Lucrum. Gewinn ¶ ersparung gesuͤch vorsorg genieß genoß gewerb vorteil.
adam (das ist alle begirlicheit der creaturen, gesuch
[›Forderung, Recht, Anspruch‹]
und einslagk der natuer).
merckt das wol, das man nit die volg für das gesuͤch nem
(Warnung vor dem berechnenden Schielen nach Seligkeit durch gute Werke).
alßo folget auch dem gutten leben seyn lohn on gesuche
(sofern das Werk ohne Absicht vollzogen wird).
ein solcher Herr, der gerne gibt, und seine lust und freude ist zu geben, lauter umbsonst, on alles gesuche
[Beleg vom Hrsg. interpretiert als
gesuche
im Sinne von: ›leicht aus der Hand, ohne erst suchen zu müssen‹].
das ist die schendliche unart der guten werck [...], das niemand etwas guts thut on solch eigen gesuch.
Ders. Hl. Schrifft. Vorr. [...] 2423, 37 (
Wittenb.
1545
):
Das wir durch den glauben frum [...] Vnd darnach auch / wenn wir nu frum sind / gute Werck vnd Liebe / umb Gottes willen vben / frey on alles gesuch.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
so muz min gedanc | Starn tiger uf diz buch | Durch wider geldes gesuch.
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
4, 34, 44
(
hess.
,
1531
):
wie sie mich nicht aus liebe und freiwilligen herzen, sunder aus gesuch ruwiger tage und bezwang irer eltern genomen have.
Berthold u. a., Zwick. Stadtrref.
63, 27
(
osächs.
,
1542
/
70
):
Der furkeufer, hoken und irergleich vorteilhaftigen und aigennutzigen gesucht apzuschneiden, statuiren und ordnen wir, das [...].
v. Groote, Muskatblut
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
kein bieder mentsche dar sich nit | mit snöden juͦden zweyen. | es macht der gesuͦch, ir nempt den fluͦch | mit in, sprich ich vur ware.
eyn wuͦcherer ist eren muͦde, recht als eyn juͦde | der nympt den gesuͦch, der ewige fluͦch | wirt es dort an ym rechen.
Gille u. a., M. Beheim
81, 141
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
das drit czaichen
[der Verdammnis]
ist, wan lang czeit | ein mensch in ainer tot sund leit | und sich von der nicht keret, | Als gsuch und pos gewicht und moss | oder in kauffen treugnis, gross | falschait, wy man der waltet, | Ee prechen und unkeuschikait.
Schade, Sat. u. Pasqu.
(
nobd.
1524
):
Den glauben sol man zuͦ im hon, | Die werk der lieb dem nechsten thon | On allen eigen gsuͦch und gnieß, | Sonder frei willig.
Waz ist daz, daz den menschen jaget arg wisen zu suͦchen? Daz ist gesuͦchd einer gnuͤgde; die vindet man allain in dem lassene.
so solt du enkein gesuͦch vroͤmdes trostes haben.
Vetter, Pred. Taulers
(
els.
,
1359
):
Wan er [Mensche] stecket so verborgenlichen in der naturen [...], das der mensche das sin suͦchet in allen dingen: in worten, in werken, in wisen, in dienste, in frúntschaft. Wie das der leide gesuͦch der naturen in allen verborgenlich wúrket.
Hubert, Straßb. lit. Ordn.
(
Straßb.
1526
):
du woͤllest dißen eeleuten dein(en) heyligen geist verlühen vnd jre hertzen freyen vnd ledigen vonn jnwürckung der vnreynigkeit, von gesuch(t) leyblichs wolusts von weltlicher ding sorgsamkeit.
darum wöllest dv dynen heiligen geist dyssen zweien, so sich in die ee begeben, rylichen verlyhen, vff das davon wiche aller gesuͦch fleisc(h)liches wollust vnd weltlicher ding.
Strauch, Schürebrand 31, Var. zu Z.
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
mit verfolgung und durechtung und mit emsigen absterben der naturlichen naigklichait und gesuͦcht, als och die koffheren nit gern wagen ir zitlich guͦt und ir liplich leben.
waz uwer nature do durchliden muͦs [...] darbendes aller besitzunge und eigenschaft uwers natúrlichen gesuͦches, daz sol úch der geminnete wol ergetzen mit innerlicheme friden.
Barack, Teufels Netz
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Er tuot ain kouf nach dem ander, | Als ob er für gen Flander, | Es sig linwat, spizri ald tuoch, | Und slecht im daruff den gesuoch, | Als ob er da selb gewesen sig
[›Unkosten, die deklariert werden, die man aber nicht gemacht hat‹].
Köbler, Stattr. Fryburg
(
Basel
1520
):
Darumb setzen vnd woͤllen wir / das solich vnd andre vnzimlich pact / die durch arglistig gesuͤch erfunden werde͂ / zenichte͂ syent.
Welti, Stadtr. Bern
(
halem.
,
1467
):
als dann ettwas verruckter zit in ettlichen vnsern landen [...] mengerley gewerbs kouffmanschaft vnd gesuͦch mit saltz, isen, stachel, [...] getriben.