übernöten,
übernötigen,
V.
›jn. durch (in der Regel) widerrechtliche Anwendung physischer Gewalt, herrscherlichen Druckes u. dgl. seinem Willen unterwerfen, jn. überwältigen, zu etw. zwingen‹; der Skopus des
übernötens / übernötigens
umfasst das gesamte Spektrum persönlicher wie struktureller, körperlicher wie institutioneller, speziell gegen Einzelpersonen, darunter gegen Frauen, auch unspezifisch gegen die leute
gerichteter Gewalt; auch: ›jn. / sich selbst über seine Möglichkeiten beanspruchen‹; vgl. (Präp.) 3 (ütr.), 1; 4.Belegblock:
Vi comprimere. Mit gwalt schwechen vbernoͤtigen vbergewältigen notzwingen notzogen vberkräfftigen.
wir die aylfftausent mertrer müssens zalen, da sy [grosse herren] uns betriegen, ubernötten, dringen, zwingen.
wa dz were, das si jeman wider recht ubernoͤten woͤlte, dz wir inen behulfen sullen sin mit lieb.
der hôhgelobte werde | wart sô übernœtet, | in wolte hân ertœtet | des milten werden fürsten hant.