übergeuden,
V.
›jn. mit etw. überhäufen, mit Ruhm überladen; etw. (seinerseits hoch Geachtetes) / jn. (einen seinerseits bereits Überhöhten) mit auszeichnenden Eigenschaften sowie an Ruhm übertreffen‹; zu (Präp.) 10, 3; 4.
Obd.; oft Texte gebundener Form, teils religiöser und didaktischer, auch minnebezüglicher Ausrichtung.
Syntagmen:
jn
. (z. B. ein weib
) ü
. (z. B. mit freuden
), der teufel (jn.) mit leid / marter ü., Maria etw. mit adel ü
.; subst.: der tugend ein übergeuden
›Vollkommenheit an Tugend‹.Wortbildungen:
übergeude
minne
)‹ (dazu bdv. bzw. Orientierungsfeld: , , jeweils auf frau
bezogen).Belegblock:
gar wol gedan | sint dir [wiff] din brust, na mannes gelust | bistu geblesoneret. | Din hertz ist allzit muͦdis fry, | wer kuͦnde dich uberguͦden?
(hierher? oder zu einem vorauszusetzenden
überguten?).
da von werdens an masse | mit grassen fraden uber geüt, | die niemen nit vol sprechen kane.
er [tiefel] pinet und villet, | er pratet und súdet, | lait marter úber gúdet, | so krotten, natran, slangen | si hant all um vangen.
Naturen der gestain | groß und klain kanst du [Maria] ain keusch und rein | mit adel übergeuden.
V̈berflussig vnkeẅsch tut die lieb jrren, wann welich leütt mit vbergeüdt solich mynn zeit vnd weil verenden, die mugen nit in den stricken der rechten lieb behafft werden.
Ebd.
78, 38
: O wär mir von ewer lieb ain liebplich trösten vnd freydenreicher vmbfanng beschert, wer wär dann mein geleich, wer möcht mich mit freüden vbergeüden?
Er iach: „fraw, meiner frewde | ist ewer súesser leib | ein hortt vnnd v̈bergewde | vnnd meinr senenden quale laid vertreib!“
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 274
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