übernöten,
übernötigen,
V.
›jn. durch (in der Regel) widerrechtliche Anwendung physischer Gewalt, herrscherlichen Druckes u. dgl. seinem Willen unterwerfen, jn. überwältigen, zu etw. zwingen‹; der Skopus des
übernötens / übernötigens
umfasst das gesamte Spektrum persönlicher wie struktureller, körperlicher wie institutioneller, speziell gegen Einzelpersonen, darunter gegen Frauen, auch unspezifisch gegen die
leute
gerichteter Gewalt; auch: ›jn. / sich selbst über seine Möglichkeiten beanspruchen‹; vgl. (Präp.) 3 (ütr.), 1; 4.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): (V.) 1; 4; 5, 1; 2 1; 2, 3; 6, , , .

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Vi comprimere. Mit gwalt schwechen vbernoͤtigen vbergewältigen notzwingen notzogen vberkräfftigen.
Sachs (
Nürnb.
1524
):
wir die aylfftausent mertrer müssens zalen, da sy [grosse herren] uns betriegen, ubernötten, dringen, zwingen.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen (
halem.
,
1348
):
wa dz were, das si jeman wider recht ubernoͤten woͤlte, dz wir inen behulfen sullen sin mit lieb.
Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
der hôhgelobte werde | wart sô übernœtet, | in wolte hân ertœtet | des milten werden fürsten hant.
Maaler (
Zürich
1561
):
Vbernoͤtigen. Opprimere. Sich selbs Vbernoͤtigen vnd übertreyben / Vber sein vermoͤgen thuͦn.