heune,
selten:
haune
; auch
2
hunne
sowie
hune,
hüne,
der
;
zu
mhd.
hiune
›Hunne, Ungar‹
().
1.
›Hunne; Angehöriger eines zentralasiatischen Nomadenvolks‹; im Zuge der Völkerwanderung gelangten die Hunnen bis nach Mitteleuropa und siedelten im 5. Jahrhundert an der unteren Donau und später in der Theißebene; deshalb wohl auch: ›Ungar, Bewohner Ungarns‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Wortbildungen:
heunenland
.

Belegblock:

Fastnachtsp. (
nobd.
,
v. 1494
):
Mein herr der kumt, [...] | Konik Etzel also ist er genant | Auß Heunen lant.
Voc. Teut.-Lat.
o vijr
(
Nürnb.
1482
):
Hewnen. huni ppl’s q`dam gētilis.
Maaler (
Zürich
1561
):
Die Hunnen / Hünen. Hunni.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Auares oder Auarisci seind die nachkoͤling der Hunnen.
2.
›Riese‹; Ütr. zu 1.
Älteres Frnhd.
Bedeutungsverwandte:
(
der
) 1.
Wortbildungen:
hünengros
›riesengroß‹.

Belegblock:

Schmitt, Ordo rerum
130, 16
(
nd.
,
1400
):
Gigas hune rese [...] reiße.
Volkmar (
Danzig
1596
):
Gigas, antis, ein Ryß / heun.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Als ein hune mit ungevuc | Sluc er uf mich an underlaz.
Gerhard, Hist. alde e
1333
(
omd.
,
um 1340
):
Daz si da vunden lute | Crefteg, stark und hunengroz.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
16, 16
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Wir sein ein geschickte, das alle leut fellet. Die großen heunen mußten vor uns fallen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
381, 3785
;
Kochendörffer, Tilo v. Kulm ;
Karsten, a. a. O. ;
Gerhard, a. a. O.
326
;
Dwb  f. (vgl. hier auch zur nhd. Übernahme der
nd.
Form
Hüne
im 18. Jh. nach dem vorherigen Aussterben des Wortes im Hochdeutschen).