übersingen,
V., unr. abl.
›so singen, dass etw. Vergleichbares oder Widerständiges übertroffen, übertönt wird‹; im Einzelnen: ›die höchste Stimme in einem mehrstimmigen Gesang übertönen‹; ›über etw. hinwegsingen‹; ›probend etw. neu, wiederholt singen‹; vgl. (Präp.) 1; 3; 8 je nach Nuance und jeweils ütr.
Bedeutungsverwandte:
, , .
Wortbildungen:
übersinger
(dazu bdv.: ).

Belegblock:

Luther, WA (
1525
):
Derhalben bit ich und befelh euch ynn diesem fall, den zehenden Psalmen zu singen und zu lesen, [...] Und soll mich zwar nicht verdriessen den selben sampt euch, kegenwertig ym geyst, ubersingen und kuͤrtzlich auszulegen.
Gajek, Köler. Maÿen-Lust
67, 3
(
Breslau
1642
):
Die Nachtigall [...] mit jhrem Klange / Nicht nur der Vogel⸗schaar / auch Menschen vbersingt.
Voc. Teut.-Lat.
hh vjr
(
Nürnb.
1482
):
Vbersingen discantirn. discantare discantisare.
Fastnachtsp. (
nürnb.
,
v. 1494
):
Nu sag, Jaufkind, wo leit der stein, | [...] | Und den kein pfaff nie ubersang | Und den kein glock nie uberklang?
Haltaus, Liederb. Hätzlerin (
schwäb.
,
1471
):
Yeglichs [vogel] wolt übergüften | Mit gesang das ander. | [...] | Doch mit gewalt die nachtigal | Sy alle v̈bersang.
Schmitt, Ordo rerum
260, 12
(
wschwäb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Discantus [...] discant [...] Discantor v́bersinger, [...] discant oder vbergsankch.