überschwal,
der
.
›das Überlaufen, Überfließen‹ (einer Flüssigkeit); in dieser sog. eigentlichen Bedeutung nur einmal belegt (s. u.
Maaler
); sonst durchgehend ütr., dann für alles stehend, was das Erwartbare an Zahl, Qualität, Maß übersteigt, z. B.: ›Übermaß‹ (des Handelns / Verhaltens, der Qualität e. P., auch: einer Seinsgegebenheit wie der
sünde
1; 2; 3, des
kummers
5); ›hohe Anzahl, Übermenge‹ (z. B. von Kunstwerken, von Handwerkern); ›Überfluss‹ (des Reichtums);
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1; 2, (
die
) 7.
Syntagmen:
der ü. die welt beklemmen
;
der gemäle ein ü. sein
;
jm. im ü. gnade mitteilen, etw. anzeigen, ˹gnade / weisheit˺
(Subj.)
jm. im ü. genug sein, j. mit ü. etw. haben / sagen, j. jm. mit ü. glük geben, j. jn. mit ü. unter den fanen haben
;
der ü. des reichtums, der sünden
;
der grosse ü
.
Wortbildungen:
überschwal
(Adj.) ›überreichlich, im Übermaß‹ (dazu bdv.: vgl. 2).

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm (
preuß.
,
1331
):
Von der sunden uber swal | Wart al di werlt beclemmet | Und in den tot geschremmet.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
di guten hy liden qual | Und grozes kummers uberswal.
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1521
):
Darnach führeten sie mich in viel kirchen und liessen mich alle gute gemähl sehen, dessen ein überschwahl do ist.
Sachs (
Nürnb.
1553
):
in der stadt ist nit sein gleich | Unter den wirten uberal, | Er hat der reychtumb uberschwal.
Ebd. (
1563
):
Du thust auch in die heuser schleichen, | Was darinn dein augen erreichen | Für brechen, mangel und unfal, | Daß du darnach mit uberschwal | Von dem haußhalten hast zu sagen.
Und hat alls, was sein hertz gelüst, | Volkommenlich mit uberschwal.
Ebd. (
1524
):
gutte Christen, die uberschwal almusen geben in der stil, nit wie die phariseer.
Maaler (
Zürich
1561
):
Vberschwall (der) Inundatio.
Karsten, a. a. O. ;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .