übermas,
übermassen,
Adv.;
Letzteres seltener; Zusammenrückung aus
über die mas
bzw.
über die masse(n)
.
›über die normale Menge hinaus‹ (quantitativ bei Bezug auf Geld; Schwätzen); ›außerordentlich, über die Maßen‹ (qualitativ z. B. bei Bezug auf
sich freuen, jn. erfreuen, sorgen
); gradadverbial ebenso (z. B. bei Bezug auf
lieblich, peinlich, zornig
).

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
96, 1660
(
Magdeb.
1608
):
wenn jhr jhn wolt holen lassen / | So fodert er geld vbermassen.
Klett, J. v. Soest
1, 561
(Hs. ˹
wmd.
,
1470
/
80
˺):
dy morder kamen tzu ye bass | und warent tzornig ubermass.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Leipzig
1537
):
Die marter die der Herre leyd, | War peinlich vbermassen.
Gille u. a., M. Beheim
171, 6
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Des wer czu spoten ubermoss, | ob ein pauer pesäs ein slos | und ein mochtiger chunig gross | solt sich czwengen und crüten | In eines pauren hüten.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
deß königs güet und gnaden | Ist wie der thaw auff grünem graß, | Deß sich all welt frewt ubermaß.
Ebd. (
1560
):
Weil wir noch waren auff der straß, | Kundst du wol schwatzen ubermaß.
Jörg, Salat. Reformationschr.
36, 27
(
halem.
,
1534
/
5
):
so dann nüt lustigers / und übermaas lieplich jst eim jeden gebornen Eydegnossen / zuͦ hoͤren und verstan / wie [...].
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
565, 5
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Sy [frawe] schoss der minne plick im taugen dar. | Sy waren paid die übermass geschönet.
Peil, a. a. O.
71, 870
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 151
.