überklimmen,
V., unr. abl.
›etw. unter Aufwendung von Mühe, Anstrengung / Leiden übersteigen, überwinden‹; von Jesus Christus als dem Überwinder der Sünde sowie von bestimmten Menschen als Überwindern ihrer innerweltlichen Verhaftetheit gesagt; diese werden damit als (auch aus eigener Kraft) Aufsteigende in die
überweselichkeit
, als Teilhaber
götlicher unbegreifenlichkeit
gesehen; auch: ›sich übersteigen‹ (dies negativ konnotiert); vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.), .
Nobd. / wobd.; im 15. Jh. auslaufend; Texte der Sinnwelt ‚Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1, 2, 2.
Syntagmen:
[Christus]
die himmel, Jesus, das lam den tod, j. die sinlichen / bildelichen dinge, das gemüte die niederen / sinnelichen dinge ü
.; refl.:
sich ü
.

Belegblock:

Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
Allso Jhesus, das tultig lam, | In demut den dot uberclam.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
do sol dis gemuͤte uf swimmen in die hoͤhi der úber weselicheit und úber klimmen alle nidere sinneliche ding.
Eichler, Ruusbr. steen
191
(
els.
,
sp. 14. Jh.
):
Den v́berwindenden, sprichet er [Sanctus Johannes], daz ist den, der sich selber vnd alle ding v́berwindet vnd v́berklemet.
Schmidt, Rud. v. Biberach
77, 19
(
whalem.
,
1345
/
60
):
sprichet sant Dyonisius alsus: Es ist noch ein vordrostlicher [...] goͤtlich bekennung, dvͥ erschint [...] dien, die mit vbergang des gemuͤtes vberklimment nuͥt allein sinliche vnd bildelich ding, noch denne si vber fliegent verstentlich sache vnd allen sin menschlicher verstenlicher beschoͮde vnd ellvͥ goͤtliche liecht.
Niewöhner, Teichner
564, 1785
(Hs. ˹
moobd.
,
n. 1400
˺):
ich han vor dir widerraten | daz du dich icht uberchlimmest | und auch nicht ze tief verswimmest.
Eichler, a. a. O.
241
.