erdwurm,
der
;
–/-würm
oder
-würmer
.
1.
›Regenwurm, Lumbricus‹.
Zur Wortgeographie des Regenwurmes in den rezenten deutschen Mundarten s.
Dwa, Karte
13, 7
; dazu
Dolch, M., in: Niederdt. Jb.
67/8, 1941/2, 184-91
.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl. .

Belegblock:

Ermisch u. a., Haush. Vorw.
93, 7
(
osächs.
,
1570
/
7
):
gib den hünern geröst brod [...]. Oder gib ihnen erdwurmer.
Cirurgia H. Brunschwig (
Straßb.
[
1497
]):
Dar in gesoten sint erdwurm die man nenet regen oder uͦl wurm.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
ich pin ain regenwurm oder ain ertwurm und niht ain mensch
(offen zu 2).
2.
je nach Perspektive Demutsbezeichnung für den Menschen in seiner Sündhaftigkeit, seiner vergänglichen Kreatürlichkeit; auch gebraucht, um jemanden als einen liederlichen, habgierigen Menschen abzuwerten.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
wie danckbar soͤln wyr menschenn seyn / das der herr sich so groͤßlich erbarmet hat über vns arme erdtwuͤrmlein vnd sundige creatüren.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1583
):
Gedenck, dz wir sein das gmachsels dein | Wiewol wir arm Erdwurmlein sein.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
das graf Jos [...], nachdem er dan ain rechter erdenwurm und dem nit erden und lands gnug werden konnte, so heftig nach alten sachen gesucht.
Kehrein, a. a. O. .