überhang,
der
;–/-e
+ Uml.1.
›die Grundlinien des Hauses nach außen oder oben überragender Bauteil unterschiedlicher Art, Erker, Vorbau, Überbau‹; vgl. (Präp.) 2; 3, 1.Syntagmen:
einen ü. machen (über die almende), mit balken unterziehen
; der alte / niedere / übermässige / weite ü
.; der bau mit überhängen
.Belegblock:
van der murin des gibelis der Daelheimerin husis, van nidin an bis obin us, also der nidirste ubirhanc steit.
Damit auch inskunfftig die alte ubermeßige uberhenge [...] in abgang gerathen, dagegen aber die statt mit neuwen gebew formlich gezieret werde, so wöllen wir hinfurter keinen uberhang in einem newen baw.
Vberhang windfangk od’ vberschuß an einẽ hause.
donoch verbot man, daz nieman keinen uberhang me machen sol uber die almende.
2.
›über die Grundstücksgrenze hinausreichender Teil der Äste von Obstbäumen‹; als Metonymie: ›Obst, das von solchen Bäumen auf das Nachbargrundstück fällt‹; vgl. (Präp.) 2; 3, 1.Belegblock:
Welcher [...] böhm hette, deren stämm uff seinem grund und boden stünden und ein überhang uff die gemeind hetten, denselben sollen die heimbürgen solchen überhang [...] zue kaufen geben.
Wa usser einem bomgarten sich ein überhang von obs uff die allmaind begibt und fallet, soll derselbig [...].
Von den paumbfrüchten, [...], so gepfelzt sein und auf ains grund stehen, aber mit dem iberhamb sich auf ains anderen grund naig, solle der, welcher den iberhang hat, die 2 thail zu dem stamen legen, den 3ten thail aber mag er behalten.
3.
ein zu kirchengeräten
gerechnetes, von seiner Unterlage herabhängendes Tuch; vgl. (Präp.) 2; 3, 1.Belegblock:
Kirchengerethe: item 4 volkomen ornaten, 1 fastenkasil, 2 rocke, 2 korkappen, 2 obirhenge obir das pulbt, 2 tepte, 2 korrockil.
4.
›Macht, Oberhand‹ (als jeweils geschehens- oder handlungsbestimmende Größe); semantisch deutliche Überlagerung mit überhand
1, auch hinsichtlich der Syntagmen.Syntagmen:
freundschaft / geiz / has / krankheit / (un)recht ü. nemen, der siechtag ü. haben
(jeweils ansatzweise phrasematisiert).Belegblock:
So werkett ettlicher alle tage So stäte / das kein siechtag mag An yme yoch úberhang han.
Dann artzeny muͤß würcken langk | Wann kranckheyt vast nymbt vberhanck.
Ebd.
66, 105
: Dye boͤß gwonheyten waͤrent lang | Was vnrecht ist nymbt Vberhang.