überpochen,
V.;
im Prät. auch
überpochen
.
›jn. in je situationsspezifischer Weise zu übertrumpfen, zu übertreffen suchen‹; im Einzelnen: ›jn. überschreien‹ (auf dem Markt); ›(Gott) trotzen, ihm entgegentreten‹; ›jn. kritisieren, in seiner hierarchischen Stellung antasten, über ihn hinaus wollen‹; ›die Schönheit (eines Blickes) übertreffen‹; ›jn. hinsichtlich von Wertgegenständen übertreffen‹; vgl. (Präp.) 2; 8; 10, 5.

Belegblock:

Chron. Magdeb. (
nrddt.
,
1525
):
als Inhen vom Burgermeister Wesfall darinnen unthersaget, haben sie [Muniche] dem Burgermeister von stundt uff dem margkte vor allenn leuthen uͤberpochet unde zcu der Erhen gescholten, des er [...].
Luther, WA (
1530
):
Ihr solt die ersten nicht werden, die Got uberpochen, das weis ich fuͤr war.
Wir wollen dieweil zu sehen, welcher den andern uberpochen und das feld behalten werden.
Ebd. (
1544
):
das auch die untern Stende die obern wollen uberpochen als die Junckherrn des Adels jre Herrn und Fuͤrsten, ja auch Knechte und Megde jre Haushern.
Panzer, Seifrid Füetrers
365, 7
(
moobd.
,
1478
/
84
):
ain clare maget, | der plick on schön
[›an Schönheit‹]
nie weib thett uberpochen.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Und hetten die künig ein êrlichen löblichen nutzen krieg miteinander, wolt einer den andern überpuchen mit der menig und dem wert der püecher.
Vgl. ferner s. v. 1.