überreiter,
im 16. Jh. auch zum Verhältnis der Formen
überreuter,
der
;–/-Ø
;-reiter
(der
) sowie , ferner s. v. rîten
; .›berittene Person, die in herrschaftlichem Auftrag auf niederer bis mittlerer, vereinzelt wohl auch höherer Verwaltungs- und Ordnungsebene, z. B. in der Grenzkontrolle, im Zolldienst, bei der Waldbewirtschaftung, der Fluraufsicht, auch als Gerichtsbote, im Nachrichtenwesen die jeweils anfallenden Dienste leistet; Amtsdiener‹; generell neutrale bis positive Konnotation; in 1 Beleg (s. u.
Turmair
) negative Bewertung, dann ›Wegelagerer‹; zu (Präp.) 3, (der
) 1.Obd.; Rechts- und Wirtschaftstexte.
Syntagmen:
den ü. erfordern, jm. zugeben, ernstlich ansehen
, [wohin] schicken, jm. einen ü. zuordnen
; der / ein ü. hinlässig, mit wein überfült sein, keine zunft annemen, auf jn. achtung geben, den wald brinnen finden, einen brief
[wohin] füren, gründe einziehen, wildauen machen, erkennen
[+ Hauptsatz im Konj.]; der ü. halb klage sein
; dem ü. eine vererung ordnen, gehorsam sein, gebieten, das [...]
; mit dem ü. handeln
.Belegblock:
10 morgen ackers. Die gehörnt einen überreiter und einen kastner an.
doch [...] ein ider besiczer [...] sol einem castner und ubereyter gehorsam (tun).
Uff dye zitt must ich rytten von miner heren weg(en) und gab mian mir ain uberrütt(er) zu.
Die Berner [...] schicktend ir überrütter über den Stalden nider. Die huͦbend an roͧben und brennen. Also brachend die von Friburg uf mit ganzer macht, iltend den über rüteren nach.
Demnach zeigte er dz etlichen botten an, und syen bi sollicher red gsin der oberrúter von Basel, Schafhusen.
denen wird von der herschaft der überreiter oder paumeister zuegeordnet, der sachen
[einem
untergange ›einer Flurbegehung‹]
von obrigkeit wegen beizuwohnen. Dieselbigen als stattschreiber, schulmaister, überreuter und dergleichen mögen wol dhaine [zunft] annemen.
mit auftrag, das an mautsteten und die uberreiter auf sie [hausierer] guete achtung geben, ire kräxen durchsuecht und da sich waß ungleiches dorin bfindt eingzogen werden.
Davon gebieten wir [...] unsern haubtlewten, [...] richtern, reten, burgern, uberreittern des saltz und gemainden und sunst allen anndern ambtlewten, undertanen und getrewn ernstlich und wellen, daz sy [...].
findet aber ain vorster oder ain uberreiter den wald prinnen, der soll sagen den nëgstn dörfern das allermëniclich auf sei.
Was überlast und beschwerung er hat von dem wildprett, jegern, überrentern und dergleichen volk, mag ich izo nit von reden.