, Murner. Geuchmat
374
(
Basel
1519
):
Kein wyb vff dise erd ye kam, | Die ich geletzet hab, frow scham.
Edelgestein / Letzen oder braͤchen.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
(
schwäb.
,
1471
):
Fraw, ich furcht ser der claffer mund | Vnd auch ir valsches letzen.
Hör, Urk. St. Veit
180, 13
(
moobd.
,
1414
):
Wir suͤllen awch das egenantt guͤet stiftleych [...] inhaben noch in chainerley weizz smeln noch letczen.
Gierach, Märterb.
3134
(Hs. ˹
moobd.
,
A. 15. Jh.
˺):
der chaiser enpot in herwider do | ineinen gluenden ofen sey seczen | und ïr leben also leczenn.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
11, 1
(
tir.
,
1464
):
si verschrenkhten seine wëg, vnd die strik richtetten si zu läczen seinen füessen.