überschar,
die
;
–/auch
-en
.
›nicht vermessenes Reststück, trotz geringer Größe aber begehrtes und bergbaulich genutztes Flurstück zwischen Grubenfeldern; ein nach Vermessung von Ackerland übrig bleibendes Stück Land, Reststück‹ (zu Letzterem nur 1 Beleg); auch als Flurname gebraucht; vgl. (Adj.) 3, II, 1 ›Pflugeisen‹ ().
Omd. und östliches Inseldeutsch; meist bergbaubezügliche Texte.
Syntagmen:
eine ü. aufnemen / austeilen / bestätigen / wechseln, jm. eine ü. schuldig sein
;
etw. (was überig ist) eine ü. heissen
(doppelter Akk.);
die ü
. (zwischen zwei Ortspunkten);
die masse am ü
.

Belegblock:

Ermisch, Sächs. Bergr. (
osächs.
, Hs.
15. Jh.
):
was czwyschen den nuͦfengen unde den bergen ist oͤberig, das heißet man eyn oͤbirschar.
Ebd. (
1499
/
1500
):
so sall der bergmeister sulch oberschar bey den nestligenden tzechen tzu glich austeylen.
Weizsäcker, Graupn. Bergb.
132, 32
(
osächs.
,
1551
):
Meher hot Jocuff Muldener aufgenomen und bestetiget eine uberscharr, zwischen Philup und Franzen Schmidt [...] gelegen.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
148, 24
(
omd.
,
1554
/
1633
):
Sie [Ambtleuth] enthalten sich auch, die uberscharen undt zechen aufzunehmen.
Ebd.
191, 16
:
und der ambtsverweser [...] ernstlich befohlen, kein überig feldt, was do unter 20 lachtern, nicht zu verleihen, sondern alß ein überschar meinem gnedigsten herrn zuvorbehalten.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1491
):
doctor Merbethi [...] hat [...] gegeben dem erbarn Lucas Eysenreich [...] sein sechczenteil, das er gehabt hat in dem berckwerck zum Czuckenmantel in der Oberschar genant.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica (
schles. inseldt.
,
1464
):
das Stephan Wl [...] hot vormant Closz Welczeln [...], wmb eyn erbe am ende vnd wmb eyne obir schar, dy her ym schuldig.
Wutke, a. a. O. ;
Weizsäcker, a. a. O.
21, 8
;
35, 17
;
Piirainen, Igl. Bergr.
30b, 23
;
Veith, Bwb. .