überseunig,
Adj.;
zu mhd. siune
›das Sehen‹, siunec
›sichtbar‹ (BMZ
; ; ; ); hier schwach belegt; 2, 2, 281/2
die Schreibungen mit
-i-
lassen auf etymologische Isolierung / Undurchsichtigkeit bzw. auf volksetymologisch motivationellen Bezug auf -sinnig
schließen.›Sehprobleme habend‹; wohl: ›weitsichtig‹; im zweiten Beleg
Maaler subst., wohl
: ›nachts, im Dunkeln Tätige‹.Belegblock:
All bischof seint blind worden, sy gesehent nit denn als die übersünigen, die sehent verr von inen klain ding und, was groß ist und inen nach ist, gesehent sy nicht, deß sy blind sünt.
Vbersichtige (die) Vbersinnige. Noctilupa, sed Barbare. [...]. Vbersinnig / Vbersichtig. Nyctalops.
Es bschicht manch mal dz einer der übersinnig ist (wie merteils der gleertẽ die jre augen vßstudierend) sich übel schaͤmẽ wurde / weñ er sagẽ vnd bekennẽ soͤlte / worfür er dises odʼ yenes hette angesehen / also betrügt jn sin gesicht.